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Der Geschmack von Sommerregen (Julie Leuze)
Geschrieben von Jessica
Montag, der 12. August 2013

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Egmont Ink, 1. Auflage Juli 2013
Softcover, 320 Seiten
14,99 € (D) | 15,50 € (A)
ISBN: 978-3-86396-062-9
Leseprobe

Genre: Jugend-Belletristik


Klappentext:

Sophie ahnt nicht, dass ein halbes Lächeln alles auf den Kopf stellen wird. Dass ein einziger Blick aus schokoladenbraunen Augen ausreichen wird, um ihre Welt in Funken sprühendes Himmelblau zu tauchen. Dass ein einziger Kuss ihr den Mut verleihen wird, dem Familiengeheimnis auf den Grund zu gehen, das ihr Leben bis jetzt bestimmt hat.

Mattis ahnt nicht, dass Sophie ihm entlocken wird, was er vor allen anderen verbirgt. Dass er sich mit ihr so sicher fühlen wird wie noch mit niemandem zuvor.

Beide ahnen nicht, dass ihre Liebe sie über sich selbst hinauswachsen lassen wird. Sophie und Mattis. Mattis und Sophie.


Rezension:

Ich steige die Treppe hoch, höre das Klappern von Absätzen, die einige Stockwerke über mir die Stufen herunterhasten, und ich denke verwundert, dass ich die Farbe in meinem Inneren, die Farbe des Mutes noch nie bewusst wahrgenommen habe. Aber heute sehe ich sie, und sie ist wunderschön: ein rosa überhauchtes Weiß. Wie Schnee in der Abendsonne.
(Seite 231)


Seit Sophie denken kann, hütet sie ein Geheimnis: Auf einem inneren Monitor kann sie Gefühle in verschiedenen Farben sehen. Doch selbst mit ihren Eltern, die als einzige zumindest in Bruchstücken von dieser Eigenschaft wissen, kann das junge Mädchen nicht darüber sprechen. Auch ihre beste Freundin Lena ahnt nichts von der inneren Freakshow, der Sophie jeden Tag ausgeliefert ist, und doch möchte sie um keinen Preis der Welt auf ihre inneren Farben verzichten. Auch wenn die Wahrheit irgendwann ans Licht kommen sollte und alle sie für eine Verrückte halten würden. Wegen ihres Geheimnisses fällt es Sophie schwer, Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen zu können und sich zu öffnen. Nicht nur aus diesem Grund ist sie in der Schule eher ein Außenseiter, doch diese Rolle bereitet ihr keinerlei Probleme.
Bis kurz vor den Pfingstferien ein neuer Schüler in ihre Klasse wechselt und ganz neue Farbspiralen in ihrem Kopf auslöst – denn ein solches Blau hat ihr innerer Monitor noch nie angezeigt. Entgegen aller Vermutungen zeigt Mattis an Sophie mehr Interesse als an den angesagten Mädchen der Schule – doch Sophie weiß genau, dass eine ernsthafte Beziehung mit allem Drum und Dran nur dann funktionieren kann, wenn sie Mattis von ihrem Geheimnis erzählen und er dieses ohne Wenn und Aber als Teil von ihr akzeptieren kann. Doch auch Mattis hütet ein stilles Geheimnis und die Missgunst der coolen Leute aus ihrer Klasse macht den beiden Verliebten das Leben nicht unbedingt leichter. Kann ihre junge Liebe den Hindernissen trotzen?

