Donnerstag, 30. März 2017

Phantast (Download)

Phantast 17

Neueste Kommentare

Meine Meinung: Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen können. Angefangen hat es gut ...

Weiterlesen...

Guten Tag, haben Sie noch weitere Termine für Lesungen mit Heinrich Steinfest? Wir haben GROSSES ...

Weiterlesen...

Der Roman hat mich sofort begeistert. Ich konnte mich schnell und gut in Ella hineinversetzen , mit ihr ...

Weiterlesen...

Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
"Es geschah im Dunkeln" hört sich ja mal nach einem wirklich interessanten Thriller an. Werde ich im ...

Weiterlesen...

Einsteins Gehirn (Peter Schmidt)
Geschrieben von Patricia
Montag, der 19. November 2012

Verlag Gmeiner, Juli 2012
Taschenbuch, 308 Seiten, € 11,90
ISBN: 978-3839213162

Genre: Sonstiges


Klappentext

Durchgeknallt! Nach Einsteins Tod stahl der Pathologe Thomas Harvey das Gehirn des Schöpfers der Relativitätstheorie. Als es nach jahrelanger Odyssee ins Princeton Hospital zurückkehrt, beauftragt ein Schweizer Verehrer des Genies den Ganoven Edwin Klein die kostbare Reliquie nach Europa zu bringen. Doch es kommt zu einer kuriosen Verwechslung. Ein halbes Jahrhundert später recherchiert der junge Albert die Umstände seiner Herkunft, als er im Keller seines Vaters auf eine Stickstoffflasche stößt…


Der Autor

Peter Schmidt, geb. 1944 in Gescher, Schriftsteller und Philosoph, gilt selbst dem Altmeister des Spionagethrillers, John le Carré, als einer der führenden deutschen Kriminalautoren des Genres. Außerdem veröffentlichte er bereits zahlreiche Medizinthriller, Wissenschaftsthriller, Psychothriller und Detektivromane. Heute lebt Peter Schmidt in Gelsenkirchen.


Rezension

„Diese Leute konnten unmöglich meine Eltern sein. Vermutlich waren sie nicht einmal verwandt mit mir. Es gab genügend Hinweise darauf, dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmte.“ (Seite 14)

Albert ist anders. Hochintelligent, aber mit sozialen Defiziten ausgestattet. Seine Familie scheint nicht seine zu sein, viel Ähnlichkeit ist nicht vorhanden, zumindest nicht auf den ersten Blick. Als Albert von der Schule suspendiert wird, macht er sich aus lauter Langeweile auf die Suche nach seinen wahren Vorfahren – und entdeckt eine Stickstoffflasche im Keller. Bevor er aber deren Geheimnis auf den Grund gehen kann, soll er seine Schwester in Amerika aufspüren und wieder nach Hause bringen. Aber dort kann er endlich mal seine wahre Genialität ausleben, sein Intellekt öffnet ihm Tür und Tor, denn er ermöglicht es ihm, Wahrheiten auszusprechen, die so in mit Fremdwörtern gespickten Sprachwindungen verpackt sind, dass sie eh keiner versteht. So beginnt dann eine Odyssee der Selbstfindung, der Egomanie, der Selbstverherrlichung und der körperlichen Empfindungen.

Da man mich wegen chronischer Besserwisserei für drei Monate vom Unterricht freigestellt hatte – mit Auflage des Lehrerkollegiums, ich dürfe in dieser Zeit auf gar keinen Fall den Stoff des nächsten Schuljahres durchnehmen -, hockte ich mangels Taschengeld in meinem Zimmer und war hoffnungslos meiner Familie ausgeliefert. Jeder Art von Erziehungswillkür. (Seite 14)


So wirklich warm wird man mit den Protagonisten nie. Albert ist kein typisches Kind, er ist egozentrisch und überheblich, er wirkt niemals wie ein Jugendlicher. Was er liest, behält er und kann es auch sinnbringend anwenden. Warum auf einmal alle so von ihm begeistert sind und er zu einem wahren Medienstar aufsteigt, erschließt sich nicht so wirklich. Genauso wenig wie die anderen Mitglieder der Familie wenigstens einen Hauch von Normalität zeigen. Durchgeknallt sind sie alle – irgendwie, leider wirken sie dadurch auch wenig sympathisch. Es fehlt ihnen an Tiefe, man hat nicht das Bedürfnis, sie näher kennenzulernen. Eher im Gegenteil, ihre Handlungen sind unverständlich, wahrscheinlich, weil es einfach nicht der Natur des normalen Lesers entspricht. Ein bisschen fehlt auch der rote Faden, man weiß zwar, dass die Geschichte etwas mit Einsteins Gehirn zusammenhängt, aber es ist schon schwierig, ihr zu folgen. Es geht hin und her, Peter Schmidt gerät gerne mal ins Philosophieren, was er häufig und ausgiebig nutzt.

