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The Strange Sound of Cthulhu - Von H. P. Lovecraft inspirierte Musik (Gary Hill)
Geschrieben von Judith
Donnerstag, der 13. Dezember 2012

Edition Roter Drache (August 2011)
Taschenbuch mit 70 Abbildungen,
316 Seiten, 20,00 EUR
ISBN: 978-3939459408

Genre: Sachbuch / Musik / Lovecraft


Klappentext

Kein Autor hat mehr Musiker inspiriert wie Howard Phillips Lovecraft. In diesem Buch wird zum ersten Mal die Musik dokumentiert, die von dem literarischen Genie beeinflusst wurde.

Caravan, Black Sabbath, Metallica, Fields of the Nephilim, Therion, Morbid Angel, Humanoids, Kindred Idol, Blue Öster System, Stormclouds, Merciful Fate, Dead Boys, Mekong Delta, The Unquiet Void, Destiny’s End, Evil’s Toy, Electric Wizard, Gwar, Entombed, Bal-Sagoth, Celtic Frost, Rage, Cradle of Filth, Firaxe, Nox Arcana, Philosopher, Rigor Mortis, Rudimentary Peni, Payne’s Gray, Tiamat ...

Lang ist die Liste der Bands und Künstler, die sich in ihrem musikalischen Schaffen auf die Werke von Lovecraft berufen. Was veranlasst so unzählige Musiker und Gruppen in über 40 Jahren Musikgeschichte dazu, sich von den Horrorgeschichten von H.P. Lovecraft inspirieren zu lassen? Über musikalische Sparten wie Heavy Metal, Progressive Rock, Hardrock, Gothic, Ambient, Industrial, Psychedelic, Hip Hop sowie Punk hinaus wird diese und andere Fragen von dem Musikjournalisten Gary Hill beantwortet. Über 100 Bands und Musiker werden in diesem Buch vorgestellt, dass spannend geschrieben ist und unzählige neue Erkenntnisse birgt. Viele Musiker kommen in Interviews selbst zu Wort um ihre Sicht zu schildern.


Zum Autor

Gary Hill ist ein amerikanischer Musikjournalist und der Herausgeber von Music Street Journal. Darüber hinaus schreibt er Beiträge für All Music Guide und anderen Publikationen. Des weiteren veröffentlicht er Kurzgeschichten, unter anderem The Debut Tour, eine Homage an H. P. Lovecraft.


Rezension

Howard Phillip Lovecraft gilt heute als einer der einflussreichsten und kreativsten Horrorautoren des zwanzigsten Jahrhunderts, doch sein Werk ist über die Genregrenzen hinaus relativ unbekannt. Dabei wurden zahlreiche Autoren von ihm inspiriert, seine Themen in Computerspielen aufgearbeitet und diverse Bands widmeten ihm einzelne Songs oder ganze Alben. Gary Hill hat mit „The Strange Sound of Cthulhu“ ein spannendes Sekundärwerk zum unheimlichem Kosmos Lovecrafts geschaffen, das den Leser staunen lässt, wie weit sich seine Mythen verbreitet haben.

Gary Hill beginnt mit einleitenden Worten zu Lovecrafts musikalischem Vermächtnis, widmet sich anschließend im Kapitel „Böse Blumenkinder“ dem Psychedelic Rock, gefolgt von Metall, Punk, Gothic und Electro. Die Vielzahl der Interpreten, die sich mit Lovecraft auseinandergesetzt haben, ist überwältigend. So gab es beispielsweise eine Band, die sich H. P. Lovecraft nannte und in ihren Songs Anspielungen auf Novellen wie „Die Berge des Wahnsinns“ einbrachten. Mit vielen weiteren Bands dürfte der Leser zum ersten Mal Kontakt haben, sofern er sich nicht für eines der hier beleuchteten Genres näher interessiert. Aber auch bekanntere Bands wie Halloween oder Metallica widmeten sich Lovecrafts Werken. Wie Gary Hill selbst vermitteln auch die Künstler eine ansteckende Begeisterung für Lovecrafts Schaffen und wie der Meister persönlich lassen auch sie sich von schrecklichen Träumen und dem Unvorstellbaren inspirieren. Wer den ein oder anderen interessanten Künstler entdeckt, sollte es sich nicht nehmen lassen, zumindest reinzuhören. Erstaunlich, wie vielen es doch gelingt, die groteske Stimmung des Cthulhu-Mythos musikalisch umzusetzen.

„Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath“ inspirierte die deutsche Band Payne’s Gray zu einem ganzen Konzeptalbum, das die unheimliche und entrückte Atmosphäre von Lovecrafts Geschichte musikalisch umsetzt. Das selbst produzierte Album lebt von seinen kreativen Arrangements und ausladenden instrumentalen Passagen. Gary Hill geht auf die Songs jeweils einzeln ein und zeichnet ein eindrückliches Bild der Band, die leider keinen Erfolg hatte . Auch die Band Electric Wizard nahmen sich der Traumsuche an und verarbeiten den Inhalt von Lovecrafts Geschichte in ihren Lyrics. Xathagorra Maldroth trägt sogar einen lovecraftschen Künstlernamen und widmete mit seiner Band Catacombs „Cthulhu’s Ruf“ ein Album mit dem Titel „In the Depth of R’lyeh“ . Die Liste der Lieblingswerke von Xathagorra Maldroth scheint Lovecrafts gesamtes Schaffen zu umfassen und der Interpret formuliert treffend:

„Man muss sich als Mensch voll und ganz hingeben, innerlich gefestigt sein, um das Potential seiner Werke musikalisch ausschöpfen zu können. Diese Vorgaben bringen nur wenige mit, denen sich dann eindringlich wie ein Pesthauch neue Welten offenbaren … Falls man seine Energien bündeln und auf sein Schaffen konzentrieren kann, wird man Musik schreiben, die an aufwühlender Düsternis kaum zu überbieten ist.“ (Seite 143)

Besonders gelungen ist der Wechsel aus erklärenden Worten seitens Gary Hill und persönlichen Äußerungen der Musiker, die „The Strange Sound of Cthulhu“ als Sachbuch ungewöhnlich spannend machen. Es liest sich einfach großartig, was die einzelnen Interpreten über Lovecraft dachten und Gary Hill setzt diese Gestaltung glücklicherweise bis zum Ende fort. Durch diesen steten Wechsel entfaltet der Text eine besondere Dynamik und man hat durchweg das Gefühl, kein trockenes Sachbuch, sondern eine lebendige Geschichte zu lesen. Die Kapitel sind mit kreativen Titeln wie „Arkham-Anarchisten“ und „Cthulhu trägt Kajal“ versehen und das ganze Buch macht einen gut durchdachten Eindruck. Die Begeisterung des Autors greift schnell auf den Leser über und auch wer sich bisher nicht mit Lovecraft beschäftigt hat, kann seine Freude an diesem Werk haben. Zwar wird auf viele Geschichten näher eingegangen, doch gleichzeitig niemals zu viel vorweggenommen, sodass eine zukünftige Lektüre spannend bleibt.

Die Abbildungen sind leider nur schwarz/weiß, auch sieht die Einbindung der CD-Cover nicht immer optimal aus. Hier wurde sich eindeutig auf den Text konzentriert, der durch Variation der Schriftgröße und Absatzformatierung gut zu lesen ist. Ein ausführliches Quellenverzeichnis mit Webadressen vieler Bands lädt zum näheren Vertiefen und Reinhören ein. „The Strange Sound of Cthulhu“ ist gleichermaßen eine spannende Reise durch den Lovecraft-Kosmos als auch eine umfangreiche Sammlung von Musiktipps, die zum Cthulhu-Mythos aber auch ganz anderen unheimlichen Geschichten passen. Der Preis ist für ein Taschenbuch etwas hoch, aufgrund der hervorragenden Recherchearbeit und der umfassenden Bedienung der speziellen Thematik jedoch zu verschmerzen.


Fazit

Für Lovecraftfans, die den Lesegenuss gerne musikalisch erweitern wollen, ist „The Strange Sound of Cthulhu“ eine Schatztruhe voll unheimlicher Klänge. Gary Hill gestaltet seinen Text durch die Einbindung persönlicher Äußerungen seitens der Interpreten spannend und weckt das Interesse an einzelnen Lovecrafttexten ohne zu viel vorwegzunehmen. Gut recherchiert und wahnsinnig interessant!


Pro & Contra

+ gute Recherchearbeit / Informationsvielfalt
+ unheimlich spannend zu lesen
+ persönliche Äußerungen der Interpreten
+ ansteckende Begeisterung fürs Thema
+ angenehmer Schreibstil

o sehr spezielle Thematik

Wertung:

Text: 4/5
Gestaltung: 4/5
Recherche: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Chronik des Cthulhu-Mythos I"

Rezension zu "Chronik des Cthulhu Mythos II"

Artikel im PHANTAST #7 "Klassische Phantastik" zum Cthulhu-Mythos

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 31. Januar 2013
 

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