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Ach was, endlich ein neuer Thriller von Wulf Dorn! Wurde ja auch wirklich Zeit, ich freu mich ...

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wie viele bücher hat er geschrieben
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Der Roman hat mich sofort begeistert. Ich konnte mich schnell und gut in Ella hineinversetzen , mit ihr ...

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Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
Mein böses Herz (Wulf Dorn)
Geschrieben von Jessica
Dienstag, der 21. Februar 2012

cbt, 1. Auflage Februar 2012
HC mit SU, 416 Seiten
€ 16,99 [D] | € 17,50 [A] | CHF 24,50
ISBN: 978-3-570-16095-4
Leseprobe

Genre: Jugend-Thriller


Klappentext:

Traue niemandem – nicht einmal dir selbst!

Seit dem Tod ihres Bruders wird Doro von Halluzinationen verfolgt, aber eigentlich dachte sie, das langsam in den Griff gekriegt zu haben. Doch als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht, scheint die neue Umgebung erneut etwas in ihr auszulösen. Stimmen verfolgen sie. Und eines Nachts sieht Doro in ihrem Garten einen Jungen: verstört, abgemagert, verzweifelt. Der Junge bittet sie um Hilfe – und ist dann spurlos verschwunden. Wenig später erfährt Doro, dass er schon vor ihrer Begegnung Selbstmord begangen haben soll ...

Ein abgründiges Verwirrspiel um dunkle Geheimnisse – und die Angst vor dem "Bösen" in der eigenen Seele.


Rezension:

Mit ihren siebzehn Jahren musste Doro bereits mehr durchstehen als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben: Der plötzliche Tod ihres kleinen Bruders Kai, die diesen Verlust nicht überstandene und daher zerbrochene Ehe ihrer Eltern, ein längerer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, der Einsturz ihrer schulischen "Karriere" und den damit verbundenen Freundschaften, der an- und abschließende Umzug nach Ulfingen in der schwäbischen Provinz - gerade der letzte Punkt soll nicht nur Doro, sondern auch ihrer Mutter helfen, die tragischen Ereignisse endlich verarbeiten zu können.
Doch entgegen dieser wohlgemeinten Pläne verschlechtert sich Doros psychischer Zustand wieder zusehends. Sie sieht ihren toten Bruder überall, obwohl sie dabei immer ganz genau weiß, dass das nur Einbildung sein kann. Außerdem taucht ein Mädchen mit Insektenkopf auf und behauptet, ihr Unterbewusstsein zu sein - denn Doro erinnert sich nicht mehr an die Nacht, in der sie wieder einmal auf ihren kleinen Bruder aufpassen sollte und an deren Morgen sie Kai tot in seinem Bettchen vorfand.
Als wäre dies nicht genug, glaubt irh außerdem niemand, dass sie diesen verstörten und abgemagerten Jungen in ihrer Gartenlaube gesehen hat, der angeblich bereits am Tag ihres Umzugs in seinem Bus am See verbrannt sein soll. Aber Doro zweifelt nicht an dem, was sie gesehen hat - sie macht sich auf die Suche nach Antworten. Dabei erfährt sie Unterstützung von ihrem in sich gekehrten Nachbarn Julian, der gleichzeitig auch der Sohn ihres neuen Therapeuten ist und ihr Herz deutlich schneller schlagen lässt, und dem für Doro eher uninteressanten, jedoch sehr aufgeschlossenen David.
Kann Doro mit Hilfe der beiden beweisen, dass der tot geglaubte Junge am Leben und sie bei vollem Verstand ist?