Alberts Handlungen sind schwer zu verstehen, seine Gedankengänge wirken verworren und nicht normal. Er steht über den Dingen, will erwachsen wirken, ist aber tief im Herzen immer noch ein Teenager, dem so einiges an Lebenserfahrung fehlt. Er ist nur Mittel zum Zweck, ein Alibi für den Autor, zum Philosophieren und auszusprechen, was ihm wohl auf dem Herzen liegt. Er packt schon einige interessante Themen an, kann sie aber nicht vertiefen und die unsympathischen Personen schaffen es auch nicht, sich ins Herz des Lesers zu schleichen und ihn zum Nachdenken zu bringen. Man denkt höchstens darüber nach, wie viel man bei der Lektüre von seiner Lebenszeit verschwendet hat. Man muss schon ein Fan von kruden Gedanken und verworrenen Geschichten sein, um dem Buch folgen zu können.


Fazit

Krude Gedankenspiele, verworrene Handlungen, durchgeknallte Protagonisten – man muss schon ein Faible für solche Geschichten haben, in denen wenig Normales steckt. Kein wirklicher Krimi, aber auch kein roter Faden durch irgendeine Geschichte – der Autor hat viel gewollt, es aber nicht wirklich verständlich umgesetzt. Zumindest gibt er viele Denkanregungen, indem er so einige brisante Themen zur Sprache bringt, sie auch ansatzweise eindringlich behandelt, aber zu oft vom Thema wieder abschweift.


Pro und Contra

+ interessanter Ansatz
+ philosophische Ausschweifungen

- unsympathische Hauptpersonen
- roter Faden nicht unbedingt erkennbar
- Handlungen nicht nachvollziehbar
- alles jenseits der normalen Wege

Wertung

Charaktere 2/5
Handlung 2.5/5
Lesespaß 2/5
Preis/Leistung 2.5/5

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 20. November 2012
 

Kommentare  

#3 DeutungshoheitMartin 2012-11-27 15:45
Lieber Herr Peter Schmidt,

wie jedem des eigenen Denkens mächtigen Menschen ist mir von vornherein klar, dass Rezensionen (egal ob von Experte oder Laie) immer einen subjektiven Einschlag haben - ich hätte Ihr Buch durchaus noch trotz der negativen Kritik auf dieser Seite gelesen.

Nachdem ich aber Ihre mit Verlaub anmaßende und herablassende
Abhandlung hier durchgearbeitet habe, in deren Kern Sie den Rezensenten verteufeln, der Ihr Buch nicht zu Ende liest bzw. (Gott bewahre!) Ihre Botschaften nicht richtig versteht, kommt das für mich nicht mehr in Frage.
Offenbar verkennen Sie, dass Rezensionen nicht für den Autor gedacht sind, sondern für den Leser - und dass es nun einmal Zielgruppen gibt, die sich in den Ansichten eines bestimmten Rezensenten wiederfinden, während andere vielleicht eine eigene Herangehensweis e an ein Buch haben.

Und bitte entschuldigen Sie, aber einen Autor, der seinen eigenen Text ungefragt selbst analysieren muss, damit ja nichts von dem geisteswissensc haftlichen Glanz verschleiert wird, den kann ich nicht ernst nehmen.

Mit besten Grüßen,
Martin G.
#2 RezensionenJudith 2012-11-27 14:55
Sehr geehrter Herr Schmidt,

schade, dass es Ihnen offenbar schwer fällt, Kritik an Ihrem Werk stehen zu lassen. Aber natürlich ist es Ihr Recht, Ihre persönliche Meinung hier anzuführen.

Allerdings: Wir sind kein Blog. Und die Rezensentin Ihres Romans engagiert sich bereits seit Jahren in unserem Team und geht stets auf die für sie wichtigen Belange ein. Ich kann Ihnen versichern, dass sich die Dame ausreichend mit Ihrem Werk beschäftigt hat. Und ich finde es offen gesagt etwas unverschämt, wie Sie quasi von oben herab auf ihre Bemühungen reagieren, nur weil die Dame Ihr Buch nicht nach Ihren Vorstellungen lobt.

Eine negative Rezension ist schlichtweg Berufsrisiko, sei es eine "Expertenmeinun g" oder auch nur die eines "Laien".

