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Phantast 18

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Alphavampir (Sandra Henke)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 29. Mai 2011

UBooks (März 2011)
Taschenbuch, 320 Seiten, 12,95 EUR
ISBN: 978-3-86608-140-6

Genre: Dark Fantasy


Klappentext

Als das Gerücht in Anchorage umgeht, dass sich ein Mann während der Mitternachtsshow einer Illusionistentruppe in einen Wolf verwandelt, geht die toughe Werwölfin Nanouk der Wahrheit nach.
Sie stößt auf den Großmagier Kristobal, der von sündhafter Schönheit ist und ein verführerisches Spiel mit ihr beginnt. Doch er ist noch gefährlicher als ein Gestaltwandler – ein Geschöpf der Nacht, dessen Existenz den Alaska-Werwölfen neu ist. Und es gibt mehr als einen Grund, weshalb Nanouk seinem Charisma nicht erliegen darf, denn Liebe kann tödlich enden. Aber der Alphavampir ist unwiderstehlich...


Rezension

Wider Erwarten beginnt der Roman mit einer heißen Szene zwischen Tala und Claw, den Protagonisten des ersten Bandes „Alphawolf“. Als die beiden erschöpft in den Kissen liegen, äußert Tala ihre Angst vor dem bevorstehenden Kampf mit Nanouk. Denn Tala ist als Neue im Rudel der Omegawolf und muss sich den rechtmäßigen Platz als Alphawölfin an Claws Seite erkämpfen. Doch eigentlich möchte sie nicht gegen Nanouk antreten, sondern lieber mit ihr befreundet sein. Auch Nanouk liegt die Aussicht auf den Rangordnungskampf schwer im Magen. Einerseits möchte sie Tala nicht den Platz an Claws Seite wegnehmen, andererseits möchte sie klarstellen, dass sie die stärkere ist und über ihr steht. Da kommt ihr die Ablenkung durch die mysteriöse Mitternachtsshow gerade recht. Dort soll sich ein Mann vor den Augen der Zuschauer in einen Wolf verwandeln – falls dem so ist, müssen die Werwölfe einschreiten, um zu verhindern, dass ihre Existenz aufgedeckt wird …

Nanouk erweist sich schnell als leidenschaftliche und starke Persönlichkeit, die allerdings echte Nähe schwer zulassen kann. Zu sehr ist sie darauf bedacht, sich um sich selbst zu kümmern. Rudelmitglieder, die sich beschützend vor sie stellen wollen, weißt sie in ihre Schranken. Schließlich könnte sie zumindest einige von ihnen in einem Zweikampf besiegen. Doch als sie in der Mitternachtsshow auf den Magier und Vampir Kristobal trifft, wird ihr wunder Punkt getroffen. Der Alphavampir fasziniert sie ungemein und sie ertappt sich dabei, immer wieder seine Nähe zu suchen. Als das Rudel mit den Vampiren in Streit über die Werwolfverwandlung gerät, möchte sie unbedingt als Vermittlerin fungieren – und erliegt dabei dem Charme des Alphavampirs. Kristobal vermag unterdessen ebenfalls die Leserschaft in seinen Bann zu ziehen. Die Geheimnisse, die er selbst vor den anderen Vampiren bewahrt, werden im Laufe des Romans regelrecht greifbar. Zudem ist seine herrische Alphaart wie schon bei Claw irgendwie auch ziemlich charmant. Trotz gelegentlichem Machogehabe spürt man auch bei Kristobal, dass ihm das Wohl seiner Leute über alles geht.

