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Drei Wünsche und ein dunkler Fluch (Isabelle Merlin)
Geschrieben von Shtrojera
Dienstag, der 29. Mai 2012

Verlag: cbj (Oktober 2011)
Taschenbuch, 384 Seiten, 8,99 €
ISBN: 978-3570400975

Genre: Jugendbuch


Klappentext

Wünschen kann gefährlich sein ...

Als die 16-jährige Rose in ihrem Blog drei Wünsche äußert, ahnt sie nicht, dass sich ihr ganzes Leben ändern wird. Plötzlich taucht ein elegant gekleideter Fremder auf und verkündet ihr, dass sie einen adligen Großvater in Frankreich hat, der sie auf sein Schloss einlädt. Schnell findet sie Gefallen an ihrem neuen Leben - und an Charlie, einem bezaubernden Jungen, der ebenfalls ganz begeistert von Rose ist. Aber als sie beginnt, mehr über ihre Familie zu erfahren, wird aus dem Märchen ein Albtraum. Und entsetzt begreift sie, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet ...


Rezension

Drei Wünsche - Das ist das Thema, welches Rose für ihren Blog ausgesucht hat. Drei Wünsche, die man sich genau überlegen sollte, bevor man sie sich wünscht. Auch Rose äußert drei Wünsche auf ihrem Blog, welche sich kurz darauf tatsächlich erfüllen. Als verschollene Enkelin eines reichen französischen Adligen begibt sie sich auf den Weg zum Schloss ihres Großvaters und staunt nicht schlecht über seinen Reichtum. Schnell gewöhnt sie sich an ihr neues Leben und während ihres Aufenthalts in Frankreich lernt Rose auch noch den unglaublich charismatischen Charlie kennen. Alles scheint perfekt - bis sie bemerkt, dass doch nicht alles ist, wie es scheint. Denn dunkle Familiengeheimnisse und ein Fluch, der über den Frauen ihrer Familie liegen soll, bringen Rose um den Schlaf - bis eines Tages auch ein Anschlag auf ihr Leben verübt wird.

"Drei Wünsche und ein dunkler Fluch" von Isabelle Merlin ist ein typisches Jugendbuch, welches vor allem die jüngeren Leser der Buchszene anspricht. Die Geschichte dreht sich dabei um ein Mädchen, welches in ihrem Blog drei Wünsche äußert, die ihr auch erfüllt werden. Dabei begleitet der Leser Rose von Anfang an auf dem Weg von einem einfachen Mädchen zur Erbin und Enkelin eines französischen Adligen. Schon zu Beginn lernt man dabei nicht nur Rose als Protagonistin, sondern auch einige Nebenfiguren des Romans kennen. Einer der wichtigsten ist Charlie, ein charmanter und gut aussehender Junge, mit dem sich eine jugendliche Liebesbeziehung zu entwicklen scheint. Obwohl jener dem Leser spontan sehr sympathisch erscheint, findet sich allerdings auch Misstrauen wider, welcher sich in der gespielten Perfektheit und Überkorrektheit der Figur zeigt. Rose hingegen lernt man als naives, junges Mädchen kennen, die kaum eigene Entscheidungen zu treffen vermag, jedes Wort als bare Münze nimmt und in der Tat das Talent birgt, immer den Falschen zu vertrauen - und dies scheinbar willentlich. So ist es durchaus schwer sich mit ihr als Protagonistin zu identifizieren und gestaltet auch ihre charakterliche Entwicklung während der Handlung sehr schwierig, da kaum vorhanden. Während des Handlungsverlaufs ziehen sich ihre Gutgläubigkeit und Naivität so lange durch, so dass man ab einem gewissen Punkt einfach nur noch genervt über eben jene Charakteristika sein kann. Denn auch dem naivsten Kind wären einige überdeutliche Zeichen aufgefallen und hätten Misstrauen erweckt. Rose hingegen ignoriert diese galant, wird so zu einer Figur, die über alles erhaben an ihren Gedanken und ihrer Gutmütigkeit festhängt, ja nahezu überheblich jedwede Hilfe ausschlägt.
Einer der Nebencharaktere stellt Paul Fontaine dar. Charismatisch, etwas mysteriös und stillschweigend bildet er einen Kontrast zu den anderen Figuren, doch verliert der Charakter mit zunehmender Seitenzahl mehr an Faszination, da auch hier kaum eine Entwicklung vorhanden ist. Das einzige, was sich zeigt ist die Verdrängung des Stillschweigens, welche durch eine etwas offenere Persönlichkeit abgelöst wird. In allem aber wirkt auch diese Figure, neben den vielen weiteren Nebencharakteren, zu flach, zu farblos. Auch weitere Nebenfiguren der Handlung können kaum überzeugen: Reduziert auf wenige Merkmale wirken sowohl der Großvater, wie auch Charlies Mutter Blanche, das Hauspersonal und viele weitere Figuren gestellt und künstlich. Es bedarf schon eines Wunders, dass sich die Nebenfiguren überhaupt zeigen - und dann auch nur, um den Handlungsverlauf geringfügig voranzutreiben.

