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Das Hotel (Jack Kilborn)
Geschrieben von Maria
Sonntag, der 22. Januar 2012

Verlag: Heyne (Dezember 2011)
Taschenbuch: 384 Seiten, € 8,99
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Endurance
ISBN-13: 978-3453528833

Genre: Splatter-Horror


Klappentext

Willkommen im Hotel des Grauens!
Einladend wirkt das Rushmore Inn zwar nicht gerade, aber der Profisportlerin Maria bleibt nichts anderes übrig, als sich dort ein Zimmer zu nehmen. Als ihr klar wird, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, ist es schon zu spät – denn aus dem Rushmore Inn reist niemand lebend wieder ab ...


Rezension

Im tiefen, dunklen Wald, da steht ein geheimnisvolles Hotel, nur schwer zu finden und schon vom Äußeren her so schauerlich, dass kaum jemand dort freiwillig eine Nacht verbringen würde. Doch was bleibt einem übrig, wenn wegen einer großen Sportveranstaltung sämtliche anderen Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht sind? Maria, mit der die Geschichte beginnt, ist beileibe nicht das erste Opfer, das im Rushmore Inn eincheckt und auf Nimmerwiedersehen verschwindet, und sie bleibt auch nicht das letzte ...

Der Plot ist nicht neu, eines der klassischen Settings für eine Horrorstory, wartet dabei aber mit durchaus originellen und auch frischen Ideen auf. Jack Kilborn hat hier erneut die Splatter/Gore - Linie gewählt, was bedeutet, das Blut fließt in Strömen, abgetrennte Körperteile in sämtlichen Stadien der Verwesung fallen reichlich und was alles an Brutalität, Abartigkeit und Ekel vorkommt, ist nur schwer zu toppen. Es sei hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieses Buch nichts für Leute mit empfindlichen Mägen ist und auch nicht in die Hände von sehr jungen Lesern gehört!
‚Das Hotel’ ist literarisch gesehen sicher keine Höchstleistung, allerdings erhebt es diesen Anspruch auch gar nicht. Horror gehorcht, besonders in der Hardcore-Variante, seinen eigenen Gesetzen, und nach diesen ist das Buch durchaus als gelungen zu betrachten. 

Der Sprachstil ist einfach gehalten, die Sätze hageln kurz und knapp auf den Leser ein und vermitteln eine ganze Palette an grauenvollen Stimmungen auf bildliche, emotionsgeladene Weise. Seine Erfahrung als Drehbuchautor kommt Kilborn hier sehr zugute, er hat ein sicheres Gespür für gelungenen Szenenaufbau und weiß auch ganz genau, auf welche Köpfe er drücken muß, um beim Leser das Kopfkino in Gang zu setzen.
An den spannendsten Stellen wird grundsätzlich an einen anderen Schauplatz gesprungen, was zu zahllosen Cliffhanger führt. Derartige Effekthaschereien sind hier durchaus legitim, denn Horror darf alles, nur eines nicht: langweilig werden.
So werden dem Leser keinerlei Verschnaufpausen gewährt, Freunde von subtil-gemächlichem Grusel sind hier fehl am Platz. Das hohe Erzähltempo wird konsequent gehalten und für irgendwelche Subtilitäten bleibt kein Platz.

Positiv fällt auf, dass die Story, so albtraumhaft sie auch ist, über einen konsequenten   Aufbau verfügt. Der Horror wurde hier nicht einfach um der Sache willen blindlings oder wahllos aneinandergereiht, es existiert ein logischer Plot und alles baut größtenteils  folgerichtig aufeinander auf. Durch diesen Aspekt wird das Entsetzen zusätzlich gesteigert und gelegentliche Unglaubwürdigkeiten werden vom Leser verziehen.
Auch auf die Charaktere hat der Autor erkennbar viel Aufmerksamkeit verwendet, sämtliche Protagonisten verfügen über eine Vorgeschichte und benehmen sich entsprechend ihrer Mentalität. Es sind einige illustre Gestalten darunter und Kilborn hat das Kunststück fertigbekommen, die Stereotypen in erträglichen Grenzen zu halten, ihnen sogar noch Raum für persönliche Weiterentwicklung zu lassen und ein paar Überraschungen zu spendieren. Trotzdem bleibt auch hier einiges unglaubwürdig, beispielsweise wie locker selbst schwere Verletzungen weggesteckt werden, und gegen Ende findet sich eine nicht zu kleine Portion Kitsch, doch damit kann man leben.
Platz bleibt sogar für das eine oder andere Augenzwinkern, ab und zu blitzt tiefschwarzer  Humor hervor, welcher sich auch im unerwarteten – und bitterbösen – Schluß bemerkbar macht.


Fazit

Für Splatterfans, allerdings nur für diese, ist Jack Kilborns ‚Das Hotel’ ein Leckerbissen, der in jede diesbezügliche Horror-Sammlung gehört.


Pro und Kontra

+ spannend und temporeich erzählt
+ gelungener Szenenaufbau
+ äußerst blutig und brutal
+ hoher Ekelfaktor
+ interessante Charaktere
+ gelegentlicher Humor
+ böser Schluß

- stellenweise zu unglaubwürdig
- gegen Ende zu Kitschlastig

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 22. Januar 2012
 

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