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Der Thron der Welt (Robert Lyndon)
Geschrieben von Dennis
Montag, der 18. März 2013
alt

Wunderlich Verlag (Januar 2013)
Klappbroschur
960 Seiten, EUR 18,95
ISBN:
978-3-8052-5026-9


Klappentext

Der Einsatz:
Hoch
Die Reise:
Unglaublich
Das Ziel:
Der Thron der Welt

Vier schneeweiße Falken von den eisigen Höhen Grönlands - der türkische Sultan fordert ein unermesslich hohes Lösegeld für seinen Gefangenen, einen normannischen Ritter. Der fränkische Abenteurer Vallon soll ihm die kostbare Fracht bringen.
Mit seinen Gefährten macht sich Vallon auf eine unglaubliche Reise, über alle Grenzen der Welt des 11. Jahrhunderts hinweg …


Rezension

Eine Reise, die Erzählstoff für knapp 1000 Seiten bietet, kann man wohl mit Fug und Recht als 'Odyssee' bezeichnen - und eine solche bekommt der Leser in „Der Thron der Welt“ auch geboten. Nach einer – an der Länge des Buches gemessen – erfrischend kurzen Exposition geht es auch schon los: Vallon, ein fränkischer Söldner erfährt davon, dass der türkische Sultan einen normannischen Ritter festhält und als Lösegeld vier schneeweiße Falken fordert. Schnell bildet sich ein kleine Reisegruppe, die den Plan hat, die geforderten Falken in Island zu jagen, um sie von dort direkt dem Sultan zu überbringen.
Damit ist der „Plan“ auch schon erschöpfend erläutert – denn ganz im Sinne eines klassischen „Quest“-Plots geht es ohne viel Drumherum gleich los auf diese unglaubliche Reise. Mit dabei sind, außer Vallon, noch ein gelehrter Grieche und ein Falkner - um zwei von Vallons wichitgsten Begleitern zu nennen. Denn natürlich wächst die Reisegruppe im Verlaufe der Handlung um das eine oder andere Mitglied. Dabei bilden aber stets fünf bis sechs Charaktere den „harten Kern“ - jene Charaktere, mit denen die Geschichte steht und fällt und die im Laufe der Reise immer mehr Hintergründe über sich selbst preisgeben. Diese Hintergründe der wichtigsten Charaktere gliedern sich flüssig in das Handlungsgefüge und versuchen auch ein stückweit, die Motive eines jeden Charakters für ein solch uneigennütziges Unterfangen zu erklären. Denn dies ist einer der Schwachpunkte der Geschichte; die Motive der Charaktere. Hier hätte man sich gerne noch einige weitere der gelungenen Rückblenden gewünscht. Diese hätte man sicherlich ohne Weiteres von der Erzählzeit des Haupthandlungsstranges – der nebenbei bemerkt auch der einzige ist - abziehen können.

Mehr oder weniger willkürlich präsentiert Lyndon nun also seine Geschichte, in der die Helden im Rahmen ihrer „Quest“ quer durch Europa reisen. Dabei hat diese Reise – und damit die gesamte Handlung - nur zwei Fixpunkte: Ihren Anfang und ihr Ende mit dem Erreichen des türkischen Sultans. Damit werden aber gut 90 Prozent der Handlung mehr oder weniger willkürlich: Die Reise selbst bietet dem Autor somit jede Menge Möglichkeiten, zu erzählen, wonach ihm der Sinn steht. Fast scheint es so, als habe er eine Liste mit Ereignissen gehabt, die auf einer Reise gemeinhin passieren können, die er nun abarbeitet – in beliebiger Reihenfolge. Das muss aber nicht so schlecht sein, wie es sich im ersten Moment anhört, denn Lyndon ist ein guter Erzähler, der es versteht, diese Ereignisse spannend zu schildern, sodass man über die recht simpel gestrickte Handlung hinweg sieht und einfach mit den Charakteren bei ihren vielen Abenteuern mitfiebert. Und diese sind bei aller Vorhersehbarkeit packend – so gelingt Lyndon sogar das Kunststück, die knapp 1000 Seiten viel kürzer erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind.
Ein wenig fühlt man sich hierbei von Lyndons Art zu erzählen an Ken Follett erinnert: Etwas passiert, das die Charaktere zum Handeln, zum Reagieren zwingt, dann passiert etwas Neues und so weiter.
Wie auf wenige andere Bücher trifft also auf „Der Thron der Welt“ die alte Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ zu. Einfach, weil die Handlung fast nur aus „Weg“ besteht. Fast schon auf selbstironische Art bringen dies zwei von Lyndons Hauptcharakteren mit einem Disput sehr schön auf den Punkt: Der eine ist der Meinung, eine Reise sei nur der Weg zwischen dem Punkt A und B. Der andere hingegen meint, eine Reise sei vielmehr eine Geschichte, weshalb sie ihre Reise auch nicht abbrechen könnten – dies sei nämlich mit einer nicht zu Ende erzählten Geschichte zu vergleichen.
Überflüssig zu erwähnen, welcher der beiden Charaktere nach der von Lyndon dargebotenen Geschichte dem anderen Recht geben muss …


Fazit

"Der Weg ist das Ziel" - mit "Der Thron der Welt" bietet Robert Lyndon eine spannende und abenteuergespickte Reise. Die dünne Handlung wird durch Tempo und Spannung wettgemacht.


Pro & Kontra

+ Spannend und kurzweilig

o Charaktere sind glaubhaft, allerdings hätte man sich noch mehr Rückblenden gewünscht

- dünne Handlung

Wertung: alt

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 18. März 2013
 

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