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Wut im Quadrat (Alexander Emmerich)
Geschrieben von Patricia
Freitag, der 06. Juni 2014

wut quadrat

Verlag G.Braun, September 2013
Taschenbuch, 263 Seiten, € 12,95
ISBN 978-3765088001

Genre: Regionalkrimi


Klappentext

Noch bevor die junge Olivia von Sassen ihren neuen Job als Kriminalhauptkommissarin antritt, beobachtet sie am Mannheimer Rangierbahnhof einen Mord. Doch als sie die Polizei ruft, ist die Leiche verschwunden - war das alles nur Einbildung? Schnell wird sie in die Wirren ihres ersten Mannheimer Falls gezogen, für den sie selbst die einzige Zeugin ist.


Der Autor

Alexander Emmerich, Jahrgang 1974, lebt in Mannheim und Paris. Während er im Zug zwischen beiden Städten pendelt, schreibt er Kriminalliteratur, Sachbücher, Drehbücher und Hörbücher. Darüber hinaus arbeitet er im Bereich der digitalen Kommunikation.


Rezension


Versetzt aus Berlin ist Olivia von Sassen unterwegs zu ihrem neuen Arbeitsort Mannheim. Im Zug, um sich vor ihrem ersten Arbeitstag nicht unnötig zu stressen und sie auch momentan kein Auto besitzt. Kurz vor Mannheim beobachtet sie auf einem Rangierbahnhof in einer abgestellten S-Bahn, wie ein Mann von einem anderen von hinten erwürgt wird. Der Blick des Mannes dringt ihr sofort in Mark und Bein - aber bevor sie alles richtig registriert, ist der Zug schon vorbei. Olivia, als geschulte Polizistin, zieht sofort die Notbremse und stürzt aus ihrem Zug, nur um anschließend enttäuscht festzustellen, dass Täter und Opfer nicht mehr aufzufinden sind. Auch die herbeigerufenen Polizei - ihre neuen Kollegen - können nichts Auffälliges finden. Hat sie das möglicherweise nur geträumt? Bei den neuen Kollegen ist sie nun bekannt wie ein bunter Hund, irritierte Blicke sind ihr gewiss. Lediglich Moritz Martin, ihr neuer Partner und Fatih Üstbas, der Pathologe und Forensiker, glauben ihr und stellen auf eigene Faust Ermittlungen an. Bald schon taucht allerdings wirklich eine Leiche auf, wobei Olivia nun endlich zeigen kann, wie gut sie ihr Handwerk beherrscht.

Natürlich denkt jeder bei der Eingangssequenz an den genialen Krimi von Agatha Christie - 16:50 ab Paddington. Versetzt in die heutige Zeit ist die Suche nach Täter und Opfer genauso spannend wie anno dazumal. Olivia lässt sich von gegenteiligen Meinungen nicht beeinflussen, ihr Hartnäckigkeit zahlt sich irgendwann aus. Zusammen mit Moritz gibt sie ein ganz gutes Team ab, ihr neuer Partner und sie ergänzen sich in wichtigen Punkten. Wo sie strukturiert ist, ist er chaotisch, dafür ist seine Intuition unschlagbar. Mit der richtigen Dosierung Wagemut reißt er seine besonnenere Partnerin mit, sie hingegen erlangt durch Recherche wichtige Hinweise mit dem richtigen Riecher. Die beiden zusammen zu erleben ist sehr erfrischend, wenn auch beide wieder mal im Privatleben belastet sind. Dieses hebt sich der Autor aber wohl für die Folgebände auf, außer Andeutungen lässt er bei seinem Debüt den Fokus eindeutig auf die Ermittlungsarbeit.

Die eigentliche Hauptdarstellerin ist, wie bei Regionalkrimis so üblich, allerdings die Stadt Mannheim. Nicht besonders hübsch und idyllisch gelegen, so besticht sie durch eine seltsame Benennung von Straßen, die ganze Stadt wurde in Quadrate eingeteilt und auch so benannt. Ein paar Sehenswürdigkeiten wurden auch erwähnt, aber alleine die Irrwege durch die Quadrate und ihre Geschichte sind schon lesenswert. Dazu kommt der fesselnde Stil und die sympathischen Darsteller, das Debüt von Alexander Emmerich ist durchaus gelungen und schürt die Lust auf mehr. Immerhin haben seine Ermittler noch einiges zu verbergen, die Stadt Mannheim gibt bestimmt auch noch einiges her und ein paar Nebendarsteller sind auch noch vorhanden. Dass der Fall manchmal ein bisschen an den Haaren herbeigezogen wirkt und eher nebensächlich wirkt, stört nicht wirklich, dafür werden genug andere Punkte eingestreut, die sich zu lesen lohnen. Warum versagen Menschen im Leben? Gibt es wirklich so viel aneinander gereihtes Pech, oder ist jeder selbst für seine Misere verantwortlich? Allgemeingültige Antworten gibt es nicht, eher Wege, wie man es auf keinen Fall machen sollte.


Fazit

Mannheim mit seiner in Quadrate gelegte Innenstadt ist der Schauplatz von Alexander Emmerichs Debüt Wut im Quadrat. Sein Ermittlerteam Olivia von Sassen und Moritz Martin handelt erfrischend agil und realistisch, es macht Spaß, mit ihnen durch Mannheim zu immer wieder anderen Handlungsorten zu sausen. Genauso wird die Lust auf weitere Fälle geschürt, hier ist noch eine Menge Potential zu spüren.


Pro und Contra

+ angenehmer Stil
+ aufregender Anfang nach Agatha Christie
+ sympathische und realistische Ermittler
+ spritzige Wortgefechte
+ brisanter Fall
+ interessante Stadtgeschichte

- einige Geheimnisse bleiben noch verschlossen
- manchmal wirkt der Fall doch arg strukturiert

Wertung sterne4

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 06. Juni 2014
 

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