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Denn vom Trauern kommt der Tod (Trix Niederhauser)
Geschrieben von Nicole
Mittwoch, der 15. Januar 2014

niederhausert-denn vom trauern

Ulrike Helmer Verlag, 1. Auflage, 2013
Taschenbuch, 304 Seiten,
17, 95 Euro [D]
ISBN-13: 978-3-89741-353-5

Genre: Krimi/Roman


 Klappentext

Brunhilde Schwarz ist über achtzig und sieht aus, wie eine nette alte Dame. Sie lebt im Heim, füttert Enten und zitiert aus der Bibel, wie es ihr passt. Sorgsam hütet sie ein rotes Heft voller Erinnerungen an ihre Familie. Doch hinter den darin gesammelten Todesanzeigen und Nachrufen stecken dunkle Geheimnisse.
Nicht jeder stirbt eines natürlichen Todes.
Auch die Tage eines Racheengels sind gezählt. Höchste Zeit, die alten Geschichten zu erzählen, die Opfer zu nennen, die Hintergründe auszuleuchten ...


 Die Autorin

Die im Jahr 1969 geborene Autorin wuchs in einem kleinen Dorf in der Schweiz auf. Sie ist gelernte Buchhändlerin, arbeitet als Geschäftsführerin einer Buchhandlung und lebt im Emmental. Ihre Leidenschaften gelten der Musik, dem Lesen und Schreiben. Neben Lebens-, Liebes- und Beziehungsgeschichten denkt sie sich gerne Krimis aus. Zuletzt erschien ihr Roman »Das Tantenerbe« (Helmer 2012).


 Rezension

Dass sich hinter den ältlichen Damen und Herren, die sich in einem Pflegeheim finden, Menschen aller Couleur verbergen, dürfte jeder wissen. In Denn vom Trauern kommt der Tod stellt Trix Niederhauser mit ihrem neuesten Crimina-Roman ein besonders interessantes Exemplar vor: Brunhilde Schwarz. Während die ältere Dame den Alltag im Altenheim (über-) lebt, reflektiert sie über ihr Leben. Obwohl ihr davon wenig geblieben ist – ein paar Artikel und Fotos in einem alten rotem Heft -, sind die Erinnerungen nach wie vor lebendig. Von der düsteren Kindheit, die von einem trinksüchtigen Vater und einer gottesfürchtigen Mutter dominiert wurde, hin zu einer enttäuschenden ersten Liebe und einer ebenso düsteren Ehe. Nichts bleibt unangetastet. Dabei hat Brunhilde schon als Kind begriffen, dass sich jeder selbst der nächste ist. So nimmt sie recht früh das Schicksal in die eigenen Hände. Die Todesanzeigen in ihrem roten Heft sind Zeugen, wie sie sich der Zudringlichkeiten des Großvaters erwehrt, Vater und Mutter entkommt und die Menschen straft, die ihr Unrecht tun wollen.

Niederhauser kreiert hier mehr Biographie als Kriminalroman. Ein brisantes Experiment, das den Leser mit der Menschlichkeit eines Mörders konfrontiert. Dies wäre durchaus spannend, wäre die Charaktergestaltung nicht so eindimensional. Insbesondere Brunhildes „Opfer“ sind durchgehend schlecht oder böse, sei es der pädophile Großvater, der Vater, der sich nur für Alkohol interessiert und ausfällig wird, die gehässige und mitunter gewalttätige Mutter – jeder auf Brunhildes Todesliste entspricht einem Klischee. Menschlichkeit, Wärme, kurz gesagt jegliche positive Eigenschaft fehlt. Wahrscheinlich wollte die Autorin Sympathie für die Morde ihrer Protagonistin wecken, die als ein ehrlicher, hart arbeitender und freundlicher Mensch vorgestellt wird. Brunhilde ist per se also keine Mörderin, sondern befreit die Welt von Übel. Ob dies wirklich eine Rechtfertigung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ebenso, ob das Bild der älteren Dame, die Angestellte foppt, Menschen betrügt und stiehlt wirklich zu einer Figur passt, mit der der Leser sympathisieren kann.

Neben den Ausflügen in die Vergangenheit unterbricht Niederhauser die Handlung mit kurzen Abschnitten, die Brunhilde im Heim und im Umgang mit ihren „Gefängnisinsassen“ sowie den Schwestern zeigen. Der lockere Erzählstil ist hierbei immer wieder von Sarkasmus durchsetzt, insbesondere, wenn Brunhilde abwertend über die Menschen in ihrer Umgebung herzieht. Das mag an der ein oder anderen Stelle unterhaltsam sein, ist auf Dauer aber anstrengend und trübt weiter den Eindruck, hier eine freundliche Persönlichkeit vor sich zu haben.

Vielleicht ist Brunhildes Heute als Summe ihrer Vergangenheit zu sehen. Eine Charakterstudie über die Folgen von Missbrauch, fehlender Liebe und Gewalt? Dies wäre in der Tat faszinierend, wäre die Handlung nicht so konstruiert. Brunhilde scheint schlechte Menschen anzuziehen, leidet stumm unter ihrer Gewalt, während sie perfide den nächsten Mord plant. Aber möglicherweise soll man nicht mit Brunhilde sympathisieren, vielleicht gibt hier ein böser Mensch dem anderen, was er verdient, und der wahre Unterhaltungswert liegt in der Art des Tötens?


 Fazit

In Denn vom Trauern kommt der Tod begleitet der Leser Brunhilde Schwarz, die die letzten Tage und Wochen im Altersheim damit verbringt, ihr Leben und die Menschen, die sie umgebracht hat, Revue passieren zu lassen, während sie ihre letzte Rache plant. Obwohl interessant angelegt, stören eine unsympathische Protagonistin, eindimensionale Nebencharaktere und ein vorhersehbarer Aufbau den Lesespaß.


Pro/Contra

+ Idee
+ einige Personenbeschreibungen
+ überraschendes Ende

o angehäufter Sarkasmus

- klischeehafte Charaktere ohne Schichten
- Handlung ist vorhersehbar
- unsympathische Hauptfigur

Wertung: sterne3

Charaktere: 2,5/5
Handlung: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 2/5

Das Tantenerbe (Trix Niederhauser)

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 15. Januar 2014
 

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