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Die Brückenbauer (Jan Guillou)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 27. Januar 2013

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Heyne Verlag (August 2012)
gebunden, mit Schutzumschlag und Leseband
784 Seiten, EUR 22,99
ISBN:
978-3-453-26825-8

Genre: Historik


Klappentext

Als ihr Vater vom Fischfang nicht zurückkehrt, werden Lauritz, Oscar und Sverre zu Halbwaisen. Sie sind noch Kinder, trotzdem schickt ihre Mutter sie zu einer Lehre fort in die Stadt. Die drei Jungen nehmen ihr Schicksal klaglos an. Mehr noch: Begierig und gelehrig saugen sie das Wissen in sich auf. Zwanzig Jahre später beenden sie ihr Studium mit Auszeichnung. Aus den drei Fischerjungen sind die besten Brückenbauer des Landes geworden. Doch nur einer scheint seine Bestimmung zu finden.


Rezension

Frisch und vielversprechend liegt das 20ste Jahrhundert vor den drei Brüdern, die mit der Unterstützung einer Wohltätigkeitsloge das beste Ingenieursstudium der Welt in Dresden absolviert haben. Ein Jahrhundert, dessen glanzvolle Verheißungen Guillou während des gesamten Buches sehr gekonnt einfängt und beschreibt. Denn genau darum geht es in "Die Brückenbauer"; der Aufbruch in ein neues Zeitalter, möglich gemacht von einer Generation von Visionären, Erfindern und Ingenieuren, die im wahrsten Sinne des Wortes Brücken bauen - Brücken zwischen zwei Epochen. Und genau an diesem Übergang setzt Guillou mit seinem Roman an.

Aber auch im wörtlichen Sinne dreht sich bei den Protagonisten alles um den Brückenbau. Denn im Gegenzug für die Finanzierung ihres Studiums haben sich die drei verpflichtet, an Norwegens ehrgeizigstem Eisenbahnprojekt mitzuwirken - einer Eisenbahnstrecke, die für viele Menschen als nicht realisierbar gilt. Und so stehen die drei am Ende ihres Studiums gleich vor der größtmöglichen Herausforderung. Doch bevor sich die drei diesem Projekt widmen können, macht die Liebe zwei von ihnen einen Strich durch die Rechnung, sodass letztendlich nur Lauritz seine Pflicht wahrnehmen und sein Versprechen halten wird.

Diese persönliche Komponente der Charaktere ist stets ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte, mit dem Guillou auf überzeugende Weise die Motive, Charakterzüge und das soziale Umfeld erörtern kann. Denn stets ist "Die Brückenbauer" auch eine Beschreibung der Gesellschaft jener Zeit. Einer Gesellschaft, die im Umbruch steht, ja geradezu vor einem Paradigmenwechsel: Sehr schön ist in diesem Zusammenhang Lauritz' Beziehung zu einer deutschen Adeligen, deren Vater die Beziehung seiner Tochter zu einem "Bürgerlichen" natürlich alles andere als gut heißt. Denn auch hier zeigt Guillou sehr gekonnt auf, wie sich die Welt verändert, wie die Zukunft nicht mehr dem Adel gehört, sondern findigen "Machern" wie eben Lauritz. Und auch weitere Themen dieser Zeit flechtet er ein - etwa der Kampf für das Frauenwahlrecht oder die Kolonialisierung Afrikas spielen eine nicht unbedeutende Rolle. Denn während Lauritz in Norwegen und Deutschland sein Glück sucht, hat es Oscar nach Afrika verschlagen, wo er selber an einem Eisenbahnprojekt arbeitet und dabei höchst spannende Dinge erlebt. Während diese beiden überaus gelungenen Handlungsstränge dem Leser wirklich spannende Themen und tolle Unterhaltung bieten, wird der dritte der Brüder sehr unspektakulär aussortiert. Als "Sodomit" verstoßen und verachtet, hört man von ihm nichts mehr. Dass also die Geschichte mit drei Brüdern ihren Anfang nahm, erscheint hier beinahe willkürlich. Lauritz und Oscar hingegen sind dafür gelungene Charaktere, die auf ideale Weise ihre Rolle als Pioniere der neuen Zeit ausfüllen. Und auch, wenn beider ihrer Schauplätze gleich viel zu bieten haben, so ist Afrika doch, was die Charakterentwicklung angeht, der interessantere. Denn wo Lauritz hauptsächlich der strahlende Gutmensch bleibt, entwickelt Oscar auf jenem zu dieser Zeit noch unerforschten und geheimnisvollen Kontinent sehr viel facettenreichere Charakterzüge.

Diese Schauplätze zeichnet Guillou detailiert und atmosphärisch; ob im tief verschneiten Norwegen oder im exotischen Afrika - stets begleiten den Leser die passenden Bilder zur Handlung. Fast noch schöner jedoch sind die authentischen Beschreibungen Guillous - sei es von der Arbeit eines Ingenieurs im frühen 20. Jahrhundert, von der Safari in Afrika oder von gesellschaftlichen Anlässen wie etwa der Kieler Woche. Besonders Lauritz' Arbeit an der norwegischen Eisenbahnstrecke wird überzeugend geschildert - hier, wie an vielen anderen Stellen, offenbart sich eine solide Recherche, die diesem ausgezeichneten Buch den letzten Schliff verleiht.


Fazit

Mit "Die Brückenbauer" liefert Jan Guillou das überzeugend authentische Porträt einer Epoche ab, die immer wieder aufs Neue fasziniert.


Pro & Kontra

+ authentisch und gut recherchiert
+ überzeugende Handlung, in der Guillou die Fragen jener Zeit reflektiert
+ passende Charaktere

Wertung: alt

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Die Brüder"

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Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 19. Juni 2016
 

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