Der Geschmack von Sommerregen nimmt den Leser schon mit seinem Titel gefangen. Liebhaber von schönen Worten kommen an diesem Buch einfach nicht vorbei, ohne immer wieder das – ehrlich gesagt klischeehafte – Cover anschauen zu müssen und sich an den vier Worten zu erfreuen. Generell haben Sprachliebhaber, die auch viel mit schriftlichen Bildern anfangen können, einen echten Glücksgriff mit diesem romantischen Jugendroman gemacht. Julie Leuze versteht das Spiel mit den Worten vorzüglich und das Lesen der Geschichte um Sophie und Mattis macht so besonderen Spaß – auch wenn sie inhaltlich nicht ganz so sehr glänzen kann. Tatsächlich lassen Inhalt und Charaktere an mancher Stelle gerade für erwachsene Leser ein wenig zu wünschen übrig, hier wird deutlich, dass es sich bei Der Geschmack von Sommerregen um ein Jugendbuch handelt.
Andererseits lassen gerade die sexuell angehauchten Szenen so manches Mal an der Altersfreigabe zweifeln, denn die Autorin geht hier teilweise ganz schön ins Detail. Überhaupt nimmt die sexuelle Anziehungskraft zwischen Sophie und Mattis einen hohen Stellenwert im Buch ein. Allerdings muss man definitiv zu Gute halten, dass die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten sehr liebevoll und umgänglich gestaltet ist. Für Jugendliche ist es eine schöne Möglichkeit, die Liebe anders kennen zu lernen, als es im Alltag der Fall ist. Denn die reale Welt vermittelt oftmals ein sehr verzerrtes Bild – sei es durch Werbung oder Filme oder ältere Freunde oder falsche Vorbildfunktionen. Julie Leuze hat hier ein schönes Gegenstück geschaffen, das zeigt, dass gerade junge Liebe auch sehr zärtlich sein kann – und genau so sein sollte.

Besonderes Lob muss man der Autorin für ihre sprachlichen Bilder und Farb-Wort-Kreationen aussprechen. Als Leser verliert man sich nur zu gern in den Farbspielen in Sophies Kopf und kann sich genau vorstellen, welche Farben welches Gefühl begleiten. Diese Idee, verpackt in eine besondere Sensibilität, die keinen Einzelfall darstellt, vermittelt die für Jugendliche wichtige Lektion, dass „anders“ nicht immer mit „schlecht“ gleichzusetzen ist. Viel zu oft werden unangepasste Jugendliche von Gleichaltrigen nicht akzeptiert – Julie Leuze setzt hier ein deutliches Zeichen für die Anders- und Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen.
Leider bleiben die Charaktere trotz ihrer Besonderheiten und Geheimnisse weitestgehend recht blass und die Nebencharaktere kommen trotz ihrer wichtigen Rollen nicht richtig zur Geltung. Zusammen mit dem an sich eher dürftigen Inhalt, der auch für Jugendliche im Alter von 14 Jahren ein wenig zu seicht ist, bleibt Der Geschmack von Sommerregen nur eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Auch wenn die Idee des Gefühle-als-Farben-Sehens eine wirklich schöne ist und Julie Leuze mit ihrer Sprache so manches Herz gewinnen kann, bleibt nach dem Lesen zwar ein zufriedener Leser, aber nicht viel Erinnerung zurück. Etwas mehr Tiefgang darf auch von einem Jugendbuch erwartet werden – und Potential ist definitiv vorhanden. Weiteren Titeln von der Autorin wird nun mit Spannung entgegen gesehen. Und bis dahin werden Sophie und Mattis vielleicht noch weitere unterhaltsame Stunden beim Leser verbringen.


Fazit:

Auch wenn der Titel ein wenig irreführend ist, weil sowohl Regen als auch Schmecken in der Geschichte gar keine Rolle spielen, kann Julie Leuze mit ihrem sommerlichen Jugendroman für unterhaltsame Lesestunden sorgen. Der Geschmack von Sommerregen besticht mit seiner wunderschönen bildreichen Sprache und einer wirklich guten Idee, die über etwas zu stereotype Charaktere und für ein Jugendbuch eventuell zu viele und zu detaillierte sexuelle Momente hinweg zu sehen helfen. Eine leichte Geschichte mit tiefer gehenden Gedanken und einer ordentlichen Portion Kitsch – die perfekte Lektüre für entspannte Augenblicke zwischendurch.


Wertung: alt

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 20. August 2013
 

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