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Aufgeputscht und abgefahren (Liz Hoppe)
Geschrieben von Jessica
Montag, der 29. Oktober 2012

Unsichtbar Verlag, 1. Auflage Oktober 2012
Taschenbuch, 128 Seiten
Preis: 9,99 € (D)
ISBN: 978-3-942920-118-6

Genre: Anti-Pop


Klappentext:

Zwei Mädchen, ein Jahr, eine pulsierende Stadt und die Suche nach dem ultimativen Kick.
Berauscht von der Nacht, vom Sex betört tanzen sie zu Technobeats. Tanzen um ihr Leben. Aufgeputscht und abgefahren – eine Achterbahn zwischen Himmel und Hölle, in der es nicht nur bergauf geht.

„Die Welt lag brach, unbenutzt und rein, direkt zu meinen Füßen. Ich musste nur zugreifen. Aber wonach? Wozu Äpfel pflücken, wenn man pures MDMA hat?“


Rezension:

Das Leben ist eine Konfrontation mit Augenblicken. Sobald man einen erlebt, ist er schon wieder vorbei. Festhalten ist bei Zeit unmöglich. Das kann man probieren wie man möchte, man ist zum Scheitern verurteilt. Und am Schlimmsten ist, Augenblicke daran zu verschwenden, an andere Augenblicke zu denken. Vergangene oder zukünftige. Aus diesem Grund nehme ich Drogen. Sie bewahren mich im Hier und Jetzt.
(Seite 39)


Sara zieht es nach Berlin, in die bunte und laute Metropole, die ihr in so vielerlei Hinsicht so viel mehr bietet als das kleine verschlafene Kaff, in dem sie mit Müh und Not aufgewachsen ist. Also packt sie ihr weniges Hab und Gut ein, lässt ihre enttäuschte Mutter zurück und kommt in der schillernden Großstadt bei der Schwester eines Bekannten unter. Nicki, ebenfalls aus diesem Dorf stammend, ist anfangs gar nicht begeistert von ihrer neuen Aufgabe als „Dorftrampelbetreuung“, doch es stellt sich schnell heraus, dass dieses scheinbar unbedarfte Mädchen vom Lande Nickis Ansichten teilt und sie beide nicht nur ein wunderbares Partygespann abgeben, sondern auch richtige Freundinnen werden können. Nicki setzt ihren betrügerischen Freund vor die Tür, Sara zieht kurzerhand ein und fortan sind die beiden jungen Frauen nur noch im Doppelpack unterwegs. Und dieses Doppelpack hat es wahrlich in sich – ihr Leben wird zu einer einzigen Party, ein Drogenrausch folgt dem anderen, runtergekommen wird mit Alkohol und der nächste Trip steigert die sexuelle Extase ins Unendliche. Ein Kreislauf, der zur Suche und zur Sucht wird, in dem es kein Halten und aus dem es kein Entrinnen gibt …

Wie die meisten Bücher aus dem Anti- oder I-Pop-Genre ist auch Aufgeputscht und abgefahren nichts für die graue Masse der Leserschaft. Wenn man nicht genauer darüber nachdenken möchte, kann man dieses Buch schnell als drogen- und sexverherrlichend bezeichnen, es nach dem Lesen mit einem Kopfschütteln in die am weitesten entfernte Ecke legen und sich die nächste seichte Lektüre nehmen, die die Gehirnzellen einfach nur vollstopft statt sie ein wenig in Gang zu setzen. Wer sich allerdings die Mühe macht, hinter die schmale Fassade des nicht einmal 130 Seiten starken Buches zu schauen und die geschriebenen Zeilen nicht nur einfach runter zu lesen, sondern tatsächlich aufzunehmen, der wird mit einer Geschichte belohnt, die das Leben schreibt. Eine harte Geschichte, die nicht zimperlich mit der Wahrheit umgeht. Eine laute Geschichte, die dem Leser die erschreckende Realität ins Gesicht brüllt. Eine authentische Geschichte, die sich in jeder großen und kleinen Stadt überall auf der Welt abspielen könnte. Die Geschichte zweier junger, perspektivloser Frauen auf der Suche nach dem unendlichen Glück und der ruhebringenden Zufriedenheit, nach dem absoluten Kick und dem Geheimnis des Lebens.

Liz Hoppe beschreibt die Geschichte von Sara und Nicki aus verschiedenen Perspektiven, immer wieder bekommt der Leser eigentlich nur Fragmente um seine Gehirnzellen geschlagen, sodass er tatsächlich gefordert ist, eben diese ein wenig anzustrengen, um hinter das Geheimnis dieses Debüts zu kommen. Die Sprache ist dabei derb und ohne Kompromisse, eben genau wie das Leben auch mit den beiden Protagonistinnen und ihrem Umfeld umgeht. Dass die Autorin sich dabei nicht im Geringsten scheut, auch aus- und damit auffällig zu werden, stößt so manchem zarten Gemüt sicherlich ziemlich vor den Kopf – doch wer sich in diesem Genre der Literatur bereits ein wenig bewegt hat, der weiß genau, dass es weitaus schlimmer geht. Als schonungslos kann man Aufgeputscht und abgefahren daher nicht unbedingt ansehen, dennoch verbirgt sich auch eine gewisse Härte in dem Beschriebenen. Die Botschaft, die in diesem Buch steckt, ist für jeden Leser eine andere – der Unterschied liegt wahrscheinlich vor allem in der Sichtweise und der ganz eigenen Möglichkeit, sich die Augen öffnen lassen zu wollen.

Dabei ist fliegen gar nicht so schwer. Einfach springen und vergessen aufzuschlagen.
(Seite 4)


Fazit:

Alkohol, Drogen, Party, Sex – Highlife in Berlin. Liz Hoppe beschreibt ein Jahr im Leben zweier junger Frauen, ein Jahr, in dem es nur um Spaß und bunte Trips geht und das dem Leser oftmals ein Stirnrunzeln oder Kopfschütteln entlockt. Ganz offensichtlich überspitzt bewegt sich Aufgeputscht und abgefahren aber auch sehr nah an der Wahrheit. Als Hauptstadtkind überkommt einen der Drang zur Verteidigungshaltung, bis zum Innehalten und Nachdenken darüber, wie gut man seine Stadt eigentlich wirklich kennt. Lesens- und beachtenswert!


Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 29. Oktober 2012
 

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