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Liebhaber der Finsternis (Fay Ellision)
Geschrieben von Angelika
Samstag, der 11. Februar 2012

Sieben Verlag (Februar 2012)
Taschenbuch, 196 Seiten, 14,90 €
ISBN: 978-3-864430-69-5

Genre: Dark Fantasy / Erotik


Klappentext

Die vom Leben und den Männern enttäuschte Engländerin Leah wendet sich verzweifelt an den Vampir Corbin, der sie durch eine Verwandlung von ihrem Emotionen befreien soll. Aber der engelsgleiche Cian ist der Vampir, der ihr vom ersten Augenblick unter die Haut geht. Sie verbindet sich mit ihm und wird zum Spielball der Lust, denn ihre Wandlung hat ihren Preis. Menschenblut allein genügt nicht. Um zu überleben, müssen die einst gefallenen Engel des Vampirclans ihr einen Teil ihres Blutes überlassen. Als Gegenleistung erklärt sie sich bereit, mit jedem der zwölf Engel eine Vollmondnacht im Jahr zu verbringen. Doch Leah ist fasziniert von Cians Bruder Corbin, und muss feststellen, dass auch Untote lieben können. Sie gerät zwischen sämtliche Fronten, als Cian sie nicht aus seinem Bann entlassen will und die Engel ihre Vollmondnächte einfordern.


Rezension

Fay Ellison ist gebürtigen Hamburgerin, hat eine Ausbildung zur Chemielaborantin erfolgreich absolvierte und arbeitet seit Jahren im gleichen Unternehmen. Sie schrieb unter dem Pseudonym Mia Heaven für den Carl Stephenson Verlag erotische Kurzgeschichten und entwickelte 2010 die Idee für ihren ersten Roman „Liebhaber der Finsternis“.

>> Sollte ihr das etwas sagen? Sie war noch am grübeln, als die Musik verstummte und Sam mit Dagon und Pursan eintrat. Hinter ihnen reihte sich die gesamte Vorratskammer auf. Alle gewaschen, geduscht und mit dem typisch dumpfen Gesichtsausdruck, den das Bannen hervorrief. Nicht die leiseste Angst davor, dass sie von etlichen Vampiren umgeben waren. <<

Erotische sowie romantische Romane gibt es nun schon seit einiger Zeit wie Sand am Meer. Zum Teil sehr verbunden mit der Dark Fantasy, wissen inzwischen viele Autoren mit übersinnlichen Nächten und Liebhabern zu verzaubern. Emotionale und körperliche Grenzen werden ausgelotet und die Leser mitgenommen auf eine Reise meist jenseits jeder Vorstellungskraft. Fay Ellison versucht nun mit ihrem neuen Roman Liebhaber der Finsternis sich unter dieser Vielzahl von funktionierenden Ideen mit eigenen zu beweisen. Gedankengänge, die im Grunde sogar begeistern könnten. Denn so oft man schon über Vampire gelesen hat, so interessant sind immer noch die unterschiedlichsten Interpretationen über die Entstehung der Rasse und ihren blutgeschmückten Alltag. Gewürzt mit etwas Erotik und viel Gefühl, sollte dem Erfolg eigentlich nichts im Wege stehen. Eigentlich. Hier allerdings wird auf vielen Ebenen kläglich versagt und obwohl es immer noch genügend Genreverliebte gibt, so wird sich selbst der harte Kern der Vampirfans an dieser Geschichte die imaginären Fangzähne ausbeißen. Denn Fay Ellison wirkt zwar äußerst bemüht, allerdings nur in gewisse Richtungen und „Tiefen“. Die wichtigsten Spannungsträger bleiben im Schatten der viel zu überzeichneten Erotik. Sie verschlingt wichtige Entwicklungen, nachvollziehbare Gefühle, interessante Persönlichkeiten sowie unvergessliche Momentaufnahmen. Schon zu Beginn. Setting und Handlung wirkt gerade am Anfang furchteinflößend unlogisch: eine Frau versucht sich aus dem Leben zu stehlen. Sie kündigt ihre Arbeit, veräußert ihren Besitz und hat sich in den Kopf gesetzt, ein Vampir zu werden. Ihr Wissensquellen sind Bücher und Serien, sonst weiß sie nichts. Bei Mitternacht kauert sich Leah auf einen Friedhof, zittert, bangt und ihr Wunsch soll nicht unerfüllt bleiben, denn der mächtige Vampir Corbin fühlt sich vom ersten Moment von der schönen jungen Frau angezogen. Er nimmt sie mit, führt sie vor den Rat und bald darauf findet sich die Protagonistin Leah umringt von anderen seiner Art. Zu spät wird ihr bewusst, wie leichtfertig und dumm sie gehandelt hat, zu rasch schafft es der gutaussehende Cian sie zu manipulieren. Was folgt ist ein Gefährte, der ihre Gefühle missachtet, eine unerfüllte Liebe und die Pflicht, jeden Monat einem anderem Vampir zu Willen zu sein. Denn verweigert nur einer von ihnen ihr sein Blut, so wäre Leah des Todes.

