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Okko Bd.1 - Das Buch des Wassers (Hub)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 18. Mai 2012

Verlag: Carlsen Verlag
Softcover: 96 Seiten; 19,90 €
ISBN-13: 978-3551767950

Genre: Fantasy/ Horror/ Abenteuer/ Samurai


Klappentext

Wir schreiben das Jahr 1108 nach der offiziellen Zeitrechnung des Kaiserreiches Pajan. In dieser unruhigen Epoche, der Asagiri-Ära, ringen die großen Clans in blutigen Kämpfen um die Macht.

Fern von den Kriegsschauplätzen führt der Ronin Okko, ein Samurai ohne Herr, eine kleine Gruppe von Dämonenjägern durch die entlegenen Winkel des Reiches. Er wird begleitet von Noburo, einem Hünen, der seine Identität hinter einer Maske verbirgt, und von dem Mönch Noshin, der nicht nur oft und gern dem Sake zuspricht, sondern der auch die Kräfte der Natur heraufzubeschwören weiß.

Tikku, ein junger Fischer, wendet sich an Okko mit der Bitte, seine Schwester „Kleiner Karpfen“ wiederzufinden, die von einer Horde Piraten entführt worden ist. Dieser Auftrag wird die vier Abenteurer viel weiter führen, als sie es sich jemals hätten ausmalen können.


Rezension

Der Zeichner und Autor Hub hat sich für Okko eines Themas angenommen, welches schon häufiger in der Literatur behandelt wurde, aber trotzdem nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Den Samurai des mittelalterlichen Japans, insbesondere den Ronin. Jene waren Samurai ohne Herren und dementsprechend war ihr Ansehen nicht immer unbedingt hoch.

Okko ist einer von ihnen. In einem kleinen Dorf werden seine Freunde und Weggefährten Zeugen der Entführung des Mädchens „Kleiner Karpfen“. Zwar kämpft Noburo, ein geheimnisvoller Mann, der ständig eine Maske trägt, bis zum Schluss, aber sein großes Können reicht auch nicht aus, um sie zu beschützen. Als Okko ankommt, ist der Kampf vorbei, und der Bruder der Entführten, Tikku, bittet Okko zu helfen, ist dieser doch auch noch ein bekannter Dämonenjäger. Zunächst lehnt Okko ab, da die Geschichte ihn nichts anginge, als Tikku sich und sein Leben ihm aber verpflichtet, willigt er ein, zehn Tage in die Rettung „Kleiner Karpfens“ zu investieren. Nicht mehr und nicht weniger. Und so landen Okko und seine Gefährten am Ende auf einer abgelegenen Insel, die ein Geheimnis birgt, welches wie für Okko gemacht ist. Denn hier gilt es die seltsamen Geschehnisse um den Satorro-Clan zu lösen.

