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Jill Kismet: Blutige Vergeltung (Lilith Saintcrow)
Geschrieben von Jessica
Mittwoch, der 02. März 2011


Egmont Lyx, 1. Auflage Januar 2011
Originaltitel: Redemption Alley
Aus dem Amerikanischen von Nadine Mannchen
Klappbroschur, 384 Seiten
9,95 € [D] | 10,30 € [A]
ISBN: 978-3-8025-8308-7
Leseprobe

Genre: Urban Fantasy




Klappentext:

Das Böse lauert im Verborgenen

In Santa Luz verschwinden Menschen, und die Dämonen stehen im Verdacht, dafür verantwortlich zu sein. Die Jägerin Jill Kismet übernimmt die Ermittlungen. Gleichzeitig muss sie auch den vermeintlichen Suizid eines Polizisten aufklären … und deckt dabei Verrat in den eigenen Reihen auf. Jill kämpft jetzt an allen Fronten und kommt einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur, das die gesamte Stadt in Gefahr bringt!



Rezension:

Ich hasse Gäste. Vor allem, wenn ich sie nicht eingeladen habe. Und ganz entschieden uneingeladene Gäste, die nicht einmal warten, bis ich die Tür ganz geöffnet habe, bevor sie versuchen, mich umzubringen.
Kleiner Tipp: Wenn ihr darauf aus seid, eine Jägerin in einen Hinterhalt zu locken, dann macht es
nicht in ihrem eigenen Haus. Jeder Ort, an dem ein Jäger sich schlafen legt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit gut gesichert. Und wenn ihr relativ wenig Probleme habt, einzubrechen, dann solltet ihr euch ernsthaft fragen, wie schwer es wird, wieder rauszukommen. Wenn man sich als Jäger einen Schlafplatz wählt, dann nicht, ohne jeden noch so kleinen Winkel und jede Nische wie die eigene Westentasche zu kennen – was auch beinhaltet, dass er oder sie es merkt, wenn eine nachlässige Höllenbrut durch ein Fenster eingestiegen ist und schwer atmend hinter der Eingangstür hockt.
(Seite 169)


Spurlos verschwinden in Santa Luz Menschen, ohne dass sich jemand darum kümmert oder dafür verantwortlich fühlt. Bevor dieses Verschwinden überhaupt bemerkt wird, muss Jill Kismet von einem engen Vertrauten mit einem persönlichen Fall betraut werden - dem angeblichen Selbstmord eines Polizei-Kollegen. Im Zuge der Ermittlungen stellt sie Verbindungen zwischen diesem Suizid und dem Verschwinden mehrerer unschuldiger Bürger ihrer Stadt fest - Grund genug, der Sache ernsthaft nachzugehen und auch die übernatürliche und vor allem dunkle Seite in Betracht zu ziehen. Bei der Besichtigung des letzten Ortes, wo das bisher letzte (bekannte) Opfer verschwand, stößt Jill auf eindeutige Spuren: Santa Luz steht eine Scurf-Epidemie bevor, deren Ausmaße sich nicht einmal Jill vorzustellen wagt. Es heißt also nicht nur, den sich ausbreitenden Scurf Einhalt zu gebieten, sondern auch das Verschwinden von Unschuldigen zu unterbinden und ganz nebenbei noch den offensichtlichen Mord an einem Polizisten aufzuklären.

Kein Problem für Jill, die über jede Art der Ablenkung dankbar ist, die sie vergessen lässt, dass ihr geliebter Werpuma Saul nicht an ihrer Seite ist. Denn dieser besucht seine kranke Mutter in ihren letzten Tagen und steht ihr am Sterbebett bei, was Jill auch dazu bringt, ihre Sorgen und Gedanken für sich zu behalten, um ihren Liebsten nicht noch zusätzlich zu belasten. Dass Jill trotzdem ihre Aufpasser, die in Sauls Interesse handeln, um sich scharrt, ist unter Werwesen eine Selbstverständlichkeit - nachdem Saul Jill im zweiten Band Schattenjagd offiziell als seine Partnerin angenommen hat, gehört sie zu ihnen und wird als ihresgleichen behandelt. Dazu gehört auch gegenseitiger Schutz und bedingungslose Unterstützung, was Jill gerade in Bezug auf die Scurf-Plage überaus gelegen kommt. Aber auch aus unerwarteter Richtung wird sie bei ihren Ermittlungen unterstützt, auch wenn Jill trotz aller Unterstützung mit Verlusten konfrontiert wird - auch in den eigenen Reihen, was den im Klappentext genannten Verrat umso schlimmer macht.