Zum Handlungsverlauf lässt sich leider auch nicht viel positives anmerken. Am Anfang konnte die Storyline durchaus aus Sicht jugendlicher Leser als begeisterungsfähig verstanden werden. Allerdings verliert sich dies spätestens nach dem ersten Drittel des Romans, sodass man sich durch viele Passagen durchkämpfen muss und nur noch selten einige wenige spannungsgeladene Szenen die trockene Einöde der Handlung verdrängen. Zum einen liegt dies sicherlich daran, dass fast die gesamte Handlung im Schloss und Umkreis deselben spielt und somit wenig Abwechslung vorhanden ist. Zum anderen auch einfach an der Tatsache, dass Rose durch Gefühlsduselei und ihre Naivität jedem Leser das Kopfschütteln lehrt. Von dem namentlichen Fluch wird zwar innerhalb der Geschichte durchaus gesprochen, allerdings erhält der Leser weder Hintergrundinformationen, noch eine klare Auflösung desselbigen. Das Gefühl durch Watte zu wandern, ist allgegenwärtig - Man erkennt etwas, allerdings bleiben die Details verborgen. Leider kann der Roman daher auch nicht durch überraschende Wendungen überzeugen. Alles wirkt sehr vorhersehbar und verliert dadurch an potenzieller Spannung. Mit fortschreitender Seitenzahl kommt zwar vor allem zum Schluss nochmal ein gewisser Spannungsbogen auf, allerdings kann auch dieser nicht  überzeugen. Zu gute halten muss man der Autorin, dass sie bereit ist, über einige Leichen zu gehen, um die Authenzität des Romans immerhin zu illusionieren. Schön zum Ende jedoch: Ein Epiloh, der diese eher oberflächlich gehaltene Geschichte zu einem runden Ende bringt. Doch alles in Allem wirkt die gesamte Geschichte sehr schwammig, konturlos und viel zu flach, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen und den Leser befriedigend zurückzulassen.


Fazit

"Drei Wünsche und ein dunkler Fluch" von Isabelle Merlin bietet eine nette Idee, welche leider in Ausarbeitung und Ausführung der Geschichte ermangelt. Flache Figuren und eine fehlende emotionale Tiefe sind nur wenige der vielen Kritikpunkte, welche der Roman in sich vereint. Trotz gewisser Spannungsmomente und der anfänglichen Begeisterung, verlieren sich sowohl Handlung als auch Figuren zunehmend. Für ältere und anspruchsvolle Leser ist hier leider keine Leseempfehlung auszusprechen, jüngere Leser könnten allerdings trotz vieler Schwächen dennoch Spaß an dieser Lektüre finden!


Pro & Contra

+ Zu Beginn begeisterungsfähig
+ Nette Grundidee
+ Gewisse Spannungsmomente

o Gewöhnlicher Sprachstil

- Flache Figuren (Haupt-und Nebencharaktere)
- Zu wenige Spannungsmomente
- Keine emotionale Tiefe
- Naivität der Protagonistin
- Viel zu wenige Informationen/Details
- Fehlende Authenzität auf Handlungsebene
- Kaum Entwicklung innerhalb der Charaktere

Bewertung:

Handlung: 2/5
Charaktere: 1,5/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 2/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 03. Juni 2012
 

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