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James Bond - Casino Royale (Ian Fleming)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 02. November 2012

Verlag: Cross Cult; (September 2012)
Taschenbuch; 240 Seiten; 11,80 €
ISBN-13: 978-3864250705

Genre: Thriller/ James Bond


Klappentext

Die klassischen JAMES BOND 007-Romane von Ian Fleming – erstmals in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung.

JAMES BOND 007

Geheimdienstchef M schickt Bond auf eine Mission, um einen russischen Agenten namens „Le Chiffre“ auszuschalten, Er soll ihn am Baccara-Tisch ausnehmen und so seine sowjetischen Auftraggeber zwingen, ihn in den „Ruhestand“ zu schicken. Zunächst scheint es so, als ob das Glück Bond holt ist – Le Chiffre hat eine Pechsträhne. Doch manche Leute weigern sich einfach, nach den Regeln zu spielen …

„Diese Neuausgabe beweist es: BOND ist ein moderner Klassiker.“
Lutz Göllner, Zitty

„CASINO ROYALE hat mein Leben verändert. Ich war fasziniert von diesem abgebrühten Helden, der alles über Autos, Waffen, Kartenspiele, Cocktails und - natürlich am wichtigsten – Frauen wusste.“
Ken Follett


Rezension

James Bond wird im Kino dieses Jahr 50. Ein mehr als günstiger Zeitpunkt also, die Romane um den britischen Geheimagenten neu aufzulegen, da mit Skyfall auch gleichzeitig ein neuer Bond-Film ins Kino kommt. Zum ersten Mal werden dabei die Bond-Romane in Deutschland ungekürzt erscheinen. Bei früheren Gelegenheiten waren sie immer um Szenen erleichtert oder in ihnen entschärft worden. Somit wird die Neuausgabe und -übersetzung von Cross Cult in dieser Hinsicht vollkommen unangetastet sein. Begonnen wird mit dem ersten Auftrag des Geheimagenten, der 2005 auch der erste Fall des frischgebackenen James Bond-Darstellers Daniel Craig war: Casino Royale. Natürlich wurden für die Verfilmung Anpassungen vorgenommen, doch der Kern der Geschichte ist immer noch gut zu erkennen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, knapp acht Jahre später, wird Bond damit beauftragt Le Chiffre zu Fall zu bringen. Dieser verwaltet das Geld einer russischen Geheimorganisation und ist in Geldschwierigkeiten gekommen. Wie die meisten Verzweifelten sucht er sein Glück im Spiel. Im Casino des kleinen französischen Örtchen Royale organisiert er ein Turnier für Baccara, im Prinzip eine Siebzehn-und-Vier-Variante. Bond als bester Spieler des MI-6, bekommt den Auftrag Le Chiffre zu besiegen, in den Ruin zu treiben und ihm anschließend das Angebot zu machen, überzulaufen. Denn eins ist sicher: Die russische Geheimdienstorganisation SMERSH verzeiht den Verlust ihrer Millionen nicht so einfach. Bond macht sich auf den Weg und schon bei seiner Ankunft wird ihm von dem Agenten vor Ort, Mathis, eröffnet, dass er aufgeflogen ist. Trotzdem machen Bond und er weiter, unterstützt von der attraktiven Vesper Lynd. Doch bleibt dies nicht die einzige unangenehme Überraschung, die auf James Bond wartet.

James Bond, erst recht Casino Royale, ist ohne den Blick auf die Verfilmung, fast nicht möglich zu betrachten. Bond hat sich von den Büchern verselbstständigt und die Filme sind mittlerweile bekannter als die Bücher Ian Flemings. Da stellt sich die Frage: Wieviel von Flemings Bond ist überhaupt noch in der Filmfigur vorhanden? Der Vergleich bietet sich bei Casino Royale geradezu an, da es sowohl Bonds erster Auftritt überhaupt in Roman und Filmform ist (in den Fünfzigern gab es schon einmal eine Fernsehfassung des Romans vor Sean Connery, die aber in Vergessenheit geraten ist), als auch der erste Auftritt Daniel Craigs als Bond, womit gleichzeitig eine härtere realistischere Ära der Bond-Filme eingeläutet wurde, nach den Computereffektspektakeln mit Pierce Brosnan.
Und wenn man den Vergleich macht, stellt man fest: Daniel Craig trifft den Charakter von James Bond sehr gut, mit Ausnahme von Sean Connery vermutlich sogar am Besten. Da ist ihm auch die Abweichung im Äußeren, blonde statt schwarzer Haare, zu verzeihen.

Bond steht in Casino Royale noch am Anfang seiner Karriere im MI6. Gerade hat er sich seinen Doppelnullstatus verdient, der zeigt, dass er im Einsatz einen Menschen töten musste, worauf er auch durch seine Verbündeten angesprochen wird. Er ist noch roh, ungeschliffen und lässt einiges von seiner Kaltschnäuzigkeit vermissen. Gedanken ans Aufgeben, als er die erste Runde gegen Le Chiffre verliert, sind ihm nicht unbedingt fremd und Fleming spricht durchaus an ein oder zwei Stellen, von Verzweifeln. Trotzdem ist Bond natürlich nicht ein einfacher Mann. Ihn zeichnen Beobachtungsgabe und eine gehörige Portion Glück aus und die Bereitschaft für sein Land zu Töten.
Bei Casino Royale kommt aber auch eine andere Seite von ihm zum Tragen. Die Romantische. Bis zu seinem Auftrag in dem kleinen französischen Städtchen, hat er sich anscheinend kaum mit Frauen als Liebesobjekt beschäftigt. Liebe gab es in seinem Leben nicht und so ist es erstaunlich, wie schnell Vesper Lynd das Herz dieses hartgesottenen Mannes erobern kann.
Wie auch später im Film, ist der Teil um Vesper Lynd, die hier mehr schmückendes Beiwerk, denn ein eigener Charakter ist, nicht zwingend notwendig für die Handlung. Allerdings überaus wichtig für Bonds Entwicklung. Ian Fleming gibt ihm mit Vesper Lynd einen Grund, fortan verbissen Jagd auf alle Agenten SMERSHs zu machen. Die Zerschlagung des Spionageringes wird somit zu einer persönlichen Sache für Bond und wird ihn auch in den späteren Romanen antreiben.

Von den auftretenden Nebenfiguren sticht im übrigen eine hervor. Felix Leiter. In den Verfilmungen der Bücher nur hin und wieder am Rande als Stichwortgeber eingesetzt, bekommt er in dem Roman relativ viel Platz eingeräumt und darf sich ein ums andere Mal mit Bond einen, mitunter ironischen, Schlagabtausch liefern. Schade, dass er in den Filmen bisher immer unter „ferner liefen“ war.

Genauso wie James Bond ist Casino Royale ebenso noch ein ungeschliffener Rohdiamant. Man merkt, dass der Roman Ian Flemings erster Beitrag zum Spionagegenre ist und doch schafft er es den Leser aufs Beste zu unterhalten. Zwar wirkt sein Schreibstil hier für den heutigen Leser manches Mal ein bisschen zu ruhig und geruhsam, trotzdem schafft er es durch Hintergrund und überraschende Ereignisse Spannung aufzubauen und das Interesse des Lesers wach zu halten, zudem liest sich sein Stil flüssig und gut in einem Rutsch weg. Mit Sicherheit ist Casino Royale heute nicht mehr nervenzerreißend und das Thema „Ost gegen West“ scheint auf den ersten Blick etwas antiquiert. Schaut man sich die derzeitigen Entwicklungen aber an, ist die Grundidee des Romans dann vielleicht gar nicht mehr so weit hergeholt. Denn eins steht fest: Als ehemaliger Mitarbeiter des Geheimdienstes weiß Ian Fleming, wovon er redet und gibt einen guten Einblick in die damalige Welt der Agenten.


Fazit

James Bond weiß auch heute noch den Leser gut zu unterhalten und mit Casino Royale legt er einen fulminanten Start hin, dem noch viele weitere Auftritte folgten. Ian Fleming beweist schon hier, dass er einen cleveren Plot zeichnen kann, auch wenn die ganz große Spannung fehlt.


Pro & Contra

+ komplexe Handlung
+ spannender Hintergrund
+ Felix Leiter

0 manchmal etwas geruhsam für heutige Leser

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Ian Fleming:

Rezension zu James Bond – Leben und sterben lassen
Rezension zu James Bond – Moonraker
Rezension zu James Bond – Diamantenfieber
Rezension zu James Bond – Liebesgrüße aus Moskau
Rezension zu James Bond – Goldfinger
Rezension zu James Bond – In tödlicher Mission

Literatopia-Links zu weiteren Bond-Romanen:

Rezension zu James Bond – Trigger Mortis
Rezension zu James Bond – Carte Blanche

Literatopia-Links zu weiteren Bond-Comics:

Rezension zu James Bond - Vargr
Rezension zu James Bond – Eidolon
Rezension zu James Bond - Hammerhead

 

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 30. August 2017
 

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