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Das Buch ohne Gnade (Anonymus)
Geschrieben von Judith
Sonntag, der 23. Oktober 2011

Bastei Lübbe (Juni 2011)
Paperback, 429 Seiten, 16,99 EUR
ISBN: 978-3-7857-6048-2

Genre: Horror / Splatter


Klappentext

Ein Hotel irgendwo in der Wüste. Etwas Großes steht bevor: Abgehalfterte Barkeeper, schizophrene Musiker und eine Handvoll Zombies machen sich auf den Weg zu dem Rock-Festival, das unter dem Motto "Back from the Dead" steht. Die Teilnehmer sollen längst verstorbene Stars imitieren. Keiner von ihnen ahnt, dass sie dem Tod näher sind, als ihnen lieb ist. Denn ein weiterer Gast steht auf der Liste: ein wahnsinniger Killer namens Bourbon Kid …


Rezension

Nach der Lektüre von „Das Buch ohne Staben“ hat man sich gefragt, wie und vor allem ob es mit dem Bourbon Kid und seiner Mordserie weitergeht. Mit „Das Buch ohne Gnade“ hat der anonyme Autor das Problem recht geschickt gelöst, denn hier geht es eben nicht weiter, sondern zurück in die Vergangenheit. Der Bourbon Kid ist erst seit zehn Jahren als Killer unterwegs und verbringt Halloween im Hotel Pasadena, wo der Back-from-the-Dead-Gesangswettbewerb stattfindet. Auch der feige Barbesitzer Sanchez ist dank eines Reisegewinns zugegen, ebenso wie der Profikiller Elvis, der am Wettbewerb teilnimmt. Was er nicht weiß: die fünf Finalisten stehen längst fest – der komplette Wettbewerb ist ein Fake. Doch als einer dieser Finalisten seine Konkurrenten töten lassen will, werden die Karten neu gemischt …

Zunächst ist man ein wenig enttäuscht, dass das Buch nicht in Santa Mondega spielt und vor allem die Story nicht weiterführt. Zurückblickend muss man jedoch sagen, dass die Story relativ abgeschlossen war und eine Vorgeschichte zu „Das Buch ohne Namen“ und „Das Buch ohne Staben“ einige Möglichkeiten für den anonymen Autor eröffnet. Der Bourbon Kid erhält endlich mehr Auftritte als in den vergangenen Romanen und der Leser kann geliebte Charaktere aus dem ersten Buch näher kennenlernen. Elvis kam damals einfach verdammt gut an und im Kontext von „Das Buch ohne Gnade“ muss er einfach seinen Auftritt bekommen. Hinzu kommen neue skurrile Charaktere, die entweder zu den hartgesottenen Kerlen gehören oder feige Opportunisten wie Sanchez sind. Als weitere Spezies gibt es jene unbedeutenden Nebencharaktere, die klug genug sind, dem Bourbon Kid nicht dumm zu kommen oder ihm ohne Aufforderung ein volles Glas Bourbon einschenken. Andere sind allerdings dumm genug – den Rest kann man sich denken. Und letztlich wären da noch die Teilnehmer des Wettbewerbs, die allesamt so übertrieben klischeehaft sind, dass man nur darüber schmunzeln kann.

Nach leichter Skepsis zu Beginn des Romans kann man sagen, dass „Das Buch ohne Gnade“ nahezu alles richtig macht. Das neue Setting kommt mit frischen Ideen daher, die im Detail erst originell werden. Dieses Mal geht es nicht um Vampire, sondern um Zombies und einen Vertrag mit dem Teufel höchstpersönlich. Dazu lernt man die sentimentale Seite des Bourbon Kid näher erkennen und erlebt, dass es wirklich Menschen gibt, die er nicht töten kann. Zudem leidet er ein wenig unter Munitionsmangel, was ihn allerdings nicht vom Morden abhält. Der Back-from-the-Dead-Wettbewerb entpuppt sich als der Prototyp aller Castingshows inklusive arrogantem Jurypräsidenten und hirnlosen Barbiepuppen zur Deko und wird vom anonymen Autor samt Jury und seinen Teilnehmern durch den Dreck gezogen. Trotzdem werden ihr Lampenfieber und ihre Beweggründe für die Teilnahme recht einfühlsam geschildert. Und so fühlt man letztlich mit Charakteren mit, die man weder als sonderlich sympathisch bezeichnen noch irgendwie aufrichtig mögen kann. Wirklich mögen tut man eigentlich nur den Bourbon Kid – weil er verdammt cool ist. Und vielleicht noch Elvis, weil er ebenfalls cool ist.

