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Das Lied des Todes (Axel S. Meyer)
Geschrieben von Dennis
Samstag, der 10. November 2012


rororo (September 2012)
Taschenbuch, 640 Seiten, EUR 9,99
ISBN: 978-3499257674

Genre: Historik


Klappentext

Ein düsteres Lied, stärker als Krieg, Tod und Verrat. Im Spätsommer 955 tobt eine Schlacht, die die Zukunft des Abendlandes verändern wird: König Otto siegt über die Magyaren, und zieht sich damit den Neid seiner Gegner zu. Thankmar von der Mersburg ist einer von ihnen: besessen davon, seinem Onkel den Thron zu entreißen. Mit seinen Anhängern, den "Blutmänteln", zieht er durch die Länder des Nordens. Er brennt Städte nieder, raubt, plündert und foltert, spinnt Intrigen an den Herrscherhöfen. Nur eine stellt sich ihm in den Weg - die mächtige Seherin Velva. Als auch sie sterben soll, verflucht sie Thankmar mit dem "Lied des Todes".
Ihr Sohn Aki schwört Rache. Und nicht nur er, sondern auch der geheimnisvolle Normannenkrieger Hakon versucht, das Unheil abzuwenden, das das Reich bedroht …


Rezension

Mit "Das Lied des Todes" legt Axel S. Meyer seinen zweiten historischen Roman vor - und schon der Klappentext verheißt ähnlich spannende Elemente wie in "Buch der Sünden". In der gleichen faszinierenden Welt - diesmal allerdings gut 100 Jahre später - verflechtet er einmal mehr auf gekonnte Weise historische Fakten mit spannender Fiktion - eine Gratwanderung, wie wir im Interview erfahren haben - eine Gratwanderung, die dank ausgewogenem Verhältnis aber gelingt.

So steigt Meyer gleich zu Beginn des Buches mit der Schlacht zwischen König Otto und den Magyaren ein - einem wichtigen historischen Großereignis, auf das er nun seine Geschichte aufbaut. Und auch, wenn ein längerer fiktiver Teil folgt, so baut Meyer doch immer wieder historische Fakten ein - dafür wählt er eine Mischung aus Charakteren, die auf realen historischen Personen basieren, und rein fikitven - wobei er bei ersteren nach eigenem Bekunden ein besonderes Augenmerk auf Plausibilität legt. Hieraus entspinnt sich eine Geschichte, die in bester Historik-Manier zu unterhalten weiß: Machtgierige Adelige treten vom Leben gebeutelten, einfachen Leuten gegenüber, die sich nur durch List und Aufgewecktheit in der harten Welt des 10. Jahrhunderts behaupten können. Hierbei setzt Meyer auf eine ausgewogene Mischung aus interessanten - wenn auch teilweise etwas stereotypen - Charakteren: Die Seherin Velva, die mit ihren Kindern Aki und Asny in den Wäldern ein entbehrungsreiches Leben führen muss, weil sie verstoßen wurde. Der Adlige Thankmar, der glaubt, einen rechtmäßigen Anspruch auf den Thron zu haben und dem jedes Mittel recht ist, um diesen durchzusetzen. Und schließlich Hakon, der mysteriöse Krieger, aus dem man erst im Laufe der Geschichte schlau wird. All diese Charaktere haben interessante Hintergründe und Handlungsstränge, die - mal mehr und mal weniger geschickt - zu einer einheitlichen Gesamthandlung verwoben werden. Immer wieder kreuzen sich die Wege der verschiedenen Charaktere, sodass aus mehreren Puzzleteilen schließlich ein stimmiges Gesamtbild entsteht, das zu unterhalten weiß. Dabei bekommt man das typische Spektrum historischer Romane geboten - Intrigen, Ränke, Unterdrückung, Grausamkeiten. Dennoch schafft Meyer es, seinen Roman eigenständig wirken zu lassen, was an der spannenden Geschichte als solcher liegt. Und natürlich an seinem "Markenzeichen" - der Prise "Mystery", mit dem er seine Handlung zu würzen pflegt. Auch wenn diese im aktuellen Roman etwas schwächer ausfällt als im Vorgänger, so bildet dieses Geheimnisvolle doch ein wichtiges Element, das immer wieder die Handlung unterstützt, dabei aber glücklicherweise nicht zum Selbstzweck entartet; "Das Lied des Todes" ist und bleibt ein historischer Roman.
Und als dieser bietet er eine spannende Handlung, die sich flüssig liest - seien es die Machenschaften des durchtriebenen Thankmars, sei es die Odyssee der Geschwister Aki und Asny oder Hakons Erlebnisse. Um dies zu gewährleisten, muss Meyer der Handlung hin und wieder auf die Sprünge helfen – denn natürlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die Charaktere immer wieder über den Weg laufen; dass sich ihr Schicksal derart eng verknüpft. Hier bildet "Das Lied des Todes" keine Ausnahme unter den historischen Romanen, sondern zeigt vielmehr ein weit verbreitetes Problem des Genres: Die Handlung wirkt teilweise konstruiert, was natürlich Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit hat. Besonders einige Unstimmigkeiten - wie zum Beispiel Akis phänomenale und leider zugleich vollkommen unglaubwürdige Fähigkeit, neue Sprachen zu erlernen – sind ärgerlich, weil sie leicht zu umschiffen gewesen wären. Zugunsten des flüssigen Handlungsgefüges, dass Meyer sich hiermit jedoch erkauft, kann man darüber noch einmal hinwegsehen.


Fazit

Ein schöner und stimmiger historsischer Roman, der zu unterhalten weiß – getrübt wird dieser Eindruck nur durch ein paar kleinere Unstimmigkeiten wie eine konstruiert wirkende Handlung und stereotype Charaktere, die aber nicht allzu schwer ins Gewicht fallen.


Pro & Kontra

+ spannend und unterhaltsam
+ historische Hintergründe und Persönlichkeiten …

o … die natürlich in den fiktiven Rahmen eingepasst werden

- teilweise unrealistische und konstruiert wirkende Handlung
- stereotype Charaktere, die ihren Zweck jedoch erfüllen

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5



Zum Interview mit Axel S. Meyer (August 2012)

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 16. Dezember 2012
 

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