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K (Tom McCarthy)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 07. Oktober 2012


DVA Verlag (Februar 2012)
gebunden, mit Leseband
480 Seiten, EUR 24,99
ISBN: 978-3-421-04489-1

Genre: Historik, Bildungsroman

Klappentext

England, im Jahr 1898: Auf dem Landgut Versoie kommt Serge Karrefax zur Welt. Ein Aberglaube verheißt ihm eine außergewöhnliche Zukunft, denn der Junge trägt bei der Geburt seine Fruchtblase auf dem Kopf – die „Glückshaube“.
Tom McCarthy schildert in seinem kühnen Bildungsroman das große Zeitalter, in dem die Technologie das Licht der Welt erblickt, seine Obsessionen, Ängste und Wahrheiten.

Rezension

„K“ – ein einziger Buchstabe mag ein ungewöhnlicher Titel für einen Roman sein. Und doch scheint es zugleich der einzig vernünftige, der einzig mögliche Titel für dieses doch recht außergewöhnliche Buch.
K bildet gewissermaßen den Dreh- und Angelpunkt des Romans – und das in mehreren Ebenen, wovon viele darauf warten, selber vom Leser entdeckt zu werden. So entsteht ein komplexes Geflecht aus Andeutungen, Metaphern, Wortspielen und Perspektiven. Denn K steht für nahezu alle relevanten Begriffe – ob nun die offensichtlichen oder die versteckten.
Schnell stößt man hierbei allerdings an die Grenzen der deutschen Übersetzung. Allein die Tatsache, dass man den Übersetzer in einem Nachwort noch einmal die Chance einräumt, sein Dilemma zu erklären – und das sogar sehr überzeugend – zeigt, wie überaus schwierig die Überführung dieses Werkes aus der englischen in eine andere Sprache ist. Was sich bei der Lektüre zuerst als diffuses Gefühl bemerkbar macht, das sich dann im weiteren Verlauf zur Gewissheit steigert, wird auch von der englischen Presse bestätigt – denn auch diese attestiert „K“ unübersetzbar zu sein:


In der englischen Presse stand nach Erscheinen von C, so der Originaltitel, bald fest, dass der Roman eigentlich unübersetzbar sei, und ich muss gestehen, dass sich so manches in diesem Werk dagegen sperrte, in eine andere Sprache hinübergetragen zu werden.

(Aus dem Nachwort des Übersetzers)

Dennoch darf an dieser Stelle ein großes Lob an den Übersetzer nicht fehlen, der sichtlich sein Bestes gegeben hat, um zu retten, was zu retten war. Und auch, wenn einiges – wie schon erwähnt – verloren geht, so kommen doch Freunde der etwas tiefgründigeren Lektüre auf ihre Kosten - auch, wenn man dabei oftmals den Eindruck bekommt, dass für McCarthy dieses bedeutungsschwere Spiel mit Symbolen und Aussagen im Vordergrund steht. Dass hierfür die Handlung etwas in den Hintergrund tritt, ist bei dieser Art Roman nur natürlich und lässt sich gut verschmerzen, zumal diese keineswegs langweilig oder unbedeutend ist.
Denn die Geschichte von Serge Karrefax ist abwechslungsreich, spannend und unterhaltsam - allerdings muss man dabei stets im Hinterkopf behalten, dass hinter dieser Handlung mehr ist, dass es immer weitere Ebenen gibt.
So begleitet man den etwas exzentrischen Serge Karrefax von dessen Kindheit an durch sein gesamtes Leben und kann dabei die Geburt so mancher Technologie miterleben. Dabei ist dies aber nie ein Selbstzweck - immer steht die Figur Serge Karrefax und sein Leben im Mittelpunkt.
Auch der Protagonist ist – wie sollte es anders sein – gewöhnungsbedürftig. Denn obgleich er im Mittelpunkt der Geschichte steht, bleibt er stets auf fast unheimliche Art anonym, was nicht zuletzt an der ausgesprochen distanzierten Erzählweise liegt. Gefühlsregungen des Protagonisten sucht man vergebens; für Leser, die einen Charakter zum „sich identifizieren“ brauchen, dürfte dies die Lektüre erheblich erschweren. Und auch, wenn es sich hierbei um ein gewolltes Stilmittel handeln mag, so macht einen dessen Sterilität doch etwas ratlos und verleiht dem Buch einen seltsamen Beigeschmack.

Zu dem, der Serge Karrrefax im Laufe des Romans wird, kann er nur durch die außergewöhnliche Epoche werden, in der er lebt – und so ist "K" immer auch eine tiefgründige Studie jener Zeit, in der "die Technologie das Licht der Welt erblickte" - mitsamt der Ängste und neuartigen Phänomene, die diese hervorruft; eben weil diese so eng mit dem Protagonisten und dessen Entwicklung verknüpft sind. Denn schon früh kann sich dieser für die gerade in der Entstehung begriffene Rundfunktechnologie begeistern. Später ist er hautnah dabei, als während des ersten Weltkriegs der Luftkrieg im Entstehen begriffen ist. Und auch weitere Merkmale dieser Zeit enthält McCarthy dem Leser nicht vor.
Das so entstehende Bild einer Epoche, deren Außergewöhnlichkeit der Autor gekonnt hinter den Banalitäten des alltäglichen Lebens seines Protagonisten zu verstecken versteht, ist somit zwar aufschlussreich - hätte aber hin und wieder gerne in einen etwas größeren Zusammenhang gestellt werden dürfen.

Fazit

Ungewöhnlich, bedeutungsschwer, steril, irgendwie befremdlich. Ein außergewöhnlicher Blick auf eine außergewöhnliche Epoche.

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5
Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 07. Oktober 2012
 

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