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Glühende Dunkelheit (Gail Carriger)
Geschrieben von Angelika
Donnerstag, der 09. Juni 2011

blanvalet (Mai 2011)
Klappenbroschur; 416 Seiten
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A]
ISBN: 978-3-442-37649-0

Genre: Dark Fantasy


Klappentext

Miss Alexia hat in Notwehr einen Vampir getötet. Nun steht sie Lord Maccon gegenüber. Dieser Werwolf ist nicht nur laut, unhöflich und der Chefermittler der Queen für übernatürliche Angelegenheiten. Er ist außerdem unglaublich attraktiv. Doch Lord Maccon weigert sich, Miss Alexia in die Ermittlungen einzubeziehen. Also beschließt sie, selbst nachzuforschen, was hinter dem Angriff auf sie steckt. Und plötzlich befindet sie sich nicht nur tief in einer Intrige gegen das Britische Empire – sie sieht auch ihr Herz durch den Alpha-Werwolf Lord Maccon bedroht ...


Rezension

Gail Carriger wurde nach eigener Aussage von einer Exil-Britin und einem unheilbaren Griesgram aufgezogen. Sie begann reichlich früh mit dem Schreiben, versucht einem amerikanischen Kleinstadtleben zu entkommen, und erlangte beinahe aus Versehen so manchen Hochschulabschluss. Ihre furiose und sehr unterhaltsame Reihe über Miss Alexia Tarabotti und deren Werwolf Lord Maccon fand bisher im Original großen Zuspruch und erobert nun, durch das Erscheinen des ersten Bandes „Glühende Dunkelheit“, sicherlich auch die deutsprachigen Leserschaft im Sturm. Die Fortsetzung, "Brennende Finsternis", wird im Juli erscheinen.

>> Mrs Loontwill war nicht länger hysterisch. Stattdessen trat ein stählernes Funkeln in ihre blassblauen Augen. Ein Funkeln, das Lord Maccon dazu veranlasste, sich zu fragen, von welcher Seite Alexia ihre unerbittliche Persönlichkeit geerbt hatte. Bis zu diesem Augenblick hatte er den verstorbenen italienischen Vater dafür verantwortlich gemacht. Auf einmal war er sich da nicht mehr so sicher. <<

Es ist schon verdammt unverschämt, wenn ein Vampir zubeißen will, ohne sich ordentlich vorzustellen. Wenn er keinen Ton hervorbringt und sich von höflichen, standesgemäßen Bitten kaum beeindrucken lässt. Für Alexia ein Ärgernis sondergleichen, das ihr keine andere Wahl lässt, als ihren treuen Freund und Beschützer zu Rate zu ziehen: ihren Schirm. Beherzt geschwungen war das Unglück auch schon passiert und der ungehobelte Vampir tot zu Boden gefallen. Seit dem ist nichts mehr so, wie es eigentlich sein soll. Ein wachsgesichtiger Mann versucht sie erst zu entführen, dann zu ermorden und als wäre dieses Übel nicht schon unangenehm genug, muss auch noch Lord Maccon Alexias Leben um eine Schwierigkeit anderer Art bereichern: denn ausgerechnet der äußerst ansehnliche Earl erweckt Gefühle in ihr obwohl er eigentlich unverschämt und unhöflich ist, sowie weit über ihrem Stand ...

Die Neigung sich einmal köstlich amüsieren zu lassen verspürt jeder Leser ab und an. Viele düstere Geschichten haben das Dark Fantasy Genre in den letzten Monaten (manche mehr, andere weniger) bereichert, doch im direkten Vergleich sahen es nur wenige darauf ab, die Lachmuskeln des geneigten Lesers zu erfreuen. Gail Carriger jedoch gelingt dieser amüsante Drahtseilakt ganz wunderbar, ohne die essentiellen und derzeit trendigen Themen zu umgehen oder gar ins Lächerliche zu ziehen. Sie erzählt von Vampiren, Werwölfen und einer typischen Intrige: die Vernichtung dieser so überaus anständigen und wunderbaren Gesellschaft. Eine, die hier noch in der Vergangenheit lebt. Ein jüngeres London; geprägt von Sonnenschirmen, kleinen Hütchen, hohen Zylindern, kleidsamen Kleidern und Kutschen sowie sonnengewärmten Pflastersteinen. Man atmet förmlich die Atmosphäre dieser Zeit, hört das gesellige Gezeter des Adels und begleitet Miss Tarabotti durch den Alltag. Einen, der sie selbst eher zu langweilen versteht; trotz ihrer manchmal emotionslos anmutenden Seelenlosigkeit. Denn Alexia lebt und liebt völlig ohne diesem edlen Etwas. Eine Tatsache, die am besten niemand wissen soll, denn Wesen ihrer Art sind selten und bilden zumeist einen ungern gesehenen Ausgleich zum Übernatürlichen; zu Kreaturen solcher Art wie Lord Maccon, der sich seinerseits über viel zu viel Seele erfreut. Denn der schöne, ruppige Lord ist ein Werwolf. Er lebt im und für das Rudel; die beißwütigen Vampire hingegen hausen zurückgezogen.