Die Erotik ist auch dieses Mal wieder tabulos, allerdings nicht ganz so animalisch wie im ersten Band. Wieder sind die Beschreibungen sehr direkt und etwas heftiger als in vielen anderen Genreromanen. Stimmung kommt dennoch auf – nur leider zieht sich oftmals schon das Vorspiel so lange hin, dass der Leser die Lust verliert und sich denkt: „jetzt kommt mal zur Sache, damit es weitergeht“. Sandra Henke baut die erotische Spannung zwar gekonnt auf, aber nach zehn bis fünfzehn Seiten bekommt das Gefühl, das sich alles wiederholt. Beim ersten Mal nimmt man es dem Alphavampir noch ab, dass er sich so stark zurücknehmen kann und nur die Lust seiner Partnerin im Sinn hat, doch im Laufe des Romans wird das ausgedehnte Vorspiel unglaubwürdig und langweilig. Vor allem fragt man sich stellenweise, warum niemand die Liebenden stört, während diese sich stundenlang in einer Requisitenkammer vergnügen und draußen die Hölle losbricht. Nichtsdestotrotz sind die Szenen gut und hemmungslos geschrieben – sie nehmen nur im Vergleich zum kriminalistischen Hintergrund zu viel Raum ein.

Die Vampire bringen die Werwölfe nämlich nicht nur mit ihrer Mitternachtsshow in Schwierigkeiten, sondern haben eine viele größere Gefahr angelockt. Ein Clan von Jägern macht Jagd auf sie und andere paranormale Wesen. Sie haben Beweise für ihre Existenz – gehen damit aber nicht an die Öffentlichkeit, sondern wollen jeden einzelnen aus dem Rudel und der Illusionistentruppe auf der Jagd töten. Notgedrungen schließen sich Werwölfe und Vampire zusammen, was jede Menge Konfliktpotential birgt. Wenn zwei Alphas aufeinander treffen, dann kracht es einfach ab und an gewaltig. Doch hier hält die Autorin bis zum Schluss einige Überraschungen parat und beweist damit, dass sie durchaus zu verblüffenden Wendungen fähig ist. Auch ihre Theorie über die Entstehung der Vampire ist originell und passt wunderbar in den Kontext der geschaffenen Welt. Wie bereits im Vorgängerroman begeistert das Setting in Anchorage – auch wenn die meisten Szenen aufgrund der Vampire nachts spielen. Doch auch die Nacht wird lebendig und detailreich beschrieben.

Ob es einen dritten Band geben wird, ist nach den Erkenntnissen des zweiten Bandes schwer vorstellbar. Wird es ein neues Alphawesen geben? Zurückkehren würde man als Leser jedenfalls gerne, da das Setting und auch die Charaktere ordentlich was hergeben. Nur ob und wie die Autorin neue Wesen einführen wird, bleibt abzuwarten. Herausragend sind die Bücher von Sandra Henke nicht, aber sie unterhalten die geneigte Leserschaft bestens. Es bleibt auch in „Alphavampir“ bis zum Schluss spannend. Mit dem düsteren Cover von Agnieszka Szuba kann man zudem ein weiteres Schmuckstück in sein Bücherregal stellen. Übrigens wird zumindest „Alphawolf“ noch dieses Jahr bei Heyne in neuem, günstigerem Gewand erscheinen.


Fazit

Auch „Alphavampir“ wartet mit leidenschaftlichen Protagonisten auf, die der Leserschaft kräftig einheizen. Hier und da übertreibt es Sandra Henke ein wenig, doch die spannende Story mit ihren überraschenden Wendungen und das düstere Setting bieten jede Menge Lesespaß.


Pro & Contra

+ Setting in Anchorage
+ leidenschaftliche Protagonisten
+ überraschende Wendungen
+ durchweg spannend
+ knisternde Erotik

o ausufernde, tabulose Bettszenen

- Fokus teilweise zu stark auf der Erotik
- teilweise etwas unglaubwürdig

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Alphawolf" (Band 1)

Rezension zu "Alphaluchs" (Band 3)

Rezension zu "Alphaherz" (Band 3.5)

Rezension zu "Alphadrache" (Band 4)

Rezension zu "Eisige Versuchung"

Interview mit Sandra Henke (Juli 2010)

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 15. Juni 2014
 

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