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Partials I - Aufbruch (Dan Wells)
Geschrieben von Judith
Montag, der 18. März 2013

Piper IVI (März 2013)
Hardcover mit Schutzumschlag
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
512 Seiten, 16,99 EUR
ISBN: 9783492702775

Genre: Dystopie / Jugendthriller


Klappentext

Wir haben sie erschaffen. Sie wurden unsere Feinde. Und nun sind sie unsere einzige Hoffnung.

Noch nie habe ich einen der Partials gesehen. Ich kenne sie nur aus Erzählungen. Sie waren unser ganzer Stolz. Unverwundbar. Perfekt. Übermächtig. Die Wesen, die wir einst schufen, richteten sich gegen uns und vertrieben uns aus den Städten. Nur Wenige von uns haben überlebt. Auf Long Island, vor den Toren Manhattans, haben wir unsere letzte Zufluchtsstätte gefunden. Doch seitdem wurde kein Baby mehr geboren. Die Zeit der Menschheit läuft ab. Unsere letzte Chance liegt auf der anderen Seite des Wassers, in den Straßen Manhattans, die seit Ewigkeiten kein Mensch mehr betreten hat. Wir müssen uns den Partials erneut stellen. Und die Wahrheit über unser aller Schicksal erfahren …


Rezension

Kira absolviert mit gerade einmal sechszehn Jahren ihr Praktikum im Krankenhaus und hilft, Kinder auf die Welt zu bringen, die innerhalb von drei Tagen sterben. Seit dem Krieg gegen die Partials und dem darauffolgenden Zusammenbruch bringt das sogenannte RM-Virus alle Neugeboren binnen kürzester Zeit um. Die letzten Menschen haben sich auf Long Island geflüchtet, sie sind immun gegen das Virus. Doch ihre Kinder sterben seit elf Jahren, kein einziges hat überlebt, obwohl das Zukunftsgesetz dafür sorgt, dass alle Frauen ab 18 Jahren quasi permanent schwanger sind. Sie glauben, irgendwann wird ein Baby immun sein. Doch das ist nicht passiert und wird nicht passieren. Kira glaubt, dass die Statistik sie nicht retten wird und dass die Immunität der Partials die Forschung zum Ziel führen würd. In ihrem jugendlichen Wahnsinn machen sich Kira und ihre Freunde auf ins zerfallende Manhattan, um einen übermächtigen Partial zu fangen …

Die Grundidee der „Partials“-Trilogie ist nicht unbedingt neu: von Menschen gentechnisch erschaffene, übermächtige Kriegssoldaten wenden sich gegen ihre Schöpfer und löschen die Menschheit beinahe aus. Sie sollen den RM-Virus, der über 99% der Menschheit binnen kürzester Zeit dahingerafft hat, geschaffen haben. Doch seit elf Jahren hat niemand auf Long Island mehr einen Partial gesehen. Die Menschen haben sich auf der Halbinsel verschanzt und sich aus den Resten ihrer Zivilisation eine neue Gemeinschaft aufgebaut. Die Grenzen werden streng bewacht, Manhattan und andere Teile New Yorks wurden vermint. Eigentlich kein echtes Hindernis für die Partials, trotzdem sind sie verschwunden. Kira wird an ihre Existenz nur durch die sterbenden Babys erinnert. Der jüngste Mensch der Welt ist inzwischen 14 Jahre alt. Und Kiras Generation wird oftmals herablassend als „Seuchenbabys“ bezeichnet, die Erwachsenen glauben, dass sie kaum Erinnerungen an den Zusammenbruch der Welt haben und daher nicht verstehen, wie katastrophal ihre Lage ist. Doch junge Menschen wie Kira sind die einzigen, die gegen den Status Quo ankämpfen und eine Zukunft schaffen wollen.

Der Roman wird personal aus Kiras Sicht erzählt, wobei er stellenweise auch auktorial geschrieben wirkt. Der Erzählstil ist nah an den Charakteren und fängt die düstere Zukunftsvision gekonnt ein, aufgelockert von humorvollen Passagen, denen eine gewisse Bitterkeit anhaftet. Kira und ihre Freunde sind nach dem Ende der Welt aufgewachsen, ihre Rechte sind zugunsten des Fortbestands der Menschheit eingeschränkt, Angst und Tod sind allgegenwärtig. Kaum verwunderlich, dass viele sich einen tiefschwarzen Galgenhumor zugelegt haben, andere wollen auch einfach nur das Beste aus ihrer grauenhafte Lage machen. Kira ist dabei eine starke Protagonistin, idealistisch und stur. Sie nimmt sich oft zu viel zu Herzen, was man sich in ihrer finsteren Zeit eigentlich kaum leisten kann – doch gerade deshalb ist sie voller Tatendrang, wenn es darum geht, ein Heilmittel für RM zu finden. Zu ihrem Freund Marcus hat sie eine seltsame Beziehung, die von Plänkeleien, einer innigen Verbundenheit und gegensätzlichen Zukunftswünschen geprägt ist.

Kiras Freunde sind allesamt unterschiedliche, facettenreiche Charaktere, die Dan Wells dem Leser genauso nahebringt wie seine Protagonistin. Im Kontext der Welt sind die meisten authentisch und ihre Handlungen stets nachvollziehbar. Da fast niemand mehr lebende Verwandte hat, leben alle in Patchworkfamilien oder allein. Kira hat vier Schwestern, mit denen sie zwar nicht blutsverwandt ist, die ihr aber sehr am Herzen liegen. Die Menschen sind einerseits näher zusammengerückt – andererseits droht die hoffnungslose Situation sie zu entzweien. Das Zukunftsgesetz, das Frauen zwingt, schwanger zu werden, ist purer Sprengstoff. Die diktatorische Regierung des Senats trägt ihr Übriges dazu bei, dass einige Menschen rebellieren und sich zu der sogenannten Stimme zusammenschließen. Für Kira sind also nicht nur die Partials die Feinde, sondern auch ihre eigenen Mitmenschen. Im Laufe der Geschichte kommt es tatsächlich zu einer Begegnung mit einem Partial und die unterschiedlichen Spezies treten in eine vorsichtige Interaktion. Vorurteile und Hass regieren auf beiden Seiten, doch bald stellt sich heraus, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Der Krieg hat viel zerstört, zu viele Vorwürfe schweben immer noch im Raum, auf beiden Seiten wurden Rechte mit Füßen getreten.

Dan Wells findet spannende Lösungen für die vielen Fragen, die das dystopische Setting und die Existenz der Partials aufwirft. Viele Wendungen halten die Spannung konstant hoch und „Partials I – Aufbruch“ entpuppt sich als wahrer Pageturner, den man in einer Nacht verschlingen kann. Allein die Begegnung Mensch – Partial schürt kräftig Spannung. Einziges Manko des Romans: Dan Wells macht eigentlich alles richtig, doch in groben Zügen wirkt die Geschichte konstruiert. In der Anfangsphase wird das Setting anhand brenzliger Situationen vorgestellt und auch die folgenden Kapitel folgen einem Schema, das Viellesern allzu bekannt ist. Ein wenig vermisst man kleine Ausbrüche. Auch wirft die Biologie des Virus einige Fragen auf, die allerdings für die meisten Leser irrelevant sein dürften. Insgesamt liest sich „Partial I – Aufbruch“ rasant und schafft es, düstere SF-Elemente mit einem packenden Thrillerplot zu kombinieren. Das Cover fängt dabei die Atmosphäre des Romans perfekt ein und das Buch selbst sieht mit seinem rotbraunen Einband in Metallicoptik grandios aus. Dazu gibt es ein passendes Lesebändchen und das Hardcover mit über 500 Seiten zu einem guten Preis.


Fazit

„Aufbruch“, der Auftakt der Partials-Trilogie, gestaltet sich rasant und unglaublich spannend: Kira kämpft für die Zukunft und stürzt sich mit ihren Freunden in ein wahnsinniges Vorhaben, das ihr ganzes Weltbild auf den Kopf stellt. Düster und beklemmend, aber auch hoffnungsvoll gestaltet sich die Suche nach Antworten. Ein wahrer Pageturner, der mit einem packenden Thrillerplot und einer dichten Atmosphäre überzeugt.


Pro & Contra

+ wahnsinnig spannend
+ facettenreiche, authentische Charaktere
+ gut durchdachtes dystopisches Setting
+ stimmungsvoll und rasant geschrieben
+ raffinierte Wendungen
+ gelungene Optik des Hardcovers

o bekannte Thematik

Wertung:  

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


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