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Die Nacht der Wölfin (Kelley Armstrong)
Geschrieben von Nicole
Mittwoch, der 22. Januar 2014

armstrong k-nacht der wolfin

Knaur Verlag, 1. Auflage, April 2010
im Moment nur als eBook erhältlich, 480 Seiten,
OT: Bitten
6,99 Euro [D]
ISBN-13: 978-3-426-55532-3
gelesen im englischen Original

Genre: Fantasy/ Thriller


Klappentext

Elena Michaels ist eine attraktive junge Journalistin, die sich eine ganz normale Beziehung wünscht. Nichts Besonderes, sollte man meinen. Doch Elena hat ein Geheimnis: Sie ist ein Werwolf. Die Frau im Wolfspelz.
Seit ein verflossener Lover sie biss, damit sie ihm ebenbürtig werde, führt Elena ein Leben zwischen den Welten, zwischen mühsam aufrecht erhaltener Alltagsroutine und dem unwiderstehlichen Trieb, sich nachts fortzuschleichen von ihrem ahnungslosen Freund Philip, sich zu wandeln und ihrer wilden Wolfsnatur nachzugeben: rennen, jagen, töten. Als ihr ehemaliges Rudel in Gefahr gerät und ums Überleben kämpft, muss sie sich entscheiden. Elena erkennt, dass Überleben für sie nur heißen kann, einer ihrer Welten Lebewohl zu sagen...


Die Autorin

Kelley Armstrong lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Ontario. Mit ihren magischen Thrillern und insbesondere der Werwölfin Elena hat sie ein ganzes Genre begründet.


Rezension

Wer sich von dem Klappentext nicht abschrecken lässt, wird mit einer spannenden und vor allem abwechslungsreichen Geschichte belohnt, die neues Leben in das Werwolf-Genre einhaucht. Alles beginnt mit Elena, die sich nachts aus dem gemeinsamen Bett schleichen muss, weil der Wolf in ihr sich nicht länger verdrängen lässt. Wie so oft verwandelt sie sich in einer Seitenstraße Torontos, bringt die Nacht hinter sich, um sich am Morgen wieder der Normalität ihres Lebens zu widmen. Der Werwolf, ihr Rudel – all dies hat sie hinter sich gelassen. Ihr menschliche Routine gerät allerdings in Gefahr als sie eine SMS von Jeremy erhält. Der Alpha ihres Rudels bittet sie um Hilfe, und da er ihr einst das Leben rettete, fühlt sie sich verpflichtet, zu helfen. In der Heimat der Werwölfe sterben Menschen – brutal ermordet von einem Werwolf-Einzelgänger. Elena soll helfen, diesen aufzuspüren und muss sich dabei nicht nur dem Mörder und ihrem Rudel, sondern vor allem ihrer Vergangenheit stellen. Nicht ahnend, dass sich im Verborgenen ein Komplott entwickelt, dass ihre Wolf-Familie bedroht.

Mit Die Nacht der Wölfin schafft Armstrong einen überraschenden Serienauftakt. Werwölfe, Vampire – gerade in den letzten Jahren erhielten die Wesen der Nacht ein hohes Maß an Aufmerksamkeit von Autoren, wobei Quantität die Qualität besiegte. Armstrong nun kreiert eine angenehm erwachsene Geschichte mit ausgereiften Charakteren, die vor allem in Elenas Fall überzeugen. Selten war eine Fantasy-Protagonistin so differenziert und abgeklärt, dabei zugleich erdgebunden und sympathisch. An der Art, wie sie den Wolf in sich bekämpft ist nichts aufgesetzt, und auch ihre Aktionen im Kreis des Rudels sind durchgehend überzeugend. Durch die gewählte Erzählform – die Ich-Perspektive – und einen lockeren Schreibstil findet man sich als Leser schnell in Elenas Charakter zurecht, ist wie sie zugleich angenehm berührt vom warmen Willkommen des Rudels aber auch zerrissen im Konflikt der beiden Welten. Erfrischend echt sind auch die Charaktere. Gerade in der zeitgenössischen Fantasy verfällt die Protagonistin zu oft dem männlichen Counterpart, der (wie die Protagonistin) stets von einem Rudel positiver Eigenschaften begleitet wird. Zwar gibt es ein Übergewicht männlicher Charaktere, da Elena die einzige Werwölfin ist, auf überzogene Reaktionen und träumerisches Schmachten verzichtet Armstrong jedoch. Stattdessen muss sich Elena mit Clayton auseinandersetzen, den Werwolf, der sie mit seinem Biss wandelte und so aufs schlimmste verriet.