Kritikpunkte gibt es wieder einmal nur wenige, aber wenn man es genau nimmt, müssten die Vorgängerromane in der nahen Zukunft spielen. Denn in „Das Buch ohne Gnade“ wird auf reale Ereignisse Bezug genommen, die sich nach dem Ersterscheinen von „Das Buch ohne Namen“ ereigneten. Da der anonyme Autor aber auf genaue Zeitangaben verzichtet hat, fällt es einfach nur auf. Etwas störend dagegen ist der Wechsel des Übersetzers, der offenbar nicht in die anderen Romane reingeschaut hat. So stechen dem Kenner kleine Details ins Auge, die mit den anderen Büchern einfach nicht stimmig sind. Im Gesamten ist die Übersetzung allerdings gelungen. Nach einem rasanten Einstieg weist der Roman kleine Längen auf, die ein wenig den bitterbösen Humor vermissen lassen. Dazu sollte gesagt werden, dass das Hotel Pasadena eigentlich ein sehr schickes und luxuriöses Etablissement ist, das anfangs auch sehr anständig daherkommt. Doch ein Blick hinter die Kulissen offenbart dunkelste Abgründe und die Ankunft der Killer im Hotel sorgt für mächtigen Wirbel. Und sehr bald schon wird der Humor wieder tiefschwarz.

„Das Buch ohne Gnade“ lässt sich als Vorgeschichte übrigens sehr gut lesen ohne die Vorgängerromane zu kennen. Man hat dabei sogar den Vorteil, dass man nicht sicher weiß, er überleben muss. Wer „Das Buch ohne Namen“ kennt, weiß einfach, wer aus der seltsamen Geschichte einigermaßen heil rauskommt – die Frage bleibt dann lediglich, wie derjenige seinen Kopf aus der Schlinge zieht. Trotzdem bietet auch „Das Buch ohne Gnade“ ausreichend Spannung, zum einen durch die neuen Charaktere, die am Abgrund des Todes wandeln, sowie durch raffinierte Wendungen, die der anonyme Autor einfach meisterhaft beherrscht. Wieder bleibt reichlich Raum für den Leser, seine eigenen Theorien zu entwickeln – die meisten davon werden jedoch sehr bald glaubhaft auf den Kopf gestellt. Der Roman wirkt wie gedankenlos heruntergeschrieben, offenbart jedoch immer wieder, wie extrem gut jedes Kapitel durchdacht wurde. Kleinigkeiten, die einem während dem Lesen kaum auffallen, werden am Ende zum entscheidenden Detail.


Fazit

„Das Buch ohne Gnade“ deckt die zwielichtigen Machenschaften einer Castingshow gnadenlos auf und führt sie ad absurdum. Das neue Setting glänzt mit kreativen Einfällen, die Spannung bis zur letzten Seite garantieren. Raffinierte Wendungen runden den wahnsinnigen Lesespaß ab – allerdings sollte man einem bitterbösen Humor etwas abgewinnen können. Wenn man es kann, wird man diesen Roman lieben!


Pro & Contra

+ endlich mehr Auftritte des Bourbon Kid
+ originelle Ideen und derbe Dialoge
+ neues Setting mit frischen Ideen
+ Wiedersehen mit alten Charakteren
+ voll tiefschwarzem Humor
+ raffinierte Wendungen
+ Spannung bis zur letzten Seite

o relativ viel sinnlose Gewalt

- kleine Unstimmigkeiten in der Übersetzung

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu "Das Buch ohne Namen"

Rezension zu "Das Buch ohne Staben"

Rezension zu "Das Buch des Todes"

Rezension zu "Psycho Killer"

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 28. Januar 2015
 

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