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Wolfspakt (Tanya Carpenter)
Geschrieben von Judith
Mittwoch, der 28. März 2012

Sieben Verlag (Dezember 2011)
Broschiert, 224 Seiten, 16,90 EUR
ISBN: 978-3-941547-68-1

Genre: Dark Fantasy


Klappentext

Nach ihrem Sieg über Kaliste genießt Melissa die traute Zweisamkeit mit Armand und hat der Welt den Rücken gekehrt. Es scheint, dass sie ihr Glück endlich genießen darf und ihre Freunde in Sicherheit weiß – ein verhängnisvoller Irrtum. Der Lycanerfürst Corelus liegt im Sterben. Um seine Nachfolge entbrennt ein Kampf, in den auch Mels Freunde und der Ashera-Orden hineingezogen werden. Mel zögert nicht, ihnen zu Hilfe zu eilen, aber der machthungrige Domeniko entfesselt Kräfte, denen auch sie nichts entgegenzusetzen vermag. Es geht um das Überleben der Menschheit, doch für Mel und ihre Gefährten geht es auch um alte Bündnisse, um Vertrauen, um Vergebung – und um Liebe über den Tod hinaus. In diesem Krieg gibt es keine Sieger, denn das Schicksal macht auch vor denen nicht halt, die Melissa am nächsten stehen. Vor den Trümmern ihres Lebens gibt es nur einen, der neue Hoffnung schenken kann – und dafür ist Blue kein Preis zu hoch …


Rezension

Im sechsten und abschließenden Band der Ruf des Blutes-Reihe widmet sich Tanya Carpenter den Lycanern, die bisher eher eine Randerscheinung in der Geschichte waren. Nun sind gerade sie es, die die Welt ins Chaos stürzen, denn als ihr Fürst Corelus stirbt, spalten sich die Lycaner in zwei Lager. Domeniko, der fest mit dem Thron gerechnet hat und vor den Kopf gestoßen wird, setzt einen erschreckenden Plan in die Tat um, der die Befreiung mythologischer Bestien sowie die Kontrolle über alle Computersysteme der Welt beinhaltet. Die PSI-Wesen sind also durchaus modern und die Präzision, mit der Domeniko vorgeht, ist erschreckend. Überraschend hingegen ist die immense Kooperationsbereitschaft der Vampire mit anderen PSI-Wesen, die von ihrem gemeinsamen Feind Domeniko zwangsweise vereint werden. Wie die Autorin im Roman selbst anspielt: Es erinnert ein wenig an Underworld, nur sind hier quasi die Vampire die „Guten“ …

Wer „Wolfspakt“ liest, bekommt das Gefühl, dass Tanya Carpenter möglichst viele mythologische Wesen in einem Roman vereinen wollte – wohl all jene, die in den fünf Vorgängerbänden nur kleine oder gar keine Rollen ausfüllten. Insbesondere in der Unterwelt schlummern mystische Bestien, die ungemein faszinieren. Der Roman spielt zudem 2012, also im Weltuntergangsjahr, welchen Tanya Carpenter ihren Lesern nicht erspart. Da verrät der Klappentext schon ein wenig viel – auch wenn man nicht weiß, wer letztlich stirbt, es gibt sehr viele Opfer in diesem Krieg. Fast schon zu viele für Fans der Reihe und noch dazu ein Ende, das wiederum alles in Frage stellt und trotz grundsätzlich guter Idee fehlplatziert wirkt. Mit „Erbin der Nacht“ wurde die eigentliche Hintergrundgeschichte der Reihe unerwartet früh abgeschlossen. „Wolfspakt“ bietet nun eine ganz neue Geschichte, bei der Fans zwar ein Wiedersehen mit allen liebgewonnen Charakteren genießen können, dabei jedoch von der Fülle an Themen erschlagen werden.

Denn genau das macht „Wolfspakt“ schwierig. Eigentlich lässt sich die Story sehr gut als Einzelroman lesen, da sie relativ unabhängig von den Vorgängern ist. Allerdings haben sehr viele Charaktere einen Auftritt, die in den fünf anderen Romanen ausführlich vorgestellt wurden. Fans kommen damit noch zurecht, jeder Neuling wird dagegen hoffnungslos verloren sein mit den häufigen Perspektivenwechseln. Daher ist „Wolfspakt“ beinahe nur für Fans der Ruf des Blutes-Serie zu empfehlen, die sich im Beziehungsgeflecht rund um Melissa Ravenwood, die inzwischen ungewollt Königin der Vampire ist, auskennen. Auch zeigt sich hier, dass Tanya Carpenter für jeden der Nebencharaktere einen eigenen Roman schreiben könnte, denn viele sind so interessant, dass man gerne mehr von ihnen lesen würde. Insbesondere Tizian, der König der zweiten Vampirblutlinie, zieht den Leser in seinen Bann.

Die Stärke von „Wolfspakt“ liegt wie auch bei den Vorgängern in den mythologischen Elementen. Man kommt immer wieder ins Staunen, wie viele Mythen Tanya Carpenter kennt und für ihre Geschichte umschreibt. Weniger gelungen ist die weltliche Komponente des Romans, was vor allem die Hackerangriffe betrifft. Zwar ergibt sich ein interessanter Kontrast zwischen Mythologie und moderner Technik, doch für diese Geschichte ist es schlicht und ergreifend zu viel. Der Krieg ufert schließlich in epische Schlachten aus, bei der die Charaktere wie die Fliegen sterben. Einerseits wird „Wolfspakt“ gerade durch diese Dramatik am Ende unheimlich spannend, doch nach sechs Bänden möchte man eigentlich nicht zusehen, wie das „Böse“ teilweise siegt, in dem es unter den Protagonisten Schmerz und Trauer sät. Damit wären wir wieder bei „zu viel“ – Tanya Carpenter hat einfach zu viele Themen angerissen und dabei zu viele verschiedene Charaktere und zu viele emotionale Ausnahmesituationen geschaffen, die den Leser irgendwann kaum noch erreichen.

Am Ende bleibt man etwas ratlos zurück, denn zwar war es schön, nochmals in die Welt der Ruf des Blutes-Serie abzutauchen, doch wie Tanya Carpenter einen nach dem anderen aus dem umfangsreichen Beziehungsgeflecht herausreißt, zerstört den Lesespaß. Dramatische Entwicklungen sind gern gesehen, doch hier wird es so viel, dass man als Leser irgendwann emotional abstumpft. Nach all den Kämpfen, die Mel bestanden hat, liest man nicht unbedingt gerne vom Weltuntergang, dem dieses Kriegsszenario sehr nahe kommt. Mit dieser Thematik hat sich die Autorin keinen Gefallen getan, denn derartige Weltuntergangsszenarien machen sich gut in Science Fiction-Romanen, aber nicht in der Dark Fantasy, wie sie Tanya Carpenter nun einmal schreibt.


Fazit

„Wolfspakt“ ist eine schöne Zugabe für alle Fans der Ruf des Blutes-Reihe, leidet allerdings unter der Fülle an Themen, Charakteren und Perspektivenwechseln. Tanya Carpenter gelingt es wieder, ihre Leser mit zahlreichen mythologischen Elementen zu begeistern, doch daneben wirkt die moderne Technik vollkommen deplatziert. Ein Roman wie eine Achterbahnfahrt, mit einigen Höhen, aber leider auch diversen Tiefen.


Pro & Contra

+ Wiedersehen mit allen Charakteren der Reihe
+ faszinierende Mythologie
+ Mel erscheint nun stärker und besonnener
+ überraschende Wendungen
+ Dark Fantasy, die den Titel „Dark“ verdient

o wenig Erotik
o extrem viele Perspektivenwechsel
o für Neueinsteiger ungeeignet

- Geschichte stark überladen
- zu viele Verluste am Ende, wodurch der Leser irgendwann abstumpft
- moderne Technik wird oftmals deplatziert

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5


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Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 28. März 2012
 

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