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Rubinroter Schatten (Jeaniene Frost)
Geschrieben von Angelika
Mittwoch, der 14. September 2011

Penhaligon (August 2011)
Paperback, Broschur, 400 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3087-7
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A]

Genre: Dark Fantasy


Klappentext

Das Leben von Kira Graceling liegt in den Händen eines Vampirs. Doch Mencheres ist seiner untoten Existenz müde. Wenn Kira nicht sterben will, muss sie seinen Lebenswillen wiedererwecken. Oder hat Mencheres mit ihr längst etwas gefunden, wofür es sich zu kämpfen lohnt?


Rezension

Jeaniene Frost lebt in Florida und weiß sich für einen blassen Teint, schwarze Kleidung und lange Spaziergänge auf alten Friedhöfen zu begeistern. Mit ihrer Night Huntress-Serie avancierte sie in kurzer Zeit zum Shooting Star der Dark Fantasy und verzauberte eine Vielzahl von Lesern mit ihrem gelungenen Reihenauftakt Blutrote Küsse. Mit „Rubinroter Schatten“ präsentiert sie nun einen zweiten Spin-Off-Roman, der sich losgelöst von der inzwischen sechsbändigen Reihe lesen lässt.

>> Keuchend stieß Kira den Atem aus, als Mencheres mit ihr auf dem Parkplatz landete. Es dauerte einen Augenblick, bis sie ihre zittrigen Beine wieder so weit unter Kontrolle hatte, dass sie ihn loslassen konnte. Die Lichter des Krankenhauses ganz in der Nähe gabe ihr die Kraft, auf sie zuzusteuern. <<

Kira Graceling führt ein bescheidenes Leben mit dem großen Traum, einmal Leben zu retten. Als Detektivin bemüht sie sich, Gewalttaten fern zu bleiben und nur im Notfall zu ihrer Waffe zu greifen, doch als sie eines Abends in einem heruntergekommenen Lagerhaus drei Männer sieht, die einen anderen scheinbar ausbluten lassen wollen, bleibt ihr nichts anderes übrig. Die Entscheidung, den Unbekannten zu retten, verändert damit nicht nur ihr Leben, sondern auch das von Mencheres. Denn Mencheres ist ein Meistervampir. Einer, der sich an seinem Dasein nicht mehr berauschen kann und beschlossen hatte, sich und all seine Macht aufzugeben. Doch für Kira muss er warten. Für ihre Sicherheit und die des Klans. Denn als potenzielle Zeugin darf er sie nicht gehen lassen, nicht bevor sie ihr Gedächtnis verliert. Erinnerungen, die bald darauf zu schön sind, um einfach gelöscht zu werden …

Als zweites Spin-Off gliedert sich „Rubinroter Schatten“ nahezu nahtlos in Jeaniene Frosts Reihe ein und sollte optimal, um die chronologische Reihenfolge möglichst auszukosten, vor dem sechsten Roman „Dunkle Sehnsucht“ gelesen werden. Schnell ist man wieder mitten im Geschehen und stellt fest, sich für die Geschichte zwar begeistern zu können, aber schon zu viel Ähnliches gelesen zu haben. Bestimmt kein Phänomen im Dark Fantasy Genre, das oftmals gleichklingende Geschichten immer neu verpackt. Doch hier fehlt es vorerst an Charme und schlussendlich auch an Tiefgründigkeit, um aus der Masse hervorzustechen. Dazu ist die Protagonistin Kira (aufgeweckt und stolz) einfach zu gewöhnlich und kann sich kaum mit reflektierenden Eigenheiten beweisen, die dem Leser mehr entlocken, als ein bisschen Sympathie. Etwas besser gelungen erweist sich hingegen Mencheres, den man schon in vorangegangenen Night Huntress Bänden kennen- sowie mögen gelernt hat. Als über viertausend Jahre alter, lebensmüder Vampir überzeugt er von seinen Nöten, bittet um Beistand bei Freunden, um sich gegen seinen Rivalen zu wehren, und wird schließlich dazu genötigt, Kira gegen ihren Willen in ein neues Schicksal zu zwingen. Sein innerer Zwiespalt berührt, die Rachegedanken überzeugen, dennoch wird die Verletzlichkeit des Protagonisten nie voll ausgeschöpft. Und mitunter an solchen emotionalen Schwachstellen, sowie an mangelnder Ausführlichkeit, scheitern weitere Teilbereiche des Romans. Fast wirkt es, als sei Jeaniene Frost zu oberflächlich geworden, ihrer Leidenschaft beraubt. Gut gelungen sind hingegen Spannungsbogen sowie sprachliche Höhepunkte, obwohl die Handlung beinahe zu jeder Zeit vorhersehbar bleibt. Rasch gleitet man durch den immer wieder etwas zu seichten Text und freundet sich schlussendlich mit den Protagonisten, der abwechselnden Erzählweise sowie dem Handlungsverlauf an. Hervorstechend sind, durch Mencheres Abstammung, die sich abwechselnden Umgebungen geworden: erst kleinere Villen, dunkle Kanäle, Chicago selbst und schlussendlich auch Tempel, Dschungel sowie effektvolle Namen. Ob der berühmte Fährmann Mahaf, Vlad Dracula persönlich oder ägyptische Pharaonen – Jeaniene Frost lässt keine Gelegenheit aus, ihre eher mittelmäßige Story aufzuwerten und überwindet die letzten Zweifel des Lesers durch ihren flüssig zu lesenden Stil und witzige Wortgefechte.

