Dienstag, 22. August 2017

Gewinnspiel

Phantast (Download)

Phantast 18

Neueste Kommentare

Ich halte es für problematisch ein Werk, das im Jahr 1951 erschienen ist, nach den Maßstäben des 21.
In der Zwischenzeit ist der 3te Band "Hammerhead" rausgekommen und siehe da, bessere Zeichnungen ...

Weiterlesen...

Ich würde die Antwort hier nicht posten! Nur, wie sehr ich mich freuen würde, falls Eure Glücksfee ...

Weiterlesen...

Das Buch ist halt im typischen John Ringo Stil geschrieben. Entweder man mag seinen Stil oder eben ...

Weiterlesen...

Hi Q, dass die Soundwords fehlen, ist aus meiner Sicht in diesem Fall ein großer Vorteil, denn sie ...

Weiterlesen...

Hilfe! Ich bin ein Werwolf (Gunnel Linde)
Geschrieben von Nicole
Montag, der 12. März 2012

linde g-hilfe ich bin ein werwolf

Dtv-Junior, 2012
Übersetzung: Birgitta Kicherer; Illustrationen: Ulf. K.
Taschenbuch, 175 Seiten
€ 7,95 [D] € 8,20 [A]
ISBN-13: 978-3-423-71476-1

Genre: Kinderbuch


Klappentext

Bissig, witzig, gruselig!

Eigentlich ist Ulf eher schüchtern als mutig, doch über Nacht wird plötzlich alles anders: Ist das wirklich er, der da seine Mitschüler zusammenbrüllt und sich ausgerechnet mit dem fiesen Sportlehrer anlegt? Warum hat er plötzlich das Bedürfnis, zu knurren und jemanden zu beißen? Ulf ist sich ganz sicher: Er ist dabei, sich in einen Werwolf zu verwandeln, spätestens beim nächsten Vollmond wird es soweit sein! HILFE!


Über die Autorin/ über den Illustrator

Gunnel Linde, geboren 1924 in Stockholm, hat über 40 Kinder-und Jugendbücher geschrieben, von denen viele zu Klassikern der schwedischen Kinderliteratur geworden sind. Seit einigen Jahren sind ihre Bücher auch auf Deutsch in neuen Übersetzungen wieder lieferbar, darunter der Jugendroman > Wie eine Hecke voll Himbeeren <, der bei seinem Erscheinen für großes Aufsehen sorgte. Gunnel Linde wurde für ihre Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk erhielt sie den Astrid-Lindgren-Preis.

Ulf K. zeichnet Comics, illustriert Kinderbücher und ist für Zeitschriften und in der Werbung tätig. 2004 wurde er als bester deutschsprachiger Comiczeichner mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.


Rezension

Ulf ist immer nett. So nett, dass er sich in schwierigen Situationen oft nicht entscheiden kann, wie er nun am besten darauf reagieren soll – ohne jemanden zu verletzen, ohne (schlecht) aufzufallen. Das geht sogar so weit, dass er im Geographieunterricht nicht an die Karte gerufen wird, da er nicht weiß, welche der gefragten Städte er zuerst zeigen soll. In der Schule wird er deshalb gehänselt und als „Wackelpudding“ beschimpft. Auch ansonsten ist Ulf kein Allerweltskind: Wo andere rebellieren, übt er gerne Klavier, statt im Haus seiner Eltern, wohnt er im Schuppen und jede seiner Handlungen wird vorher von allen Seiten sorgfältig bedacht.

All dies ändert sich, als Ulf beim nächtlichen Apfelklau von einem verschrobenen Nachbarn gebissen wird. Fortan verspürt der Junge immer häufiger den Drang, die Zähne zu fletschen und eine Wut, die sich kaum in Zaum halten lässt. Ihm ist klar: er ist dabei, sich in einen Werwolf zu verwandeln, und jeder ist in Gefahr!

» Ich stand auf und ging zum Telefon. Die Klavierstunde hatte ich schon so oft abgesagt, dass ich die Nummer auswendig kannte.

„Hallo”, sagte ich. „Hier ist Ulf. Ich kann heute nicht kommen.“

„Warum denn nicht?“, wollte Fräulein Otter sofort wissen.

„Weil heut Vollmond ist“, sagte ich und legte den Hörer auf. «

Von nun an schwankt Ulf zwischen der Sorge um seine Mitmenschen und der absoluten Freiheit, die ihm seine wölfische Seite bietet. Zuerst ist es nur der tyrannische Sportlehrer gegen den er aufbegehrt, doch schnell spüren auch seine Mitschüler und seine Schwester Ylva, das mit ihm nicht mehr zu spaßen ist. Als Ulf in wilder Eifersucht die kleine Katze seiner Schwester entführt, wird ihm bewusst, dass er immer mehr außer Kontrolle gerät. Niemand ist mehr sicher, und eine Stadt voller Werwölfe – nein, das kann er nicht riskieren.

Verantwortung, soziales Denken und die Freiheit davon sind die Themen von Gunnel Lindes Kinderbuch. Viel zu ernst und angepasst ist Ulf für sein Alter. Erst der Biss eines vermeintlichen Werwolfs erlaubt ihm, aus den Zwängen der Gesellschaft auszubrechen. Es ist ein kleiner Appell ans Kindsein, vielleicht. Aber auf jeden Fall eine unterhaltsame Geschichte nicht nur für Kinder. Linde, eine Trägerin des Astrid-Lindgren-Preises, beweist hierbei nicht nur durch ihre einfühlsame Art und ihren Witz, das sie zu den Größen des Genres gehört, sondern weiß auch mit ihrer Bildsprache zu überzeugen.

» Ab und zu drehte ich mich um und horchte, ob es tatsächlich meine eigenen Schritte waren, die ich hörte. Im Unterholz sah ich einen Räuber, einen Gorilla und zwei geduckte Gefangene in Ketten neben mir herschleichen. Doch es waren wahrscheinlich bloß irgendwelche Büsche, die sich aufspielen wollten. «

Abgerundet wird die Geschichte durch 22 Zeichnungen des berühmten Comiczeichners Ulf K. Diese sind zwar stilistisch schlicht in Schwarz-Weiß gehalten, aber passend gewählt und setzen so interessante Akzente.


Fazit

Hilfe! Ich bin ein Werwolf ist ein wundervolles Kinderbuch für Kinder ab 10-11 Jahre oder im Herzen Junggebliebene. Die schwedische Autorin Gunnel Linde überzeugt durch einen Stil, der geprägt ist von Humor und Sensibilität, aber neben dem kindlichen Blick auch Inhalte wie Rücksicht, Verantwortung und Rebellion dagegen thematisiert. Zusammen mit den Zeichnungen von Ulf K. ist so ein Buch gelungen, das so mancher Leser mehr als einmal zur Hand nehmen wird.


Wertung: alt

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 07. Juni 2013
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren