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Himmelsschwingen (Jeanine Krock)
Geschrieben von Judith
Montag, der 23. Januar 2012

Heyne (Januar 2012)
Taschenbuch, Klappenbroschur, 160 Seiten
€ 5,99 [D] | € 6,20 [A] | CHF 8,90
ISBN: 978-3-453-52899-4

Genre: Romantic / Urban Fantasy


Klappentext

Ein Routineauftrag führt Samjiel, den General der himmlischen Heerscharen, nach Sankt Petersburg. Dort lernt er die lebensfrohe Iris kennen und ehe er sichs versieht, steht seine Welt Kopf: Gegen alle Regeln verlieben sich die beiden ineinander und Samjiel ist zum ersten Mal in seinem Leben glücklich — doch dadurch ist er auch zum ersten Mal verwundbar ...


Rezension

Mit „Himmelsschwingen“ hat sich Jeanine Krock an eine Novelle gewagt, die in der Welt von „Flügelschlag“ anzusiedeln ist: Samjiel untersteht als General der Gerechten direkt dem Erzengel Michael und tötet in dessen Auftrag gefallene Engel, die durch das Wiederentdecken ihrer Emotionen aus ihrer himmlischen Existenz gestürzt sind. Iris gehört hingegen zu den Wächtern, die Gefühlen etwas offener gegenüberstehen und teilweise auch gefallene Engel, die sich nicht den Dämonen zugewandt haben, beschützen. Als Samjiel nach Sankt Petersburg geschickt wird, um das Kind zweier Gefallener zu töten, will Iris ihn davon abhalten und überzeugen, dass nicht alle Gefallenen der Sünde erliegen. Dabei hat Samjiel längst mit seinen eigenen Emotionen zu kämpfen …

Der Einstieg in „Himmelsschwingen“ gestaltet sich stimmungsvoll, aber auch recht verwirrend: Samjiel sitzt auf einem riesigen goldenen Kreuz und blickt über Sankt Petersburg, als Iris splitternackt neben ihm landet – ihr Körper schillert allerdings durch zahlreiche Tätowierungen in den wildesten Farben. Auch ihr blaues Haar deutet nicht gerade darauf hin, dass sie ein Engel ist. Samjiel ist ebenso irritiert wie der Leser und widmet sich bald seiner eigenen Aufgabe. Gleichzeitig erhält man Einblick in das Leben eines Mädchens, das im späteren Verlauf eine wichtige Rolle spielt. Dadurch fällt es anfangs etwas schwer, für sich zu sortieren, wo gerade die Prioritäten liegen. Iris ist einem jedoch trotz oder auch gerade wegen ihrer provokanten Erscheinung auf Anhieb sympathisch, während Samjiel in der ersten Hälfte der Novelle unzugänglich bleibt. Man spürt deutlich, dass er mit seinen Emotionen hadert – schließlich versucht er sogar, sie in Alkohol zu ertränken, was ihn wiederum recht menschlich erscheinen lässt.

Jeanine Krocks Engelbild hat so gar nichts mit ätherischen Wesen gemein. Iris als tätowierte Wächterin strahlt eine ansteckende Lebenslust und Lockerheit aus, die man von einem himmlischen Wesen nicht erwarten würde. Auch ihr Umgang mit anderen Wächtern und Schutzengeln gestaltet sich humorvoll und unkompliziert. Samjiel hingegen ist ein gefährlicher Krieger, dessen Taten für einen Engel viel zu grausam sind. Trotzdem entwickelt man auch für ihn eine gewisse Sympathie, allerdings erst, als seine Maske aus Gleichgültigkeit zu bröckeln beginnt. Vertreter der Hölle lernt man in „Himmelsschwingen“ leider wenige kennen – dazu wäre in der knapp einhundertfünfzig Seiten schmalen Geschichte auch kein Platz gewesen. Überhaupt beschleicht den Leser das Gefühl, dass eine Novelle für die Thematik nicht genug Raum bietet. Jeanine Krock holt trotzdem einiges aus den wenigen Seiten heraus und nach anfänglichen Verwirrungen schwelgt man schnell im Gefühlschaos der Protagonisten. Iris und Samjiel sind ein interessantes Gespann, das den Leser bestens unterhält. Ihre Annäherung zu verfolgen liest sich durchweg einfach toll. Das Setting im sommerlichen Sankt Petersburg verleiht der Geschichte zudem eine ganz besondere Atmosphäre.

Die Hintergründe sind für Leser, die „Flügelschlag“ nicht kennen, eventuell schwer zu verstehen. Es erschreckt etwas, dass Emotionen unter den Engel so verpönt sind, dass sie ihresgleichen verstoßen und sogar hinrichten und trotzdem gewissermaßen die „Guten“ bleiben. In „Flügelschlag“ beschäftigt sich Jeanine Krock eingehend mit der Problematik, in „Himmelsschwingen“ ist das aufgrund der Kürze kaum möglich. Daher ist die Novelle vor allem für Fans der Autorin interessant, die sich in ihrer Welt schon bestens auskennen. Für Neueinsteiger könnte es schwierig werden, wenn sie ausführliche Erklärungen wünschen. Man könnte „Himmelsschwingen“ aber auch als Einstieg in die Welt der Engel verstehen und sollte danach unbedingt „Flügelschlag“ lesen, wenn das Thema grundsätzlich begeistert. Denn Jeanine Krock begnügt sich nicht mit schnöder Schwarz/Weiß-Malerei, sondern verleiht ihren Engeln und Dämonen zahlreiche Facetten, sodass eine Einordnung in „gut“ und „böse“ nahezu unmöglich wird. In „Himmelsschwingen“ kristallisiert sich dieser Facettenreichtum jedoch nicht stark genug heraus und viele der Nebencharaktere bleiben relativ stereotyp.

Bei Heyne gibt es inzwischen diverse Novellen von namhaften Autorinnen romantischer Phantastik und die Büchlein warten allesamt mit einer schönen Gestaltung auf. Auch „Himmelsschwingen“ gibt es als kleines und stabiles Paperback, das sich bestens dazu eignet, längere Zeit in einer Tasche zu verbringen. Aufgrund der Kürze und des Unterhaltungsfaktors dürfte es dort jedoch nicht lange verweilen. Preislich kann man auch nicht meckern, wobei es aufgrund der Kürze der Novelle auch noch ein klein bisschen weniger hätte sein dürfen. Nichtsdestotrotz eignen sich Novellen wie „Himmelsschwingen“ vor allem dazu, eine Autorin erst einmal im kleinen Format kennenzulernen – doch man sollte sich nicht zu viel versprechen. Wenn es an die entscheidenden Details geht, sollte man zu den großen Romanen greifen. Für alle, die nach "Himmelsschwingen" Lust auf mehr verspüren, gibt es im Anhang noch eine Leseprobe aus "Flügelschlag".


Fazit

Jeanine Krock vereint in „Himmelsschwingen“ phantastische Elemente mit stürmischen Emotionen. In der Kürze dieser Novelle kristallisiert sich Jeanine Krocks facettenreiches Engelbild leider nicht so klar wie in „Flügelschlag“ heraus – nichtsdestotrotz bekommt der Leser eine unterhaltsame Lovestory mit viel Humor geboten, die sich bestens für romantische Tagträume eignet.


Pro & Contra

+ emotionale Spannung
+ interessantes Engelbild
+ sympathische Protagonisten
+ humor- und gefühlvoller Schreibstil
+ sehr unterhaltsam
+ traumhaftes Setting

o offenes Ende

- für die Thematik reicht die Kürze einer Novelle nicht
- Nebencharaktere bleiben relativ stereotyp

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


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Zuletzt aktualisiert: Montag, der 26. August 2013
 

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