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Begraben unter Gänseblümchen (Mirjam Dreer)
Geschrieben von Jessica
Montag, der 29. August 2011

Unsichtbar-Verlag, 1. Auflage August 2011
Taschenbuch, 160 Seiten
Preis 9,99 € (D)
ISBN: 978-3-94292-002-5

Genre: Anti-Pop


Klappentext:

Schöngeredet wurde die Liebe schon oft genug. Doch damit ist jetzt Schluss. In ihrem zweiten Roman räumt Mirjam Dreer mit allem auf, was an Rosa-Plüsch-Zuckerwatte erinnert. Egal, ob man mit jemandem schläft, der es sowieso niemals ernst mit einem meinen wird, ob Herzen - im wahrsten Sinne des Wortes - brechen oder ob man erst erkennt, wie wichtig jemand ist, wenn er nicht mehr da ist, hier darf nach Herzenslust gelitten werden. Denn manchmal ist love eben doch nicht alles, what we need, sondern alles, what we begraben können. Wenn's sein muss, auch unter Gänseblümchen.


Rezension:

Knapp zweieinhalb Jahre nach ihrem Debüt Kleinstadtschlampe wagt sich Mirjam Dreer zurück an den Schreibtisch und in die Bücherregale - dieses Mal weniger mit einem zusammenhängenden und erzählenden Roman als vielmehr mit einer Art Liebesgeschichten-Sammlung, in der auch ihre bekannte Protagonistin Mia einen wohlverdienten Platz findet. Liebesgeschichten, die ganz anders sind als die, die man bisher gelesen hat und die man erwarten würde. Denn die Protagonisten in Begraben unter Gänseblümchen erleben nicht etwa die himmelhochjauchzende und rosafarbene-Brille-tragende Liebe, für sie trägt die Liebe eher eine noch dunklere Farbe als Schwarz und klingt nach einer Säge, die sich nicht nur in eine Metallplatte, sondern auch über den Gehörgang ins Hirn frisst. Verschiedene Sichten auf ein und das selbe Gefühl, das zur Abwechslung mal nicht schmalzig und glücklich endet, sondern dort anfängt und weitermacht, wo andere Autoren sich nicht so richtig rantrauen: Beim Schmerz, der bleibt und gegen den rein gar nichts hilft.

Bewundernswerterweise fehlt dem Leser jedoch das Himmelblau, das man aus Liebesgeschichten normalerweise kennt, so gar nicht. Gegenteilig geht er in dem Schmerz, den die Charaktere unglaublich gut transportieren, nahezu auf - logisch, denn (fast) jeder war schon mal unglücklich verliebt, musste eine geliebte Person gehen lassen, fand sich selbst am Boden zerstört wieder und war felsenfest davon überzeugt, sich nie, nie, nie wieder verlieben zu können. Und zu wollen, denn wer setzt sich dieser Qual schon freiwillig aus? Doch die Autorin versteht es mit ihren Geschichten vorzüglich, auch diesen Schmerz als etwas Positives zu verkaufen, denn nichts im Leben ist so rein und bitter, nichts so wiederkehrend und achterbahngleich wie das ständige Auf und Ab in der Liebe. Und während die armen, von der Liebe gebeutelten Charaktere vor sich hinleiden, bleibt dem Leser zwischendurch immer wieder Zeit und Luft zum Darüber-Nachdenken. Erinnerungen können genossen werden, auch negative, denn man hat das Liebes-Tal ja überstanden und ist längst drüber weg. Oder?

Vieles von dem, was Mirjam Dreer in Begraben unter Gänseblümchen verarbeitet, ist dem Leser keine Neuheit, sondern altbekannt. Genau das macht dieses Zusammenspiel aus einzelnen Fragmenten zu einem intensiven und gefühlsechten Leseerlebnis. Ohne große Verschleierung oder aufwändige Phantasiegebilde, einfach und direkt an der harten Realität des Lebens und so wundervoll nachvollziehbar für jeden einzelnen Menschen, der schon einmal geliebt hat und dessen Liebe zerbrach. Ein Ratgeber ist Dreers zweites Buch jedoch in keinem Fall, möglicherweise hilft es nicht mal besonders bei Liebeskummer. Es zeigt die Liebe einfach so, wie sie wirklich ist, ohne ein tatsächlich schlechtes Bild von ihr zu zeichnen. Erfrischend ehrlich und gerade dadurch eine sehr willkommene Abwechslung – eben der etwas andere Liebesroman für all jene, denen die Standard-Schmonzetten inzwischen aus den Ohren kommen.


Fazit:

Die Liebe von ihrer schlimmsten Seite, ohne verdrehte HappyEnds oder unrealistische Schmachtfetzen. Klar und deutlich am echten Leben definiert werden in Begraben unter Gänseblümchen kleine Geschichten zu einem großen Geflecht, das das angeblich schönste Gefühl der Welt in seinen hässlichsten Kleidern zeigt - Mirjam Dreer offenbart ihren Lesern eine nicht unbekannte, aber oft und gerne vertuschte (An)Sicht der Dinge.


Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


Zur Rezension von "Kleinstadtschlampe"

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 29. August 2011
 

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