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Herzkasper (Julia Dankers)
Geschrieben von Nicole
Samstag, der 11. Mai 2013

dankers j-herzkasper

Ulrike Helmer Verlag, 1. Auflage, April 2013
Taschenbuch, 232 Seiten,
14,95 Euro [D]
ISBN-13: 978-3-89741-348-1

Genre: Roman


Klappentext

Mira wirft alles hin und haut ab nach Buxtehude, einfach weil der Ort so crazy klingt. Dort findet sie einen Job als Küchenhilfe – und begegnet Lana. Die ist tief beeindruckt von Miras Irokesenfrisur und dem zarten Streifen Boxershorts, der aus deren Jeans schaut.

Lanas Herz hüpft. Obwohl Mira doch eine Frau ist! Die für einen Typen gehalten werden könnte – aber nur, wenn man ihr nicht zu nahe kommt. Lana kommt ihr allerdings ziemlich nahe.

Haben Männer da überhaupt den Hauch einer Chance? Und Jessica mit den rosa Himbeerzuckerwattehaaren, die nun mal lesbisch ist und Frauen liebt? Der Herzkasper lacht sich ins Fäustchen, als Mira plötzlich einen Kuss erhält.


Die Autorin

Julia Dankers wurde in Stade geboren. Sie lebt mit ihrer Lebensgefährtin und deren zwei Kindern in einer Stadt, der man nachsagt, der Hund würde dort mit dem Schwanz bellen. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Köchin und Hauswirtschaftsleiterin einer Kindertagesstätte.


Rezension

Lana und Mira. Die eine wächst behütet auf und schlägt sich mehr schlecht als Recht durch das tägliche Leben als Schülerin, während die andere durch widrige Umstände zuerst ihre Beziehung, dann ihren Ausbildungsplatz verloren hat und nun versucht, fernab der Heimat einen Neuanfang aufzubauen. Im Restaurant, in dem Lanas Vater als Koch arbeitet, findet Mira eine Stelle als Aushilfe und trifft recht schnell auf die hübsche Schülerin. Per Zufall kreuzen sich die Wege der beiden so unterschiedlichen jungen Frauen immer öfter, und obwohl sie recht schnell merken, dass zwischen ihnen die Funken fliegen, gilt es mit allerlei Gefühlsverwirrungen umzugehen, wenn Felix, der scheue Student um Lana wirbt oder Jessica sich enger mit Mira anfreundet.

Abwechselnd, erlebt der Leser Lanas und Miras Sicht auf die Ereignisse und darf mitfiebern. Stilistisch gestalten sich beide Charaktere in ihrer Präsentation allerdings recht ähnlich, wobei vor allem der starke Jugendslang auffällt. Auch die Themen sind recht beschränkt, so scheint Lanas Denken hauptsächlich um Essen und ihre Gefühlsverwirrungen mit Felix, ihren besten Freund Jon und eben Mira zu kreisen. Während Miras Gedanken sich um Essen, ihre derzeitige Situation, Jessica und Lana kreisen. Gerade bei der reiferen Mira hätte man sich eine stärkere Abgrenzung zu den Teenagern um sie herumgewünscht.

Das Charakterdesign wirkt durchgehend etwas bemüht. Auch gegen Ende des Buches erscheint Lana nach wie vor egozentrisch, verwöhnt und zickig. Dies mag in ihrem Alter von siebzehn Jahren begründet sein, Sympathie zu empfinden fällt da allerdings schwer. Mira ist da der gelungene Protagonist, kann sich im Set der schwachen Nebencharaktere aber nur schwer durchsetzen. Felix, Jon, Tabea, Lanas Vater und sogar Jessica, die als dritte Hauptrolle angedacht schien, sie alle werden willkürlich wie Puppen herangezogen. Verzerrte Dialoge und seltsame Verhaltensweisen lassen so einen künstlichen Nachgeschmack. Der Eindruck entsteht, neben Lana und Mira waren sie nur Mittel zum Zweck. Ein schmückendes Beiwerk.

Ebenfalls schwer fällt die Identifikation mit Lana und Mira hinsichtlich ihrer Beziehung. Von Anfang an legt Dankers starke Emotionen in die Herzen ihrer beiden Protagonistinnen. So starke, dass man sich fragt, warum die beiden nicht merken sollen, was zwischen ihnen vor sich geht. Statt in nachvollziehbarer Weise gegen ihre Gefühle anzukämpfen, eben weil die andere eine Frau ist, stehen sie ihrem tobenden Gefühlschaos blind und verständnislos gegenüber oder ziehen, wie in Lanas Fall merkwürdige Rückschlüsse auf einen anwesenden Felix.

Trotz sprachlicher Glanzpunkte zielt Dankers eindeutig auf eine junge Leserschaft ab. Neben dem Stil, der neben saloppen Ausdrücken so manche Flüche präsentiert, ist sicherlich auch die Lautmalerei ungewöhnlich. Türglocken werden ebenso vertont wie die Gedanken der Protagonisten, die als Ich-Erzähler im Präsens die Handlung erleben und schildern.


Fazit

Der Herzkasper befällt die Schülerin Lana und Küchenhilfe Mira bereits bei ihrer ersten Begegnung. Die ungewöhnliche Liebesgeschichte aus Julia Dankers Feder ist jedoch nur bedingt überzeugend, denn gerade der gewählte Stil, Ich-Erzähler, Präsens und Slang - sowie künstlich wirkende Nebencharaktere und eine Liebesgeschichte, die an einigen Schwächen krankt, lassen wenig Raum für erfahrene Leser.


Pro/Contra

+ Grundidee
+ Charaktergerüst

o jugendlich geprägte Sprache
o Ich-Erzähler
o Präsens

- Charaktere sind nicht ausdefiniert
- Lana kommt zu unsympathisch an
- Protagonisten wirken zu naiv

Bewertung: stern2

Charaktere: 2/5
Handlung: 2,5/5
Lesespaß: 2,5/5
Preis/Leistung: 2/5

Rezension zu Herztanz

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 09. August 2015
 

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