Herzliche Grüße

- Judith Gor
#1 Wie gut sind Blogger als Literaturkritik er?Peter Schmidt 2012-11-27 13:03
Vom Leiden des Autors an seinen Kritikern


Als Autor nimmt man - wohl oft zu leicht und etwas blauäugig - an, dass nur Leser sich mit ihren Literaturkritik en ins Netz und damit an eine größere Öffentlichkeit wagen, die wenigstens annähernd den Inhalt eines Buches verstanden haben.

Dass Faktoren wie "Spannung", "sprachliche Brillanz", "originelle Charaktere", "überraschende Plots", "Tiefe der Themen" von der Subjektivität des jeweiligen Betrachters (ja sogar seiner momentanen Tagesform) abhängen, spricht sich zwar nicht weiter herum, ist jedoch unter Experten relativ unumstritten: Solche Qualitäten sind nicht in objektiver und verallgemeinerb arer Weise am Text, z.B. wie "objektive" Eigenschaften, sondern erscheinen dem Betrachter / Leser nur als objektiv. Sie haben allerdings den starken, ja oft wohl zu verführerischen "Anschein von Objektivität" – und damit auch von Allgemeingültigkeit.

Literarische Bewertungen haben darüber hinaus mit Gefühlen zu tun. Gefühlsreaktion en können auf den gleichen Gegenstand bezogen so oder anders sein. Und sogar beim selben Menschen: heute so und morgen so. Gefühle "färben" andere Erfahrungen ein mit ihren Qualitäten, besonders mit Angenehm- und Unangenehmsein, aber auch mit Tönungen wie Traurigkeit, Schauder, Fröhlichkeit, und verleihen ihnen, wie man es aus der Ganzheitspsycho logie kennt, den Eindruck, diese Qualitäten befänden sich am Gegenstand. Aber Gefühle sind nur kontingent, das heißt, gehören nicht notwendig zu den Erfahrungen, mit denen sie aktuell einhergehen ...

Dies ist nun in der gegenwärtigen Ästhetik und Werttheorie ausreichend untersucht. Deshalb möchte ich über genau jene Relativität und Subjektivität der literarischen Bewertungen hier nicht streiten, sondern allein darüber, ob Kritiker in der Lage sind, den bloßen Inhalt eines literarischen Textes zu realisieren, um dann erst ihr Urteil zu fällen. Schaut man sich das literarische Bloggertum unter diesem Gesichtspunkt an, so ist das Ergebnis alarmierend. Am Beispiel meines eben erschienenen Romans "EINSTEINS GEHIRN" wurde mir das besonders deutlich. (Nicht dass ich in der Kritik schlecht wegekommen wäre – eher im Gegenteil, die positiven Stellungnahmen überwiegen zahlenmäßig bei weitem …)

Aber da toben sich offenbar Kritiker im Gefühl unbeschränkter Deutungshoheit aus, die nicht einmal bereit sind, ihre Schularbeiten zu machen. Einer betreibt einen Blog, in dem es nur so von ständigem "Zuklappen" des Textes bei verschiedenen Romanautoren und Texten hagelt, als ersetze diese Bewegung den eigentlichen Lesegenuss – oder als erliege der Kritiker gar einer Obsession (?):

– „Und ich klappte das Buch zu.“

– „Zwei Stunden meines Lebens (bis Seite 51) verschwendete ich an dieses Werk“

– „Abbruch der Lektüre.“

– „Ich klappte leider erst 20 Seiten später zu“.

– „Abbruch der Lektüre.“

– „konnte ich diesem Buch (das ich nur bis Seite 109 las) nichts abgewinnen."

– "Weitere zehn Seiten ging es für mich völlig durcheinander, dann gab ich endgültig auf.“

(Zitate von Herbert Huber, Wasserburg)

Schaut man sich mal genauer an – um nur ein typisches Beispiel herauszugreifen , es gibt viele ähnlich arbeitende Blogger – wie bei Einsteins Gehirn vorgegangen wird –

"Nach 68 Seiten brach ich die Lektüre ab. Bis dahin hatte ich vieles erlesen, aber eine rote Schnur war kaum erkennbar"

– dann finden wir zunächst die fehlende Bereitschaft, das Ganze aus seinem Zusammenhang zu beurteilen. Es werden nicht, wie man annehmen sollte, erst einmal relevante Fakten gesammelt. Die gesuchte "rote Schnur" scheint in der Bewertung als alles entscheidend, jede andere Erzählvariante scheidet aus, der Maßstab "rote Schnur" wird absolut gesetzt. Das Bemerkenswertes te daran: In diesem Roman-Beispiel ist die rote Schnur eindeutig vorhanden, nur verlangt sie dem Leser etwas mehr ab als ein platter Tatort-Krimi. Das fertige Ergebnis wird ihm nicht schon vorab auf dem Silbertablett serviert.

