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Der Geist des Fortschritts (Olivér Meiser, Ruth Kornberger, Olaf Lahayne)
Geschrieben von Stefanie
Sonntag, der 27. Januar 2013

TextLustVerlag (September 2012)
Cover- und Innengrafik: Crossvalley Smith
Coverlayout: Atelier Bonzai
Kaffeepausengeschichten, Band 7
60 Seiten, Paperback, 4,95 EUR
ISBN 978-3-943295-28-3

Genre: History


Klappentext

Immer – von der Urgeschichte an bis in unsere technologische Wirklichkeit – gab es Menschen, die anderen vorausschritten. Sie machten Beobachtungen, probierten Neues aus, suchten nach Zusammenhängen oder Erklärungen und gaben sich nicht mit dem Status Quo zufrieden. Die Autoren dieses Buches führen Sie auf die Spuren solcher Menschen und spannen einen Bogen von der Steinzeit bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Die Autoren und ihre Geschichten:
Olivér Meiser — Feuer und Flamme
Ruth Kornberger — Schneller
Olaf Lahayne — Septuaginta

Jede Geschichte mit Tipps für einen besonderen Lesegenuss.


Rezension

Feuer und Flamme - Olivér Meiser
ein Unwetter, ein Blitz, und schon steht der Berg in einem hellen Rot, dem sich der Jäger Kirito nicht entziehen kann. Seine Neugier treibt ihn zur Roten Blume, die nicht nur Wärme und Heilung bringt, sondern auch einen gefährlichen Hunger nach Macht in den Herzen der Menschen weckt.

Kirito ist Held dieser Geschichte und der Jäger einer Sippe aus der Steinzeit. Er ist äußerst neugierig, clever und hat ein gutes Herz. Und er ist derjenige, der den Menschen das Feuer bringt – das hoch oben aus den Wolken kommt. Die Geschichte, wie Menschen zum Feuer kamen, wurde schonunzählige Male erzählt und so stellt diese Geschichte nur eine Variation des Themas dar – nichts Neues oder Aufregendes.

Kirito als Held ist ein glatter Charakter, der es dem Leser schwer macht, sich in ihn hinein zu versetzen; was durch den indirekten Schreibstil verstärkt wird. Nie erfährt der Leser direkt, wie sich Kirito fühlt, sondern bleibt auf Distanz und ist nur stummer Beobachter der Geschichte. Rein stilistisch ist diese Geschichte sattelfest, jedoch kein Gourmetgericht. Olivér Meiser beherrscht sein stilistisches Handwerk, allerdings vermisst man eine Charakterentwicklung oder einen Spannungsbogen. Die Geschichte tröpfelt vor sich hin und bleibt am Ende nur fragmentär im Gedächtnis. Auch mit dem erhobenen, moralischen Zeigefinger am Ende der Geschichte kann der Autor wenig punkten.

Septuaginta - Olaf Lahayne
Über 300 Jahre vor Christus - Jesias, Isaak und weitere siebzig gelehrte Juden haben sich im noch jungen Alexandria versammelt, um gemeinsam – und mit Gottes Gnade – die Septuaginta (hebräische Bibel) zu übersetzen. Jeder Gelehrte in seiner eigenen Stube, nur für sich, um mit der Gnade und Hilfe Gottes zum gleichen Ergebnis zu kommen – denn nur dann ist das Werk gerecht. Jesias aber studierte auch – wider der Befürwortung seiner Kollegen – die heidnischen Schriften und entdeckt dabei, dass ihr Prophet Elia und der griechische Gott Helios mehr gemein haben, als man es auf den ersten Blick vermuten würde.

Jesias ist ein älterer Gelehrter, der jedoch nicht nur stur den Schriften seines Volkes Glauben schenkt, sondern auch die heidnischen Schriften – wie etwa Papyrusrollen der Griechen – nicht abweist. Er ist ein offener Mann, der seinen Geist stets beweglich hält. Zusammen mit seinem Freund Isaak, ähnelt er einem altertümlichen Sherlock Holmes, allerdings ohne Kriminalfälle. "Septuaginta" ist keine Kurzgeschichte, die man einfach lesen kann – was vom Autor wohl auch nicht gewollt ist. Der Stil ist gewöhnungsbedürftig, aber eben damit fängt Olaf Lahayne den Geist und den Sprachgebrauch der damaligen Zeit naturgetreu ein; allerdings vergisst er den Spannungsbogen auf der Hälfte der Strecke. Denn nach dem Anfang sucht man verzweifelt den roten Faden der Geschichte, der irgendwo zwischen Cheopspyramide und bronzene Heliosfigur verloren gegangen ist. Das Ende läuft ohne große Ereignisse aus und auch die philosophischen Ergebnisse von Jesias schmecken bitter und unbefriedigend.

Schneller - Ruth Kornberger
„Schneller als fünfzig Kilometer in der Stunde muss man wirklich nicht sein.“ – Carl Benz 1902, 48 Pferdekutschenstunden vor Mannheim. Als Karoline eines Morgens erwacht, muss sie feststellen, dass ihr Kumpane und alte Rennfahrer Fritz tot ist – ermordet. Und Ines, Karolines erklärte Rivalin, ist nicht weit vom Ort des Geschehens.  Karoline flüchtete also und Ines, die bessere Rennfahrerin der beiden, sitzt direkt neben ihr im wunderschönen Victoria Benz.

Automobile sind nur etwas für Kerle? Nicht für Karoline! Die Mechanikerin kann mehr, als nur eine Schraube von einer Mutter unterscheiden – sie hat Schneid und weiß, sich und ihre Weiterentwicklungen zu verkaufen. Sie kann anpacken, hat vor keiner Herausforderung Furcht und ist einfach eine Frau, wie sie jede Firma braucht.

Ruth Kornberger entwirft hier eine charmante Heldin, wie sie auch im 21. Jahrhundert benötigt wird – und zwischendrin hat Karoline sogar etwas Schurkenhaftes an sich, was sie aber nur noch interessanter macht. Mit Charme, wunderbar lesbarem Stil und einem völlig umgebauten Victoria Benz schickt die Autorin eine Kurzgeschichte in dieses Rennen, das sie mit mehr als nur einer Nasenlänge gewinnt. Der Sieger und die strahlende Perle dieser Kurzgeschichtensammlung. Leser, als auch Leserinnen, werden ihre Freude an der technikaffinen Karoline haben. Davon bitte mehr, Frau Kornberger!


Fazit

„Der Geist des Fortschritts“ ist leider ein schwacher Teil dieser großartigen Kurzgeschichtenreihe. Das Thema hätte man auf viele Arten ausschöpfen und neu verknüpfen können, was hier leider nur dürftig geschehen ist. Die Autoren konnten leider nicht überzeugen. Alleine „Schneller“ von Ruth Kronberger ist ein Lichtblick dieses Bands.


Pro und Kontra

+ „Schneller“ von Ruth Kronberg

- die Geschichten bleiben nicht im Gedächtnis
- unglaubhafte Helden
- Spannungsbogen nicht vorhanden
- umständliche Ausdrucksweise
- zu passiv
- unkreative Ideen

Bewertung:

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Sprache: 3/5
Preis/Leistung: 4/5


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Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 27. Januar 2013
 

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