Die Idee hierbei, den Kampf zweier Brüder über die unschuldigen Schultern von Leah auszutragen, ist solide. Die Charaktere erträglich und die Umsetzung gründliche misslungen. Denn Fay Ellison schafft es beinahe mit keiner Zeile den Leser für ihr Werk zu erwärmen. Zu viel Sex, zu viel unnötige Brutalität, abgestandene Klischees (wie etwa Gedankenlesen) und vor allem: zu wenig Überzeugungskraft. Denn um der Wahrheit willen: schon einige Autoren haben es bisher geschafft, die absurdesten, dümmsten oder aber von Klischees belasteten Ideen allein durch die Umsetzung, in ein extrem lesenswertes Licht zu rücken. Hier allerdings sucht man nach dieser Magie vergebens. Zu viel Inhalt auf zu wenig Raum. Zu wenig Hintergrund, der von unterschiedlichen, klug gewählten Sichtweisen und netten Ansätzen kaum noch gerettet werden kann. Was letztendlich bleibt ist ein sehr schales Gefühl beim Beenden des Romans. Und ein lautloser Seufzer ob der Ideen, die verschwendet wurden. Liebevollere Detailarbeit würde man der Autorin wärmstens empfehlen. Denn gerade die Liebe zum Werk vermisst man hier vollkommen. Die Geschichte fühlt sich an, wie ein Grundriss, der funktionieren könnte. Durch viel Mühe, mehr Wörter, verständnisvoller Logik (auf die oft verzichtet wird) und viel mehr Emotionen, die fähig sind, den Leser auch zu erreichen.


Fazit

Fay Ellision hat sich mit ihrem Debüt Liebhaber der Finsternis keinen Gefallen getan. Zu sehr auf Erotik gepolt, weiß nicht einmal diese durch fehlende Emotion anzusprechen. Leser, die blanker und übermäßiger Fleischeslust etwas abgewinnen können, sind hier vielleicht richtig, werden sicherlich aber einige bessere Romane finden, die mehr Qualität bieten und somit um Längen besser unterhalten.


Pro und Kontra

+ interessante Hintergrundgedanken

o simpler, zweckmäßiger Stil
o Schwerpunkt Erotik

- emotional sehr verarmt
- kaum als „preiswert“ zu bezeichnen
- unsympathische Charaktere (bis auf wenige Ausnahmen)
- unlogische, überhastete Entwicklungen
- vollgestopft mit Klischees
- lieblose Umsetzung, die kaum begeistern kann
- zu wenig Umfang für das vorhandene Potenzial

Bewertung:

Handlung: 2 / 5
Charaktere: 2 / 5
Lesespaß: 1 / 5
Preis/Leistung: 2 / 5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 13. Februar 2012
 

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