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Phantast 18

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Ein Schuss, ein Schrei (Roger Willemsen)
Geschrieben von Patricia
Sonntag, der 29. April 2012

Verlag Fischer, März 2012
TB, 160 Seiten, € 10,00
ISBN 978-3596903801

Genre: Sachbuch


Klappentext

Den Westen malte er banal,
den Osten bestenfalls trivial.
Wovon er schrieb, das sah er nie:
Alles bloße Phantasie.
Zum Lachen ging er in den Keller.
Deutschlands großer Volksschriftsteller.
Im Knast schrieb er aus Langeweile –
Halt! Das sind alles Vorurteile.

In dreiundzwanzig erzählenden Gedichten streift Roger Willemsen durch dreiundzwanzig Bände Karl May. Illustriert mit historischen Abbildungen ist dies eine ideale, höchst vergnügliche Einführung in das Gesamtwerk des Erfinders von Winnetou und Old Shatterhand.


Der Autor

Roger Willemsen, Jahrgang 1955, kam 1991 zum Fernsehen, wo er vor allem mit "Willemsens Woche" bekannt wurde. Er führte über zweitausend Interviews, drehte Dokumentarfilme und publizierte zahlreiche Bücher, darunter die Bestseller "Deutschlandreise", "Karneval der Tiere", "Gute Tage" und "Kleine Lichter". Zuletzt erschienen eine von ihm herausgegebene Fassung von "Brehms Tierleben", die Anthologie "Der Selbstmord" und die Häftlingsinterviews "Hier spricht Guantánamo".


Rezension

Erst wird der Führer abgeknallt,
dann macht er noch sein Reitpferd kalt.
Wie kann man nur so hässlich sein,
der Nächste sinkt im Salzsumpf ein.
Er mordet noch das Fünfzehnfache,
Kara Ben Nemsi schwört ihm Rache.

So füllen Hunderte von Seiten

mit Kämpfen sich, mit Morden, Reiten.
Dabei bleibt Nassr unverwandelt,
weil therapeutisch unbehandelt,
ein Held der bösen Phantasie,
ein Fall für rasche Therapie. (Seite 11)


Karl May – ein absolutes Phänomen zur damaligen Zeit, immerhin erschuf er die Helden vieler Kindheiten, ohne je einmal einen Fuß aus Deutschland zu setzen. Winnetou, Old Shatterhand, Old Surehand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud Al Ghossarah waren Alltag in vielen Kinderzimmern, mit ihnen erlebte man die größten Abenteuer, begrub Freunde wie Feinde und erlebte Aufregendes, bis das Böse besiegt war. So mancher blieb dabei auf der Strecke, ein langes Leben war zu der Zeit nicht vielen gegeben. Solange unsere Helden siegreich daraus hervorgingen wurde ihnen alles verziehen. Älteren Lesern fielen dann auch die vielen skurrilen Nebencharaktere auf, die oft viel interessanter waren als die ewig glatt gebügelten Helden.

Doch auch sein Natur-Verständnis
fördert seine Selbsterkenntnis,
so wie er es selbst bezeugte:
Als ich mich zum Wasser beugte,
mich im Spiegel schillern sah,
war nur der Gedanke da:
Komisch, vage ähnelt dies
der Erscheinung von Pierre Brice. (Seite 50)


Dreiundzwanzig Büchern nimmt sich Roger Willemsen an, fasst sie in Versen und reimt, dass sich die Balken biegen. Dazu scheut er auch nicht Vergleiche mit modernen Zeiten, aktuelle politische Ereignisse erwähnt er genauso wie die vergangenen Zeiten, in denen Karl May seine Epen verfasst hat. Wer aber jetzt glaubt, er braucht die Bücher nicht mehr zu lesen, der irrt, denn die Reime sind teilweise so hanebüchen, dass man vom Inhalt wenig erkennt. Was ja auch nicht einfach ist, denn die Inhalte der Karl May Bücher ähneln sich in großen Teilen. Unrecht passiert, die Helden kommen, meistens gibt es vorher schon Tote, das Abenteuer beginnt, bis das Böse besiegt ist und die Helden wieder einmal in den Sonnenuntergang reiten – auf zum nächsten Abenteuer. Flüssig zu lesen ist es auch nicht, bei so manchem braucht man schon mehrere Blicke, um den Sinn zu erkennen. Leider flüchtet sich Willemsen oft in Allgemeinplätzen und Klischees, er schwafelt – zwar meisterlich in Versen – sagt damit aber nicht wirklich viel aus.

Trotzdem lohnt es sich, weitere Blicke in das Büchlein zu werfen, das für seine Dicke allerdings auch etwas teuer ist. Willemsen versteckt Witziges gekonnt zwischen den Zeilen, er zieht Parallelen zum heutigen Leben und zu so manchem Sinnspruch kann man nur bestätigend nicken. Zusätzlich analysiert er auch noch in kurzer Form Mays Werke, sein Leben und seine Intention. Es stecke eine Menge drin in den Versen – man muss sich nur die Mühe machen und es auch finden.


Fazit

Eine vergnügliche Ergänzung – für Karl May Fans auf jeden Fall. Neulinge bekommen auch nicht zu viel verraten, die Ereignisse muss man sich schon aus der Verssprache zusammenklauben. Da Willemsen allerdings auch nicht bis ins kleinste Detail geht und sich alles auch so zurechtschneidet, dass es in Verse passt, bleibt einem doch nichts anderes übrig, als zu einem wahren Karl May zu greifen, um für sich selber zu vergleichen, wieviel Wahres und Passendes die Verse enthalten.


Pro und Contra

+ humorvoll
+ alles gereimt
+ bekannte Werke
+ interessante Analysen
+ gekonnte Vergleiche

- manchmal verworren
- zu viele Allgemeinheiten
- nicht immer erkennt man auch das Buch

Wertung

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 29. April 2012
 

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