Wie ein klassischer Abenteuerroman beginnt Okko – Das Buch des Wassers. Zunächst verschwindet ein Mädchen und Okko und seine Gefährten versuchen, das Rätsel um ihr Verschwinden zu lösen. Alles sieht nach klassischem Mädchenhandel aus, doch schon bald kristallisiert sich heraus, dass es um vielmehr geht. Einher kommen damit gleichzeitig in zunehmenden Maße die fantastischen Elemente, die am Ende die Oberhand gewinnen. Was aber natürlich aus der Handlung erwächst. Okko ist ein Dämonenjäger, wie gleich anfangs demonstriert wird und ein sehr guter dazu. Dementsprechend muss er sich auch letztendlich seiner Profession widmen. Hub versteht es aber sehr gut, alle Elemente seiner Geschichte, Fantasy, Horror, Krimi und Abenteuer geschickt miteinander zu verweben und so seinen Charakteren einen passenden Hintergrund zu geben, vor dem sie agieren können. Denn es ist nicht die Geschichte, die den Leser fesselt. Diese ist zwar gut und durchdacht, aber viel interessanter sind die Charaktere von Okko.
Dabei bleibt der titelgebende Ronin noch am Blassesten. Er ist ein Dämonenjäger, wie er im Buche steht. Ruhig, gelassen und kühl. Er kümmert sich wenig um seine Umgebung, es sei denn, sie hält eine Möglichkeit für ihn bereit, in irgendeiner Form daraus Nutzen zu ziehen oder seiner Profession nachzugehen. Trotzdem folgt er dem Weg des Bushido, dem Weg des Kriegers, und so lässt er sich auch von Tikku engagieren und am Ende geht sein Engagement über das eines Söldners hinaus.
Noshin, der Mönch, erinnert etwas an Bruder Tuck. Er trinkt gerne, hat eine eigenartige, aber innige Beziehung zu Göttern und Geistern und scheint aber auch weise zu sein und gute Ratschläge geben zu können.
Noburo ist mit Sicherheit am interessantesten. Die ganze Zeit über verbirgt er sein Gesicht hinter einer Maske. Diese stellt eine Art Dämon dar und als Leser fragt man sich, in wie weit er nicht selbst einer ist. Denn seine körperlichen Kräfte scheinen weit über das Maß eines normalen Menschen hinaus zu gehen. Er überlebt, wenn andere schon längst im Sterben lägen. Ein seltsamer Mann unter dessen Oberfläche es ständig zu brodeln scheint. Wer oder was er letztlich ist, wird eine der großen Fragen sein, die hoffentlich in späteren Bänden gelöst wird.
Auch die Gegner der Gefährten, Helden möchte man nicht unbedingt sagen, dazu sind sie zu pragmatisch, haben ihre eigenen Facetten und sind charakterlich sehr gut gezeichnet. Angefangen beim kleinen Handlanger bis hin zu den Personen, die hinter all den Schrecken stecken.
Hub bedient sich der Legenden Japans und stellt seine Monster dementsprechend dar, was eine gewisse frische in die Geschichte bringt und einen neuen Blick auf alte Monster werfen lässt.

Zeichnerisch ist Hub hier über jeden Zweifel erhaben. Charaktere und Hintergründe sind perfekt gezeichnet. Die ein oder andere ungewohnte Perspektive ist zu finden und unterstützt so die Geschichte. Bei einem Samurai-Comic stellt sich natürlich unweigerlich die Frage nach den Kampfszenen und die sind bei Okko teilweise spektakulär anzusehen. Aber nicht nur das. Hub gibt sowohl Okko als auch Noburo ihre eigene Art des Kämpfens. Noburo ist ungestümer wilder, während Okko kühl und überlegt vorgeht und damit durchaus erfolgreicher ist, was in den Zeichnungen deutlich seinen Niederschlag findet.
Die Farbgebung ist ebenso gelungen wie die Zeichnungen selbst. Anfangs recht kühl mit viel Blautönen halten später auch Rot und Gelb Einzug und unterstreichen die Dramatik der Geschichte.

An Bonusmaterial ist leider nichts zu finden. Allerdings veröffentlicht Carlsen immer gleich die beiden Bände eines Zyklus gemeinsam in einem Band, so dass man immer eine komplette Geschichte in Händen hält und auf die stolze Zahl von 96 Comicseiten kommt. Somit bekommt der Leser auch ohne Zusatzmaterial viel für sein Geld geboten.

 


Fazit

Okko – Das Buch des Wassers ist ein spannender Auftakt zu einer mehr als lesenswerten Serie. Hub versteht es, die verschiedenen Elemente seiner Geschichte fesselnd zu verbinden. Egal ob Horror, Fantasy oder Krimi, alles findet sich hier wieder und passt zusammen. Dazu kommt noch die Atmosphäre des alten Japan. Gerne mehr davon.


Pro & Contra

+ Noburo, Okkos geheimnisvoller Begleiter
+ Mischung aus Horror und alten Japan, auch wenn es Pajan genannt wird
+ wunderbare Zeichnungen

0 kein Zusatzmaterial, dabei wären die Originalcover schön gewesen

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

 


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Hub:

Rezension zu Okko Bd.2 – Das Buch der Erde
Rezension zu Okko Bd.3 – Das Buch der Luft
Rezension zu Okko Bd.4 – Das Buch des Feuers
Rezension zu Okko Bd.5 – Das Buch der Leere

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 22. März 2017
 

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