Die Teenager-Zeit ist für jeden Menschen sicherlich eine der schwersten des Lebens. Man plagt sich mit Identitätszweifeln und Zukunftsängsten, den ersten Gefühlen und deren Enttäuschungen, Rebellion gegen elterliche Entscheidungen und Dazugehörigkeitskomplexen. Wulf Dorn schafft es in seinem Jugend-Debüt, seine Protagonistin durch all diese Krisen wandern zu lassen, und baut dadurch eine recht innige Verbindung vor allem zu jugendlichen Lesern auf. Doch auch seine wahrscheinlich bisher meist erwachsenen Fans können sich durch die Ich-Erzählperspektive leicht in Doros Situation und Gefühle versetzen, was das Leseerlebnis zumindest zu großen Teilen sehr intensiv werden lässt. Gerade durch die Anziehungskraft, die Julian auf Doro, Doro jedoch auch auf David hat, und einige umliegende Hintergründe entstehen verschiedene Verdachtsmomente, von denen einige schnell verworfen werden, andere sich jedoch geradezu im Kopf des Lesers verbeißen. Und auch wenn man als erfahrener Thriller-Leser sicher manche Dinge vorhersehen kann, bleiben doch genügend Wendungen erhalten, um auch eingefleischte Spannungsliebhaber das eine oder andere Mal durchaus zu überraschen. Dass der Autor im Gegensatz zu seinen Erwachsenenromanen eine einfachere Sprache und weitaus unblutigere Szenen nutzt, kommt dem Jugendgenre und vor allem weniger robusten Mägen sehr zugute.

Worum es in Mein böses Herz vor allem geht, sind die Abgründe der eigenen Seele und die Wege, die der eigene Verstand findet, um sich zu schützen. Nicht selten hört man von verdrängten Erlebnissen, die durch Schlüsselszenen "getriggert" werden und eine Welle von Emotionen und Erinnerungen auslösen. Für die Protagonistin kommen viele Dinge zusammen, bis ihr Verstand endlich all die Dinge, die in der besagten Nacht zueinander und schließlich zum Eklat fanden, akzeptiert und an die Oberfläche kommen lässt. Dorn zeigt mit seinem Jugend-Debüt, dass niemals jemand in der Lage sein wird, grunsätzlich von Gut und Böse sprechen zu können; dass jeder Mensch in den Tiefen seines Ichs dunkle Abgründe und versteckte Geheimnisse hat - manche eben so dunkel und versteckt, dass nicht einmal die Person selbst davon weiß. Doch Dorn zeigt auch, dass alles irgendwann ans Licht kommt und hierfür eine Menge Mut nötig ist - nicht nur vom Betroffenen, sondern auch von der Umwelt, da bei der Verarbeitung von verdrängten Erinnerungen jede Unterstützung gebraucht wird, die möglich ist.

Für jugendliche Leser in jedem Fall ein Roman, der seine Nachwirkungen haben wird, und für Erwachsene eine Erinnerung daran, wie schwer es als Teenager sein kann. Selbst Fahlenberg- und Waldklinik-Fans, die Dorns vorherige Romane verschlungen haben, kommen durch winzige, für Nicht-Kenner nicht ins Auge fallende Zusammenhänge auf ihre Kosten - Wulf Dorn erweitert sein Netz also geschickt, sodass man sich nach Mein böses Herz mit Sicherheit auf weitere Romane in und um die psychiatrische Klinik und Jan Forstner freuen kann - die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen werden.


Fazit:

Weniger blutig, deshalb jedoch nicht weniger beklemmend weiß Wulf Dorn mit seinem Jugend-Debüt auch das jüngere Publikum, trotz teilweiser Vorhersehbarkeit, in seinen Bann zu ziehen. Mein böses Herz lebt von durch den Verstand verdrängten, sich durch das Unterbewusstsein jedoch nach oben drängenden Erinnerungen und Schlüsselerlebnisse, die nicht nur die Wahrheit über Doros Halluzinationen ans Licht bringen. Ein Leseerlebnis vor allem für Jugendliche, aber auch erwachsene und eingefleischte Dorn-Fans!


Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Zur Rezension von "Trigger"
Zur Rezension von "Kalte Stille"
Zur Rezension von "Dunkler Wahn"

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 21. Februar 2012
 

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