Auch an prickelnder Erotik wird nicht gespart. Mencheres und Kira passen gut zueinander. Man wünscht beiden schlussendlich nur das Beste, verfolgt ihren endgültigen Kampf gegen den altägyptischen Feind und bemerkt einmal mehr Jeanienes Fabel für die „Guten“ und ihre Abneigung gegenüber den dunkleren Nachtgestalten der Unterwelt. Zu sehr haben diese Muster sie schon im Griff und rauben damit Hoffnung auf Abwechslung. Eine, die beispielsweise Kresley Cole immer wieder sehr erfrischend zu bieten versteht, ohne mit den bewährten Mustern des Genres zu brechen. Eine ähnlich eigenständige Ideenvielfalt wünscht man sich, nach insgesamt sechs Romanen, auch hier. „Rubinroter Schatten“ überzeugt nach „Nachtjägerin“ trotzdem als Spin-Off, denn für ein Zwischengeplänkel solcher Art genügt das Vorhandene. Eingeschworene Fans werden jubeln und eventuellen Quereinsteiger bietet sich hier zum zweiten Mal die Möglichkeit, sich auf die Geschichten einer Autorin einzulassen, die zwar nicht zu ihrer alten Größe finden, dennoch aber mit guter Unterhaltung punkten kann.


Fazit

Mit „Rubinroter Schatten“ entführt Jeaniene Frost ihre Leser in eine in sich abgeschlossene Geschichte, mit unterschiedlichen Ecken und Kanten. Ein bisschen schade ist es, um so viel ungenutztes Potenzial, dennoch fühlt man sich bis zum Ende mittelprächtig bis gut unterhalten und freut sich über ein weiteres Schmuckstück im Regal.


Pro und Kontra

+ ohne Längen & spannend geschrieben
+ auch ohne Vorwissen zu lesen
+ Wiedersehen mit vielen Nebencharakteren
+ nette Unterhaltung für Zwischendurch

- wenige Details & wenig Hintergrund
- kaum innovativ
- zu seicht geschrieben

Bewertung:

Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3 / 5
Lesespaß: 3,5 / 5
Preis/Leistung: 3,5 / 5



Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 23. September 2011
 

Kommentare  

#2 JA zu NeuemAngelika 2011-09-23 10:35
Hallo Tanya,

du sprichst mir aus der Seele. Etwas Neues, oder zumindest ein zweites Projekt würde glaub ich sehr gut tun, wobei ihr Erfolg ja immer noch ungebrochen ist. Es gibt eben genug Leser, die trotzdem noch zufrieden sind. Solang das bleibt und sich Geld machen lässt, wird Frau Frost wohl derweilen genau da bleiben wo sie ist. Literarisch.

Liebe Grüße,
Angelika
#1 Rubinroter SchattenTanya 2011-09-16 20:12
Also ich fand den Roman wieder viel besser als die letzten Romane von Jeaniene Frost. Ich habe Blutrote Küsse und Kuss der Nacht geliebt aber danach wurde es leider schlechter :sad:(

Nachtjägerin fand ich dagegen wieder richtig gut und auch Rubinroter Schatten gefiel mir total! Vielleicht sollte Jeaniene Frost wieder etwas ganz neues schreiben.

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