Dieser reife Look tut dem Genre sehr gut, ebenso wie die Neuerungen, die Armstrong dem Werwolf-Mythos einhaucht. Statt unzähliger mythischer Kreaturen beschränkt sie die Zahl der Werwölfe auf ein wenige Dutzend: es gibt das Rudel, das nach gewissen Regeln lebt und die Einzelgänger, die diese Regeln verachten und oftmals auch einen Groll gegen die Polizeitätigkeit des Rudels hegt. Weiterhin entmachtet Armstrong die Wölfe. Sie sind zwar stärker und schneller als ein Mensch, aber ebenso verwundbar. Diese Realitätsnähe gestaltet die Interaktionen zwischen Mensch und Werwolf spannender. Weiterhin öffnet sich Armstrong neue Möglichkeiten, indem sie ihre Werwölfe dem Vollmond entzieht. Ihre Werwölfe können sich bei Tag und bei Nacht verwandeln. Das ist nicht nur in sich logischer, sondern öffnet im Zusammenhang mit einem vorhandenen menschlichen Bewusstsein in Wolfsform ganz neue Interaktions-und Handlungsweisen. Somit gestalten sich sowohl die menschlichen Passagen als auch die Szenen in Wolfsgestalt reizvoll, wobei letzteren durch anschauliche Verhaltensweisen begeistern, dass man am liebsten gleich mit durch die Wälder Kanadas rennen möchte.

Ebenso vielschichtig wie ihre Charaktere gestaltet Armstrong die Hintergrundgeschichte der Wölfe, wie Elena zum Werwolf wurde und, was am wichtigsten ist, den aktuellen Handlungsstrang. Erst nach und nach offenbart sich dem Leser das Netzwerk, das ein Einzelgänger gespannt hat, um das Rudel zu vernichten. Überraschend sind dabei nicht nur die überzeugenden Figuren, sondern vor allem die Wendungen, die Armstrong immer wieder gelungen in die Geschichte einbaut. Insbesondere das Finale wird den ein oder anderen Leser verdutzt die Augen aufreißen lassen.

Die Serie wird übrigens seit Anfang des Jahres unter dem Original-Titel Bitten (übersetzt: gebissen) von einem kanadischen Sender verfilmt. Reinschauen lohnt sich.


Fazit

Die Nacht der Wölfin bietet einen unterhaltsamen Mix aus Fantasy und Thriller. Die Werwölfin Elena, die eigentlich nur Mensch sein möchte, kehrt nach langer Abwesenheit in ihr Rudel zurück, um einen Mörder zu finden, der ihr Rudel zu vernichten droht. Kelley Armstrong Serienauftakt ist angenehm erwachsen mit durchdachter und neuer Werwolf-Logik, starken Charakteren und einer packenden Geschichte. Nicht nur für Genre-Fans empfehlenswert!


Pro/Contra

+ ausgereifte Charakter-darstellung/-interaktion
+ Handlung ist vielschichtig
+ Revolution der Werwölfe
+ überraschendes Finale

o Dreiecksbeziehung

Bewertung: sterne5

Charaktere: 4,5/5
Handlung: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 03. Februar 2014
 

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