Mit Blutige Vergeltung setzt Lilith Saintcrow ihre durchwachsene Reihe um Jill Kismet gelungen fort. Kleine Schwachstellen aus den beiden Vorgängern konnten ausgemerzt oder umgangen werden und zum ersten Mal bekommt die Protagonistin einen wirklichen Handlungsstrang an ihre Seite. Das Fehlen eines aktiven Werpumas in diesem Teil ist dabei hilfreich, denn die Gedanken an Saul lenken Jill zwar auch ab, doch mitunter scheint genau diese Sehnsucht das zu sein, was Kismet am Leben hält - und Jill befördert sich (oder lässt sich befördern) in so manche ungünstige Situation, bei der sie nur haarscharf entkommen kann. Doch entgegen der übertriebenen Wirkung aus Band 1 und Band 2 sind diese Nahtod-Erfahrungen, die Jill hier macht, stimmig und zum Plot passend. Und auch Percys wenige Nebenbei-Erwähnungen in Form von gedankenblitzen Jills stellen einen großen Unterschied zu dem aktiven Einbeziehen und Eingreifen ins Geschehen in den Vorgängerbänden dar. Obwohl dieser Charakter ein überaus gelungener Bösewicht und damit Gegenpol zur Protagonistin darstellt und die allmonatlichen Besuche ein amüsantes Vergnügen für den Leser waren, so ist das Ausbleiben ebendieser auch mal eine erfrischende Abwechslung und ein Beweis dafür, dass Lilith Saintcrow von ihrem sicheren Plan abweichen kann.

Die Idee, die hinter dem angekündigten Verrat steckt, und die Vielfalt der dahinter liegenden Fäden machen aus Blutige Vergeltung, zumindest zu einem größeren Teil als die Vorgänger, endlich zu dem, was man sich von einer Urban Fantasy-Reihe erhofft: actiongeladene Spannung, mutige und bisweilen übermütige Charaktere und kleine Überraschungen, die selbst den eingefahrensten Leser wieder für die Geschichte begeistern können. Zwar schade, dass es drei Teile brauchte, um derartiges auszulösen, aber besser spät als nie, und vielleicht war dieser Vorlauf auch wichtig für die Entfaltung der Charaktere.
Fakt ist wohl, dass Blutige Vergeltung der bisher überzeugendste Jill Kismet-Band ist und man nun hoffen darf, dass die Autorin - trotz der Rückkehr Sauls und dem hoffentlich Wiederauftauchen Percys - diese Art aufrecht erhalten kann und mit den folgenden Bänden gleichfalls Begeisterung auslösen wird. Ein weiterer Beweis in der Literaturwelt, dass man nicht unbedingt falsch daran tut, auch nicht so tollen Serienauftakten die Chance der Entwicklung zu geben.



Fazit:

Lilith Saintcrow schafft es mit jedem neuen Jill Kismet-Band, den Leser ein kleines bisschen mehr zu überzeugen. Auch Blutige Vergeltung hat noch immer Schwachstellen zu verzeichen, doch Stück für Stück findet der Leser endlich seinen Weg in und durch Kismets Welt und freut sich bereits jetzt auf den Folgeband Totenzirkus, der voraussichtlich im September 2011 erscheinen wird.



Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5




Zur Rezension von "Dämonenmal"
Zur Rezension von "Schattenjagd"
Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 02. März 2011
 

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