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Antipasti und eine Prise Schuld (Bettina Isabel Rocha)
Geschrieben von Nicole
Montag, der 11. November 2013

rochabi-antipasti

Ulrike Helmer Verlag, 1. Auflage, 2013
Taschenbuch, 314 Seiten,
17,95 Euro [D]
ISBN-13: 978-3-89741-354-2

Genre: Krimi


Klappentext

Margot Meerapfel hat mit Ende fünfzig der Schule den Rücken gekehrt. Ab jetzt will sie sich ihrem Garten, Gaumenfreuden und dem Ohrenschmaus italienischer Opern hingeben – da durchkreuzt eine Leiche im Wald das Idyll. Margot und ihre beste Freundin Thea Pütz geraten ins Visier der Kripo. Der Verdacht lässt sie den Fall selbst in die Hand nehmen.
Die Spuren führen in dunkelste Zeiten, denn die Tote im Annatal nahe Bad Honnef verweist zurück auf Väter und Mütter, auf Schuld und Krieg. Der einzige Lichtblick für Margot, die ein Faible für alles Italienische hat, ist die junge Kommissarin Etta Scovalli ...


Die Autorin

Bettina Isabel Rocha, 1970 geboren, hat eine deutsche Mutter und einen spanischen Vater. Sie ist Agraringenieurin, liebt ganz besonders Musik und Tanz, das Reisen und ihren Garten. Zum Schönsten zählt für sie jedoch das erzählerische Schreiben. Bisher veröffentlichte sie zwei Romane, »Tango mit Inès« und »Buenos Aires mi Amor«.


Rezension

Eine Leiche – das hat Margot Meerapfel noch gefehlt. Eigentlich hatte sie sich nur dem Salat und der Schneckenplage in ihrem geliebten Garten widmen wollen. Stattdessen wird sie nun in die Ermittlungen eines Mordes verwickelt, weil ihre Freundin Thea beim Ausführen des Nachbarhundes über eine tote Frau gestolpert ist. Aus dem unbequemen Ereignis wird schnell ein Ärgernis als sie von der Kripo eingeladen und befragt wird. Da sie die Tote in ihrer Kindheit kannten, scheinen die Beamten sie und Thea in Verdacht zu haben. Während Margot meint, das würde sich schon klären, beschließt Thea die Ermittlungen in eigene Hand zu nehmen. Wie gut, dass Clara, Margots Ziehtochter, in Köln gerade eine Kommissarin kennengelernt hat. Mit Hilfe von Etta Scovalli, die ganz eigene Motive hegt, versuchen sie, hinter das Geheimnis der Toten zu kommen und stoßen dabei auf die Geheimnisse ihrer Eltern ...

Abwechselnd, aus der Sicht von Margot, Carla und Etta erzählt Rocha hier die ungewöhnliche Geschichte um Liebe, Freundschaft und Schuld. Jeder Charakter hat dabei seine eigenen Probleme. So möchte Margot eigentlich nur ihre Ruhe, wird darin aber nicht nur von der Leiche und Theas Ermittlerdrang, sondern auch von den Plänen der Stadt, ihrem Vater eine Straße zu widmen, gestört. Ihre Ziehtochter Clara indes hadert mit ihrem Leben. Das Studium der Musik verdirbt ihr den Spaß am Violinenspiel, Erwartungen anderer drücken sie nieder, und dann ist da auch noch Etta, die hübsche Polizistin, die mit sich und der Welt im Reinen scheint. Während Clara noch überlegt, ist Etta sich ihrer Gefühle sofort bewusst. Auf den ersten Blick hat sie sich in die Musikstudentin mit den schlanken Fingern verliebt und setzt alles daran, diese für sich zu gewinnen. Da trifft es sich gut, dass sie von ihren Eltern so einige italienische Rezepte kennt. Denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, und über die Mutter. Da trifft es sich gut, dass Margot einen Faible für alles Italienische hat.

Trotz des interessanten Einstiegs, gelingt es Rocha es nicht, wirklich Spannung aufzubauen. Obwohl die Charaktere gut harmonieren und der Wechsel zwischen diesen Abwechslung bringt, findet sich der Leser zu oft in Margots Garten oder Küche wieder, wo über Kräuter, Pflanzen und Rezepte philosophiert wird. Der Fall selbst beschränkt sich bis auf wenige Ausnahmen auf das Vorlesen von Ermittlungsergebnissen, Besuche beim Historiker und das Wälzen von Fotoalben. Zwar sind die historischen Daten und die Geschichte vom Ort des Geschehens gut recherchiert und bieten einen interssaanten Einblick in die dunkle Geschichte der Kleinstadt Bad Honnef. Die Geschichte selbst jedoch ist zu kopflastig und fokussiert auf Dialoge, und so lesen sich die kurzen Kapitel oftmals wie Kochsendungen mit einem Hauch tragischer Familiengeschichte. Das mag an Margots leicht schwerfälligem Charakter liegen oder ihrem Wunsch, sich vor der Welt zurückzuziehen, bietet dem Leser aber kaum Greifbares.

Einzige Abwechslung bietet die kleine Liebesgeschichte zwischen Etta und Carla. Hier hat Rocha zwei starke Frauen geschaffen, die, entgegen einiger Widerstände, eine starke Chemie entwickeln und über die Musik zusammenfinden. Die romantische Nebenhandlung verliert sich allerdings im Laufe des Buches. Etta wird mehr und mehr Informationslieferantin und Kaffeeklatschfreundin für Margot und Thea. Carla hingegen tritt zunehmend in den Hintergrund und bekommt nur gegen Ende noch einmal einen Auftritt.


Fazit

Antipasti und eine Prise Schuld ist kein Krimi im üblichen Sinne. Feinsinnig und bedächtig entfaltet Bettina Isabel Rocha das Portrait um Sünden der Vergangenheit und legt dabei den Schwerpunkt mehr auf menschliche Interaktionen als Spannung, Action und Blut. Mit Margot und Thea führt sie zwei sympathische Protagonisten ein, die über Herd und Hecke versuchen, einem Mörder auf die Spur zu kommen.


Pro/Contra

+ vielseitige Charaktere
+ interessante Idee über Familie und Geschichtsaufarbeitung

o recht träge Handlung
o Großteil der Geschichte spielt sich in Garten und Küche
o Liebesgeschichte kommt zu kurz

- zu viele unwichtige Details lenken von Handlungsstrang ab

Bewertung: sterne3.5

Charaktere: 4/5
Handlung: 3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5

 

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 11. November 2013
 

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