Solche Versuche sind desillusioniere nd für den Autor, weil es offensichtlich an Kompetenz fehlt, den Inhalt zu realisieren:

– Es wird nicht der ganze Text erfasst

– Die Indizien für den weiteren Ablauf der Geschichte werden überlesen

– Die Funktion von Alberts Wissensdemonstr ationen im späteren Verlauf wird nicht erkannt

– Die pubertäre Situation des Protagonisten (und später seine moralische Konfliktsituati on) wird nicht berücksichtigt

– Die Gründe für die spezielle Charakterzeichn ung des Ich-Erzählers werden nicht weit genug verfolgt

Fehlt es aber hier schon an inhaltlicher Kompetenz, wie soll der Laien-Kritiker dann weitere Themen wie "Mediensatire", "Generationenko nflikt", "Umweltproblema tik" in den Blick bekommen? Oder: Was ist neu an Alberts Ansichten? – z.B. beim Thema Willensfreiheit kontra Determinismus. Und die satirisch-parod istische Form als Agens eines Entwicklungsrom ans, die „gebrochene“ Figur des Ich-Erzählers? Oder der politischen Ebene: Ungerechtigkeit en innerhalb demokratischer Gesellschaften, der Möglichkeit neuer Kriege?

Albert als junges Jahrhundertgeni e und geistiger Überflieger (und wenn doch nicht, dann warum genau im Detail?) punktet in einer CNN-Talkshow beim Dalai Lama mit subtilem Verständnis des Glücks, entwickelt gleich noch eine neue – „progressive“ – Art der Moralbegründung , votiert bei Papst Benedikt nach allen gescheiterten Gottesbeweisen der Geistesgeschich te für das „Bauchgefühl des Detektivs“, findet neue, überraschende Deutungen der Theodizee, konfrontiert den scheidenden amerikanischen Präsidenten Bush im Weißen Haus mit den Fehlern seiner Außenpolitik – und malt literarisch, sozusagen als Abschiedsgesche nk, ein drastisches Bild der kommenden Klimakatastroph e ... Die Kompetenz des Literaturblogge rs kann der Komplexheit des Textes nicht gerecht werden, wenn er sich solchen Inhalten verweigert, sei es aus Bequemlichkeit, mangelnden Fähigkeiten – oder aus schlichter Abneigung den Themen gegenüber.

Denn um kein Missverständnis aufkommen zu lassen – wir leben nicht in der Literatur-Dikta tur. Jeder darf, wann immer er will, ein Buch zuklappen. Nur diskreditiert sich der Kritiker selbst, wenn er sich den Anschein gibt, anhand von wenigen Indizien einen ganzen Roman zu beurteilen – und eben nicht lediglich seinen Torso. (Mit diesem Blogger hatte ich übrigens dasselbe zweifelhafte Vergnügen, als er ein Sachbuch bewertete und Fragen stellte, die alle beantwortet, aber wegen unaufmerksamen oder unvollständigen Lesens übersehen worden waren. Was er nachdrücklich anmahnte, stand bereits ausführlich im Text.)

Natürlich kann man argumentieren, unser Kritiker beansprucht ja auch gar nicht das Urteil über das Ganze. Doch da unterschätzt man die Flüchtigkeit des gewöhnlichen Rezipienten. Der mag genauso wenig differenzieren. Sicher würde jemand mit dieser Art Torso-Rezension in keinem Feuilleton reüssieren können. Das ist dann je nachdem der Unterschied von Experten- und Laien-Rezension . Aber es entsteht ein geistiges Klima der Beliebigkeit. Und warum sollte ich denn nicht auch nach zehn Sätzen das Handtuch werfen dürfen? Warum mich denn auch noch einem womöglich für meine einfachen Bedürfnisse viel zu komplexen Zusammenhang stellen?

Besonders deutlich wird solche Ungeduld bei Texten, die von der Vorerwartung abweichen. Ein Etikett wie "Kriminalroman" veranlasst den ungeduldigen Blogger nicht etwa, sich darauf einzulassen, versuchsweise auch einmal einem anderen Schema von Kriminalliterat ur zu folgen, zum Beispiel dem Genre der Kriminalkomödie . Er fühlt sich eher im Besitze der Deutungshoheit, was genau alles "Krimi" genannt werden darf. Man darf vermuten, dass diese Definition von seinen (natürlich legitimen) Vorlieben geleitet ist. Passiert kein Mord? Gibt es keinen Kommissar, keinen Detektiv? – Man will Hering und bekommt Lachs? – und ist enttäuscht, weil man Vorgaben gesehen hat, wo gar keine waren, oder Vorgaben allenfalls im eigenen Kopf.

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren