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James Bond - Moonraker (Ian Fleming)
Geschrieben von Markus
Montag, der 26. November 2012

Verlag: Cross Cult; (September 2012)
Taschenbuch; 340 Seiten; 12,80 €
ISBN-13: 978-3864250743

Genre: Thriller/ James Bond


Klappentext

Die klassischen JAMES BOND 007 - Romane von Ian Fleming – erstmals in ungekürzter und originalgetreuer Übersetzung.

JAMES BOND 007

Der Gentleman-Agent tritt gegen Sir Hugo Drax am Kartentisch an. Er soll dem Millionär und Kopf des Moonraker-Projektes eine Lektion erteilen und einen Skandal verhindern, der das neueste Abwehrsystem Großbritanniens betrifft. Aber hinter Drax steckt mehr als ein einfacher Falschspieler. Als sich Bond genauer mit der Moonraker-Basis befasst, entdeckt er, dass sowohl das Projekt an sich wie auch sein Leiter etwas anderes sind, als sie zu sein vorgeben …

„Diese Neuausgabe beweist es: Bond ist ein moderner Klassiker.“ Lutz Göllner, Zitty

Was JAMES BOND in diesem Roman durchmacht, lässt die Filme im Vergleich dazu zum Kasperle-Theater werden!“ Danny Morgenstern, Autor James Bond XXL


Rezension

Wer Fan der Bondfilme ist, wird sich mit Sicherheit noch gut an Roger Moores Auftritt in Moonraker erinnern. Nicht, dass es ein besonders guter Bond gewesen wäre, eher im Gegenteil, sondern wegen des ungewöhnlichen Schauplatzes. Star Wars war gerade zum ersten Mal überaus erfolgreich in den Kinos gestartet und Geschichten im Weltraum waren der große Trend, von dem die Produzenten der Bondfilme ihren Teil abhaben wollten und so sprangen sie auf den Zug auf und spendierten James Bond einen Ausflug ins Weltall. Das der Film dadurch bis auf die Namen der Hauptpersonen nichts mehr mit dem Roman gemein hat, war etwas, was gerne in Kauf genommen wurde. Dem Publikum sollte geboten werden, was es wollte und das ging mit Romantreue nicht einher. Aber worum geht es eigentlich in Moonraker?

Sir Hugo Drax spielt falsch. In einem der ältesten und angesehensten Clubs Londons betrügt er beim Kartenspiel. Normalerweise zwar ein kleiner Skandal, aber nichts weltbewegendes, wenn nicht gerade Sir Hugo Drax, der Financier eines ehrgeizigen Projektes der Briten wäre. Ihm ist die Konstruktion und der Bau der ersten, militärisch einsetzbaren Rakete Großbritanniens zu verdanken. Mit dieser Waffe wäre es dem Land möglich jede Hauptstadt Europas zu erreichen und auf diese Weise Vergeltungsschläge zu führen. In Zeiten des Kalten Krieges, der zur Entstehungszeit des Romans fast auf seinem Höhepunkt war, eine nicht unwichtige Tatsache. Durch einen Skandal um Hugo Drax könnte das Projekt Moonraker aber ins Wanken geraten. So tritt M mit der Bitte an Bond heran, Drax mit seinen eigenen Waffen eine Lektion am Kartentisch zu erteilen, so dass dieser nie wieder auf die Idee kommt, zu betrügen. Dies gelingt Bond auch auf spektakuläre Weise, aber dann beginnen die eigentlichen Probleme mit dem Projekt Moonraker. Zwei Männer aus Hugo Drax Team sterben. Mord mit anschließendem Selbstmord aufgrund von Eifersucht. So sieht es zumindest aus. Aber Bond stößt recht schnell auf die ersten Ungereimtheiten. Dazu kommt, dass von den 52 Angestellten auf Drax Gelände 50 Deutsche sind. Das mag heute auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich aber nicht alamierend sein, zu Ian Flemings Zeit, direkt nach dem Krieg, konnte dieser Umstand die Verantwortlichen aber durchaus nervös machen. Zurecht, wie Bond bald bitter erfahren muss.

Eins Vorweg: Als Deutscher darf man bei diesen Bondroman nicht dünnhäutig sein und sollte im Hinterkopf behalten, dass der Zweite Weltkrieg keine zehn Jahre vorbei war, als Ian Fleming seinen Roman schrieb. Von daher lassen sich die auftauchenden Klischees und Vorurteile relativ leicht erklären. Auch boten sich die Deutschen oder besser die unverbesserlichen Nazis geradezu als Gegner von Bond an. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Fleming seinen Vorurteilen freien Lauf lässt. Als Leser sollte man dies als interessanten Einblick in den damaligen Zeitgeist abhaken und sich lieber auf die Geschichte an sich konzentrieren. Denn die ist ansonsten wirklich gut konstruiert und spannend.
Drax ist zwar ein schwächerer Gegner als noch Mr Big, aber in seinem Fanatismus und seiner Gier nach Rache übertrifft er diesen bei weitem. Er ist zwar ein damaliges Klischee des Deutschen, trotzdem ist er noch facettenreich und interessant genug, um nicht nur zu einer Schablone zu werden. Zudem werden die Zutaten um deutsche Rachegelüste noch mit den Interessen der Sowjetunion vermischt, so dass noch eine zweite Komponente in die Gründe für Drax' Handeln hineinspielt.
Bemerkenswert ist auch das Scheitern Bonds Gala Brand in sein Bett zubekommen. Normalerweise der Playboy schlechthin, der alle Frauen bekommt, geht er am Ende dieses Abenteuers leer aus. Dem Bond Moores wäre dies nicht passiert. Gala Brand ist im Übrigen schon damals nicht das Püppchen, dass nur zum Retten da ist, sondern besitzt selbst eine enorme innere Stärke und hilft James Bond aktiv, Hugo Drax am Ausführen seines Planes zu hindern

Wie bei den bisher veröffentlichen Romanen auch, ist die Handlung weniger actiondurchsetzt, sondern baut sich langsam auf, steigert ihre Spannung immer weiter und entlädt sich in vereinzelten, kurzen aber dafür auch heftigen Momenten, in denen Bond meist alles geben muss. Dadurch wirken sie auf jeden Fall glaubwürdiger als die Filme und bieten im Vergleich fast mehr Spannung. Wenn man Ian Flemings Schreibstil, mit einem der Bondfilme vergleichen wollte, wären die Filme der Wahl wohl Liebesgrüße aus Moskau mit Sean Connery und Casino Royale und Skyfall mit Daniel Craig, in dem Bond genauso überlegt und analytisch , aber auch mitunter leidenschaftlich, vorgeht, wie in den Romanen. James Bond ist keine reine Maschine und das zeigt Moonraker genauso, wie seine Vorgänger. In Moonraker muss er tatsächlich mehr einstecken, als bisher, wenn man von der Folter in Casino Royale absieht. Er erleidet wirklich Verletzungen und steht dann nicht sofort wieder auf, sondern bleibt durchaus auch erstmal liegen, um neue Kräfte zu sammeln. Das macht ihn glaubwürdiger und der Leser kann einfacher nachvollziehen, warum dieser Mann der Topagent der britischen Krone ist.

Das Titelbild ist wie schon bei den ersten beiden Romanen von Cross Cult einfach passend zum Inhalt gewählt und reiht sich perfekt ein. Die Gestaltung ist einfach gelungen.


Fazit

Viel besser als der Film, der sich den Titel entlieh, überzeugt Bond ein weiteres Mal. Bisher weiß sich Ian Fleming immer zu steigern. Für Fans ist dieser Roman geradezu ein Muss, lernt man Moonraker doch völlig neu kennen. So hätte der Film sein sollen.


Pro & Contra

+ Bond wird gefordert wie nie
+ Ermittlungsarbeit
+ Actionszenen, die sich auch auf der großen Leinwand sehr gut machen würden

0 Vorurteile Flemings gegenüber Deutschen und andern Völkern

Bewertung:


Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Ian Fleming:

Rezension zu James Bond – Casino Royale
Rezension zu James Bond – Leben und sterben lassen
Rezension zu James Bond – Diamantenfieber
Rezension zu James Bond – Liebesgrüße aus Moskau
Rezension zu James Bond – Goldfinger
Rezension zu James Bond – In tödlicher Mission

Literatopia-Links zu weiteren Bond-Romanen:

Rezension zu James Bond – Trigger Mortis
Rezension zu James Bond – Carte Blanche

Literatopia-Links zu weiteren Bond-Comics:

Rezension zu James Bond - Vargr

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 28. Juli 2016
 

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