Und freilich sehen gerade die Blutsauger der feineren Kreise es weniger gern, wenn eine Seelenlose ihresgleichen entgültig ins Grab verbannt. Für sie ist die äußerst energische Miss Tarabotti eine Bedrohung und so möchte Lord Maccon, obwohl er das freche Ding kaum leiden kann, ihr beistehen und sich auch in anderen Belangen für sie verantwortlich fühlen. Gail Carriger umschreibt den edlen Alpha einnehmend und schnell fühlt man mit ihm und lächelt über seine Neigungen, die junge Miss einmal anziehend und dann wieder abstoßend zu finden. Ihre große Nase stört ihn nicht, ganz anders jedoch ihr manchmal wenig damenhaftes Benehmen. Dennoch kommt er nicht von ihr los. Eine Alpha für den Alpha, so weiß es sein Beta auszudrücken, den man ebenso schnell ins Herz schließen muss wie die restlichen Charaktere. Da wäre unter anderem Alexias Freundin, die gern kleine, wenig geschmackvolle Hüte sammelt, oder aber auch der übertriebene Vampir Lord Akeldama, der sich mit großer Vorliebe überaus hochgestochen artikuliert. Sie alle bilden eine wunderbar unterhaltsame Symphonie, die den Schwerpunkt dieses Romans beansprucht, der weit weniger mit Handlung beeindrucken kann. Diese bietet nämlich kaum etwas Neues, doch daran stört sich der geneigte Leser nicht. Alles was nötig ist wird präsentiert, um die Charaktere möglichst vorteilhaft zur Geltung zu bringen und mit dieser Strategie trifft die Autorin einen wahren Nerv. Unterhaltsam, ein bisschen schrill, immer wieder überzogen und furchtbar witzig präsentiert Gail Carriger mit diesem ersten Band eine Geschichte, die sich zwar mancher Schubladen bedient, jedoch kaum eintönig, dafür jedoch sehr besonders wirkt. Außergewöhnlich vor allem in Sachen Romantik, denn hier wird der Leser durch Alexias munteres und auch sarkastisches Wesen erfrischt. Als einziger Wermutstropfen bleibt das Gefühl, dass dieser wundervolle Roman im Original höchst wahrscheinlich noch besser ist; die vorhanden Sprüche und Pointen bestimmt noch lustiger.

Miss Tarabottis Augen, die sich mittlerweile gänzlich auf das schwach erleuchtete Innere des Raumes eingestellt hatten, bot sich seine nackte Frontalansicht. Die Zeichnungen in den Büchern ihres Papas waren sehr zurückhaltend, wurde ihr bewusst. „Wirklich, wir müssen uns über deine alberne Einstellung unterhalten“, meinte er schließtlich mit einem Seufzen.
„Welche Einstellung?“, krächzte sie, während sie ihn mit großen Augen anstarrte.
„Dass du mich nicht heiraten willst.“

(Seite 340)


Fazit

Glühende Dunkelheit von Gail Carriger ist ein wahres Feuerwerk verschiedener Genre-Mischungen. Geschmackvoller Humor trifft Sarkasmus, paranormale Fantasy, Steampunk und eine Schar wunderbarer Charaktere, die es dem Leser unmöglich machen diesen Roman nicht zu lieben. Mit (wortwörtlich) verdammt viel Schirm, Charme und Sonderbarkeiten beweist sich diese Autorin als wahrer Glückswurf des Genres und wird mit Sicherheit noch viel von sich hören lassen!


Pro und Kontra

+ liebeswerte Protagonisten
+ lockerer & flüssiger Stil
+ nette Liebesgeschichte
+ wunderbare Atmosphäre
+ köstlich amüsant sowie sarkastisch

o wenig erotisch

- Grundhandlung zu simpel
- Übersetzung nicht völlig überzeugend

Bewertung:

Handlung: 3,5 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 5 / 5
Preis/Leistung: 4,5 / 5


Interview mit Gail Carriger (Februar 2012)

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 31. Oktober 2015
 

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