Dienstag, 23. Mai 2017

Phantast (Download)

Phantast 17

Neueste Kommentare

Ach was, endlich ein neuer Thriller von Wulf Dorn! Wurde ja auch wirklich Zeit, ich freu mich ...

Weiterlesen...

wie viele bücher hat er geschrieben
Guten Tag, haben Sie noch weitere Termine für Lesungen mit Heinrich Steinfest? Wir haben GROSSES ...

Weiterlesen...

Der Roman hat mich sofort begeistert. Ich konnte mich schnell und gut in Ella hineinversetzen , mit ihr ...

Weiterlesen...

Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
Blutmusik (Greg Bear)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 03. April 2009

Heyne (April 2008)
Originaltitel: Blood Music
Übersetzt von Ursula Kiausch
Taschenbuch, Broschur, 432 Seiten, 11,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-453-52365-4
€ 8,95 [D] | € 9,20 [A] | CHF 16,90

Genre: Science-Fiction


Klappentext

Der Biochemiker Vergil Ulam ist ein Genie seines Fachs. Sein Ziel ist die Erzeugung „intelligenter“ Lebensformen aus Bakterien. Doch als ihm die Firmenleitung seine Experimente verbietet, fasst er einen fatalen Entschluss: Er testet die Zellkulturen an sich selbst. Und ändert damit den Lauf der menschlichen Evolution …

Greg Bears preisgekrönter Zukunftsroman in erstmals ungekürzter Neuübersetzung und mit umfangreichem Glossar.


Rezension

„Blutmusik“ beginnt mit einem modernen Schreckensszenario: ein genetisches Experiment wird unauthorisiert durchgeführt und gerät außer Kontrolle. Eine Seuche rafft die Bevölkerung des nordamerikanischen Kontinents dahin. Vergil I. Ulam tauft seine „intelligenten“ Zellen liebevoll „Noozyten“ (griech., nous = Geist) – Zellen, die nicht nur Informationen verarbeiten, sondern sie auch bewerten können. Denken können. Zu Handlungen fähig sind, die man durchaus als „intelligent“ bezeichnen kann. Und sie entwickeln sich rasend schnell: Bald schon haben sie die Menschheit in gewisser Weise überholt und es scheint unmöglich, die inneren Wesen aufhalten zu können. Was als Katastrophenszenario beginnt, mündet in eine phantastische Reise durch eine Welt, die im Wandel begriffen ist.

Bear beschreibt die Veränderungen durch die Noozyten gleichermaßen erschreckend wie auch faszinierend. Was sich da entwickelt, erscheint zunächst ekelerregend – und dennoch zeigt sich eine gewisse Ästhetik. Die Bilder in Blutmusik sind geradezu grausig schön. Und kreativ. Es macht richtig Freude, Bears Beschreibungen zu lesen, die stilistisch perfekt zum Inhalt passen. Vordergründig wirkt der Stil eher nüchtern, doch mit zunehmender Seitenzahl liest man mehr und mehr die unterschwellig vorhandenen Anspieglungen heraus.
Wo die ersten Seiten noch nach einem schaurigen Bericht über einen fatalen Laborunfall anmuten, klingen die letzten eher nach einem unglaublichen Gedankenexperiment, in dem Bear versucht, mit Hilfe moderner Physik eine phantastische Zukunftsvision zu kreieren – und das gelingt ihm tatsächlich „meisterhaft“! Lediglich die Charaktere wirken am Anfang etwas zu „cool“, gerade zu den Nebencharakteren findet man etwas schwer Zugang. Dies wandelt sich jedoch mit fortschreitender Seitenzahl und die Reaktionen auf die Veränderungen in der Welt wirken sehr authentisch.

Trotz winzig kleiner Ungenauigkeiten bei den wissenschaftlichen Hintergründen, die eventuell auch an der Übersetzung liegen können, entwirft Greg Bear ein durchweg glaubwürdiges Bild des modernen Laboralltags eines Biologen. Die beschriebenen Methoden finden in der Wissenschaft tatsächlich Anwendung – und der Autor beschreibt nicht nur den aktuellen Kenntnisstand, sondern entwirft eigene Ideen. Beispielsweise sieht er in den Introns, die damals allgemein als „Genschrott“ galten, weil sie für nichts codieren, ein riesiges Repertoire an Erinnerungen, die auf zellulärer Ebene gespeichert wurden. Erinnerungen von Menschen, die vor tausenden Jahren gelebt haben, verschüttet in den eigenen Genen.
Und das ist nicht die einzige kreative Idee, mit der Greg Bear aufwartet. In „Blutmusik“ findet man eine Fülle von Gedanken zu modernen Theorien aus der Biologie und der Physik. Der Roman beginnt mit der Biologie und entwickelt sich über ethische und schließlich philosophische Fragen hin zu einem quantenphysikalischen Spektakel. Über „was ist möglich“ mag man sich dabei streiten – fest steht jedoch, dass Greg Bear mit „Blutmusik“ einen einmaligen Science-Fiction Roman geschrieben hat. Wenn man sich Zeit nimmt, seinen Gedanken zu folgen, wird man seine Freude an einem wunderbar recherchierten, ideenreichen Buch haben!

Für „Blutmusik“ erhielt Greg Bear 1984 den Nebula und den Hugo Award – 2008 ist das Buch in der Reihe „Meisterwerke der Science-Fiction“ im Heyne-Verlag neu erschienen und wartet mit einer sehr schönen Aufmachung auf. Das Cover passt perfekt und sieht dazu klasse aus. Dazu gibt es eine hübsche Farbseite im Buch und einen ausführlichen Glossar mit den wichtigsten Begriffen – diesen sollte man sich gründlich anschauen, wenn man mit Naturwissenschaften nicht allzu viel am Hut hat. Ohne diese Basics wird das Verständnis auf der Strecke bleiben!


Fazit

„Blutmusik“ ist erschreckend schön. Gleichermaßen bizarr wie ästhetisch, ein Feuerwerk an unfassbaren Ideen. Greg Bear nimmt uns mit auf eine phantastische Reise durch Makro- und Mikrokosmos, durch Informationen und Gedanken – durch das Ich – und schafft damit einen zukunftsnahen Roman, dem die Zeit nicht viel anhaben konnte. „Blutmusik“ passt nach wie vor in unsere Zeit, vielleicht sogar besser als 1984. Ein Buch, das man gelesen haben MUSS!



Pro & Contra

+ tolle Recherchearbeit, die für Authentizität sorgt
+ extrem kreativ und ideenreich
+ grausig-ästhetisch

+ / - relativ anspruchsvoll

Wertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Rezension zu "Das Schiff"

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 05. Februar 2012
 

Kommentare  

#2 Man hält es nicht für möglich...Sebastian 2010-03-06 17:42
Wenn man liest, denkt man am Anfang auch an die Outer Limits Folge "Das Experiment" (The New Breed), sofern man sie kennt, wo es um Nanomaschinen geht. Aber ab einen gewissen Punkt wird es in dem Buch richtig "krass" und ich wäre nicht im Traum auf das gekommen, was man da präsentiert bekommt ;-)
Die Rezension verrät was man verraten darf und ich habe den Ausflug genossen und hatte dabei öfters einen WTF- und OMG-Blick. :-)
#1 Scott Siegler - InfiziertRupert Schwarz 2009-06-08 13:26
Letztes Jahr erschien ein recht ähnlicher Roman. In Scott Siegler Horror Roman Infiziert werden Menschen von außerirdischen Organismen befallen und verändert. Einiges hat mir an Blutmusik erinnert.

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren