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Der Weg der Könige (Brandon Sanderson)
Geschrieben von Angelika
Sonntag, der 24. Juli 2011

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Heyne (April 2011)
Hardcover, 896 Seiten,
ISBN: 978-3-453-26717-6
€ 21,99 [D] | € 22,70 [A]

Genre: Fantasy

 


Klappentext

Dies ist die Geschichte von Dalinar, Heerführer von Alethkar und Bruder des ermordeten Königs. Seit dem Tod des Königs sind die Fürsten des mächtigsten Reiches von Roschar zerstritten, und der Krieg mit dem Barbarenvolk im Osten zieht sich länger hin als erwartet. Dabei trägt Fürst Dalinar nicht nur schwer an dem Vermächtnis seines toten Bruders, sondern auch an den unheimlichen Visionen, die ihn des Nachts überfallen: Visionen aus einem vergangenen Zeitalter, als die Völker von Roschar vereint waren, als die Menschen noch Seite an Seite mit den Göttern kämpften und die magischen Schwerter dem Schutz des Lebens dienten. Visionen, die in Fürst Dalinar nicht nur eine neue Hoffnung auf Einheit unter den Menschen wecken, sondern auch eine tiefe Furcht. Denn noch weiß keiner, welches Schicksal die Zukunft von Roschar für all jene bereithält, die das Rätsel der Vergangenheit lösen können . . .


Rezension

Brandon Sanderson verfasste schon in seiner Schulzeit phantastische Geschichten, studierte unter anderem deshalb englische Literatur und unterrichtet nun Kreatives Schreiben. Bekannt geworden durch seinen Debütroman „Elantris“, begeisterte der in Utah lebende Autor spätestens durch die Jugendbuchreihe „Alcatraz“, die „Kinder des Nebels“-Trilogie (sehr empfehlenswert) oder durch seinen bravourös gelungen Einzelroman „Sturmklänge“. Mit „Der Weg der Könige“ erscheint nun der erste Teil seines neuen Reihenauftakts der Stormlight Chronicles. Ein Roman voller neuer Wesen, wundersamer Fantasy und ausgesprochen erdiger Ideen.

>> Die Baracken standen an der westlichen und nördlichen Seite des Platzes. Die von Brücke Vier befand sich etwas abseits von den anderen, als sei Pech eine ansteckende Krankheit. Ansteckung durch Nähe, wie Kaladins Vater gesagt hätte. „Wir existieren, um getötet zu werden“, bemerkte Kaladin. Er blinzelte und blickte auf die wenigen anderen Gefährten von Brücke Vier, die teilnahmslos im Regen saßen. "Falls wir nicht schon tot sind." <<

Von ausgesprochen kämpferischer Natur sind sie, die Menschen von Roschar. Sie bemühen sich kaum um Frieden in den eigenen Reihen, führen immer wieder kleinere Kriege, bis einer bestimmter König sie einte – Dalinars Bruder, ein Mann des alten Kodex. Doch dieser großartige Herrscher ist nun tot; einen Sohn zurücklassend, der die hinterlassene Lücke seines Vaters nicht zu füllen versteht, sowie sein so geliebtes Volk und Dalinar selbst, dessen Gewissenbisse ihn ebenso plagen wie seine unzähligen Alpträume. Versucht, das Erbe seines Bruders zu bewahren, muss Dalinar feststellen, dass nichts schwerer zu ertragen ist als die eigenen, unerträglichen Zweifel an sich selbst.

Während Dalinar bemüht ist, einen Mordversuch an seinem Neffen aufzuklären, kämpft der Sklave Kaladin ums nackte Überleben. Einst wagte er zu hoffen, im Dienst der Armee zu stehen, nun trägt er mit anderen Todgeweihten die Last der mobilen Brücke Nummer Vier. Sie wird sein Leben kosten, irgendwann. Kaladins Schicksal scheint besiegelt. Doch bald gibt es Wichtigeres als den nahenden Tod und auch Schallan, eine junge Adelige, muss schlussendlich ihr Leben riskieren. Wenn auch auf andere Art. Nach dem Verlust ihres Vaters liegt es an ihr, den Besitz und Ruf ihrer Familie zu retten.

Brandon Sanderson ist einfach ein Meister seines Faches. Nichts Geringeres. In Nebraska geboren und schon früh kreativ gewesen, wusste er viele beachtliche Geschichten hervorzubringen - Leistungen, die sich schon nach seinem gelungenen, phantasievollen Debüt „Elantris“ erwarten ließen. Doch der mit kleinen Mängeln behaftete Beginn seiner Karriere liegt inzwischen weit zurück. Denn auch und besonders dieses Mal, veredelt durch farbenfrohe Karten und so manche Zeichnung aufwertend geschmückt, stand einmal mehr die Kaufwut unzähliger Fans außer Frage. Vollkommen zu Recht – Brandon Sanderson hat eine neue Welt erschaffen. Eine Welt, mit alten Problemen in einzigartigem Gewand. Eine, die es zu lesen lohnt: Verdorrte Ebenen mit tiefen Schluchten, riesige krebsartige Tiere mit Herzen aus Edelstein, aber auch die Feinde Roschars selbst bestechten durch Individualität ebenso wie magische Artefakte. Hier sind es Rüstungen und Schwerter, die ihren Besitzern ungeahnte Kräfte verleihen. Sie sind selten; die verschiedenen Völker sind im Streit um die Splitter entbrannt. Doch nicht nur deshalb ist der Osten des Landes im Chaos eines Krieges versunken. Nein, auch der Tod des Königs muss gerächt werden. Warum er ermordet wurde, gerade zu dieser Zeit, bleibt jedoch ein Rätsel. Eines von vielen, das sich noch nicht annähernd beantworten lässt. Dazu sind die einzelnen Handlungen zu wenig vorangeschritten, ein roter Faden in den Zwischenspielen ebenso nicht erkennbar. Alles scheint möglich und dieses Gefühl lässt den Leser etwas in der Luft hängen, der nach neunhundert Seiten zumindest schon wissen möchte, welche Richtung eingeschlagen wird. „Der Weg der Könige“ übt sich jedoch in vornehmer Zurückhaltung. Kein Wunder, ist dieser deutschsprachige Roman doch erst der erste Teil des ersten, seitenstarken Originalromans. „Der Pfad der Winde“ soll die Geschichte an dieser Stelle fortführen und das begonnene Kapitel der Stormlight-Reihe zu Ende bringen. Bis dahin, genau genommen bis August 2011, gilt es abzuwarten, um endlich mehr auf weiteren siebenhundert Seiten zu erfahren.

Lassen sich die teilweise genialen Hintergrundideen auch Zeit, besonders zum Ende hin mit so manchen Längen, so unterhalten die Charaktere genauso, wie sie sollen. Fürst Dalinar ist ein älterer Mann, den man respektieren kann und der durch seine Visionen Besonderheiten mit sich bringt, die man einem solch starken Protagonisten nur wünschen kann. Er bietet einen guten Kontrast zu Kaladin, der den Leser sehr zu berühren versteht. Jung, einst aufstrebend, und nun ganz unten angekommen – Kaladins innere Wandlung ist die bemerkenswerteste und vollzieht sich in vielfältigen Schritten. Zwischen Leben und Tod erinnert er entfernt an Raoden, ausElantris, während die Dame Davar mit ihren politischen Problemen an Sarene denken lässt. Das ist ein bisschen schade, doch ist es deshalb noch lange nicht uninteressant, beide zu verfolgen. Abwechslung findet man in kurzen, spannenden Einzelpassagen zu gänzlich fremden Personen. Sie zeigen, was sonst noch machbar wäre (vielleicht noch möglich wird) in dieser Welt, hinterlassen etwas Wehmut. Wehmut nach mehr, um die Genialität endlich besser greifen zu können, die noch ein bisschen verhalten auf sich warten lässt. Denn nichts anderes erwartet und wünscht man sich nach allem Vorangegangenen, auch wenn dieser Roman durchaus gut (anspruchsvoller als vieles in diesem Genre) zu unterhalten versteht.


Fazit

„Der Weg der Könige“ ist nur ein Teil eines Reihenauftakts und diese Tatsache merkt man dem Inhalt an. Cover, Charaktere und auch die tolle Übersetzung verlocken – nicht zu Unrecht! Brandon Sanderson ist immer noch einer der ganz Großen und bietet einzigartige Ideen, gepaart mit wunderbaren Protagonisten. Das Zugreifen lohnt sich auch zu diesem Preis und die Fortsetzung wird, so lässt sich zuversichtlich hoffen, auch noch die letzten Fünkchen Begeisterung mit sich bringen.


Pro und Kontra

+ wunderbare, einzigartige Ideen
+ bemerkenswerte Fantasy
+ voller epischer Details
+ einfach "Sanderson"
+ wunderbares Hardcover
+ farbig ausgemalte Welt
+ tolle Protagonisten
+ angenehmer Stil

o "Part 1" (noch) nicht vollständig überzeugend

- Längen zum Ende hin
- Richtung noch nicht greifbar

Wertung: alt

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 4 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 5 / 5


Interview mit Brandon Sanderson (deutsch / englisch)
Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 28. April 2013
 

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