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Das Tantenerbe (Trix Niederhauser)
Geschrieben von Nicole
Sonntag, der 11. November 2012

niederhauser t-das tantenerbe

Ulrike Helmer Verlag, 1. Auflage 2012
Taschenbuch, 278 Seiten
€ 14,95 [D]
ISBN: 978-3-89741-339-9

Genre: Liebesroman


Klappentext

 »>Hier hat sie ihre Bestseller verfasst<, hauchte sie und fuhr mit der Hand über die glatte Schreibtischfläche. «

Das Leben der Journalistin Micha ändert sich jäh, als sie in den Genuss einer unverhofften Erbschaft kommt. Ihre verschollene Tante Gertrud war … die höchst erfolgreiche Autorin Jane Blackriver! Freudig tritt Micha das Erbe an und zieht mit ihrer besten Freundin Alex in Tante Gertruds schönes altes Haus. In der Dachwohnung mietet sich die faszinierende Caro ein, was prompt für allerlei Liebeswirrungen sorgt. Obendrein gibt das Leben er Tante Rätsel auf: Wer um alles in der Welt war Paddy? Verborgenen Geschichten drängen ans Licht ...


 Über die Autorin

Trix Niederhauser, geboren 1969, wuchs in einem kleinen Dorf in der Schweiz auf. Sie ist gelernte Buchhändlerin, arbeitet heute als Geschäftsführerin einer Buchhandlung und lebt im Emmental. Ihre Leidenschaften gelten der Musik, dem Lesen und Schreiben. Nebst Lebens-, Liebes- und Beziehungsgeschichten denkt sie sich gerne Krimis aus. 2006 erschien ihr erster Roman, »Halt mich fest«.


 Rezension

Die Journalistin Micha ist eine Lebenskünstlerin. Kreativ veranlagt weist ihre Wohnung nicht nur die stereotypisch vorgegebene Unordnung auf, auch ihre verschiedenen Jobs bei den unterschiedlichsten Magazinen bringt sie oft nur mühsam unter einen Hut. Immer am Rand zur Armut trifft es sich daher gut, dass sich ihre verstorbene Tante Gertrud, die den Kontakt zur Familie vor Jahrzehnten abbrach, sie plötzlich als Alleinerbin einsetzt. Ihre Tante, die eine berühmte Schriftstellerin war, vermacht ihr neben einem ordentlichen Vermögen auch eine Villa auf dem Land, so dass Micha kurzentschlossen ihre Wohnung kündigt und in das Haus ihrer Tante zieht. Gertruds Geist scheint im Haus immer noch präsent, und als Micha über einen Stapel Liebesbriefe ihrer stolpert, beschließt sie, einen Biographie über ihre Tante zu schreiben. Gertruds Verlag zeigt sogleich Interesse, eine Historikerin, die ihr bei der Aufarbeitung der geschichtlichen Hintergründe helfen soll, ist auch bald gefunden. Dass das Projekt dennoch immer wieder ausgebremst wird, liegt an den Frauen in Michas Leben. Da wäre zum einen Caro, in die sich Micha bereits auf den ersten Blick verliebte, auch wenn diese eine Beziehung zu einem Mann vorzuweisen hat, dann die sympathische Tierärztin von nebenan und Dani, Michas lesbische Freundin. Zu allem Überfluss taucht auch Simone, Michas Ex, zu den unpassendsten Zeitpunkten auf. Wie soll Micha in diesem Wirrwarr nur die Frau fürs Leben finden und gleichzeitig den Kopf für die Geschichte ihrer Tante frei bekommen?

Das Tantenerbe ist kein reiner Liebesroman, sondern lässt sich eher als Hommage an die Kreativität, die Freundschaft und Frauen von gestern und heute verstehen. Immer wieder finden sich Auszüge aus Gertruds Liebesbriefen in der Geschichte, weht ein Hauch von Tragik im Raum, auch wenn die letztendliche Auflösung um die Geschichte um Gertrud und Paddy nicht nur schön, sondern auch mit einer kleinen Logiklücke besetzt ist.

Leider wirken einige der Charaktere zum Teil bemüht bis unrealistisch. So wird Simone, Michas Partnerin am Anfang des Buches, mit so vielen negativen Eigenschaften und Verhaltensweisen besetzt, dass man sich als Leser unweigerlich fragen muss, wieso Micha sich nicht nur in sie verliebte, sondern die Beziehung auch noch über drei Jahre aufrecht erhielt. Ebenso verwunderlich erscheint vielleicht auch die Dichte an homosexuellen Frauen im Tantenerbe. Neben der gut besetzten Szene der Stadt wohnt eine auf dem Bauernhof nebenan, ist eine lesbische Tierärztin für die Tiere des Bauernhofs zuständig, weist Caro eine lesbische Freundin auf und auch die verstorbenen Tante hat so ihre Geheimnisse.

Sieht man über diese Dinge hinweg bietet sich einem ein Roman mit vielen Facetten, denn langweilig wird es in Michas Leben selten. Viel Trubel im Haus sowie hellhörige Wände sorgen neben den locker gestalteten Dialogen für reichlich Abwechslung. Michas Liebeswirrungen sorgen für Humor und Gänsehaut, wobei Michas letztendliche Entscheidung nachvollziehbar und stimmungsvoll aufgebaut ist.

Etwas gewöhnungsbedürftig für deutsche Leser dürfte allerdings der Stil Niederhausers sein. An sich sehr locker und wortgewandt, fallen hin und wieder ungewohnten Konstruktionen und Wörter ins Auge, wobei insbesondere die verschwenderische Verwendung des Dativs negativ auffallen könnte.


Fazit

 Humorvoll und in kurzweiligem Stil verknüpft Trix Niederhauser in ihrem Buch die Geschichte zweier Frauen, deren Leidenschaft der Literatur und dem weiblichen Geschlecht gilt. Das Tantenerbe bietet gute Unterhaltung, die allerdings durch kleinere Schwächen in der Charaktergestaltung und Logik hin und wieder getrübt wird.


Pro & Contra

+ humorvolle facettenreiche Geschichte
+ interessante Idee
 
o schweizerischer Schreibstil für Deutsche etwas ungewohnt
 
- wirkt teilweise konstruiert

Wertung: alt

Handlung: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5

Denn vom Trauern kommt der Tod (Trix Niederhauser)

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 15. Januar 2014
 

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