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Land der Schatten - Seelenträume (Ilona Andrews)
Geschrieben von Judith
Montag, der 07. April 2014

seelentraeume

Egmont Lyx (Januar 2014)
Originaltitel: Steel's Edge
Paperback, 512 Seiten, 9,99 EUR
ISBN: 978-3802592461

Genre: Urban / High Fantasy


Klappentext

Ihre Magie ist seine einzige Chance

Nach einem schweren Schicksalsschlag flieht die Heilerin Charlotte de Ney aus Adrianglia ins Edge. Dort, im Grenzland zwischen der Welt der Magie und der Wirklichkeit, will die junge Adlige noch einmal ganz von vorne anfangen. Doch ihre Welt gerät erneut ins Wanken, als der Schwertkämpfer Richard Mar schwer verletzt zu ihr gebracht wird. Richard will einem gefährlichen Menschenhändlerring das Handwerk legen, und Charlotte, die sich dem mutigen Fremden auf unerklärliche Weise verbunden fühlt, beschließt kurzerhand, ihm zu helfen …


Rezension

Charlotte de Ney hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann: Die junge Adlige ist vermögend, hat einen liebevollen Mann von Stand und ist eine angesehene Heilerin, die unzähligen Menschen das Leben gerettet hat. Doch ein Schicksalsschlag verändert alles: Ihr Mann entpuppt sich als kaltherziges Schwein und das Edge, das düstere Grenzland zwischen dem Weird, der Welt der Magie, und dem Broken, unserer gewohnten Wirklichkeit, bleibt ihre einzige Zuflucht. Dort freundet sie sich mit Éléonore, der Großmutter von Rose (bekannt aus „Magische Begegnung“ ) an. Charlotte baut sich eine bescheidene, aber erfüllende Existenz auf, als erneut ihr Leben aus den Fugen gerissen wird: Der schwer verletzte Richard Mar wird ihr zur Heilung gebracht. Kurz ziehen Sklavenhändler brandschatzend und mordend durchs Edge. Wutentbrannt nimmt Charlotte die Verfolgung auf und setzt ihre heilende Magie  zum Töten ein …

„Seelenträume“ beginnt mit zwei Kapiteln, die jeweils Teile der Vorgeschichte zum Roman sind. Kurz darauf erlebt man Richard Mar, einen Verwandten von Cerise (aus „Spiegeldjagd“) und Kaldar (aus „Schicksalsrad“), auf der Flucht. Schwer verletzt wird er zu Charlotte gebracht, die ihn heilt, doch kurz darauf fällt er den Sklavenhändlern in die Hände. Und wieder ist es Charlotte, die ihn rettet, in dem sie ihre Magie einsetzt, um die Feinde krank zu machen und sterben zu lassen. Dabei ahnt Richard noch nicht, welche Gefahr diese dunkle Magie für Charlotte birgt. Doch die junge Frau lässt sich nicht davon abbringen, ihn auf seiner gefährlichen Mission zu begleiten. Beide werden von persönlicher Rache angetrieben und haben im jeweils anderen den perfekten Verbündeten gefunden. Dennoch gestaltet sich die Reise zunächst schwer, denn Richard will Charlotte eigentlich nicht mitnehmen und für Charlotte ist die Jagd trotz ihrer Entschlossenheit eine qualvolle Odyssee.

Treue Leser der Reihe werden in „Seelenträume“ viele Verknüpfungspunkte zu den Vorgängerbänden entdecken, weshalb man diesen Roman fast nicht mehr als Einzelroman lesen kann. Die bisherigen Bände konnten jeweils für sich stehen, auch wenn viele Details spannender waren, wenn man die ganze Geschichte kannte. Doch in „Seelenträume“ sind Kenntnisse der vorangegangenen Ereignisse essentiell. So kann man auch das Wiedersehen mit George und Jack, Roses jüngeren Brüdern, genießen und vor allem ihre Wandlung bestaunen. Die beiden sind zu starken jungen Männern herangewachsen, die als Nekromant und Gestaltwandler eine große Hilfe für die Protagonisten sind. Auch Kaldar mischt in der zweiten Hälfte des Romans mit und zwischendrin erhascht man sogar einen Blick auf Rose und Declan und ihr Leben in Adrianglia. Eine aktive Rolle spielen jedoch nur George, Jack und Kaldar.

So groß die Wiedersehensfreude ist, so sehr zieht sich die Handlung phasenweise hin. Von Ilona Andrews ist man einen rasanten und actiongeladenen Stil gewohnt, doch dieses Mal wird viel taktiert und intrigiert. Dramatische und hochspannende Szenen wechseln sich mit Pläneschmieden und ausufernden Dialogen ab. „Seelenträume“ liest sich dennoch gut, doch im direkten Vergleich zu den anderen Reihentiteln wirkt der Roman etwas schwächer. Das liegt auch daran, dass Charlotte und Richard wieder ganz neue Typen sind, beide eher introvertiert und nachdenklich. Daher brauchen sie auch etwas länger, um sich ihre Gefühle füreinander einzugestehen. Sie schleichen lange Zeit umeinander herum und können sich jeweils nicht vorstellen, dass der andere echtes Interesse hat. Charlotte ist zudem keine abgebrühte Kämpferin, wogegen Richard wie seine Vorgänger ein kompromisslos, kampferprobt und brandgefährlich ist. Er will anfangs nicht recht zur sensiblen Charlotte passen, doch nach und nach erkennt man ihre Gemeinsamkeiten.  

Die Geschichte selbst erscheint etwas zu groß für einen Roman. Charlottes Vorgeschichte wird recht knapp abgehandelt, anschließend wird die Jagd auf die Sklavenhändler und schließlich auf deren Hintermänner eröffnet. Richard und Charlotte sind einem riesigen Verbrecherring auf der Spur, entsprechend reicht es nicht, ins größte Nest zu stechen und alle zu töten. „Seelenträume“ spielt überwiegend im Weird, einer mittelalterlich anmutenden Magiewelt. Es gibt allerdings auch magische Fahrzeuge und Erfindungen, die der Technik des Broken in nichts nachstehen. Die Reise der Protagonisten schließt dabei Wälder, das Meer und ein königliches Schloss ein. Zum Ende hin wird es dann etwas chaotisch, denn nicht nur Charlotte und Richard stehen kurz davor, ihren Erzfeind zu töten.


Fazit

„Seelenträume“ bietet viele Verknüpfungspunkte zu den Vorgängerbänden, was Kenntnisse der kompletten Reihe beinahe essentiell macht. Treue Fans können sich auf zwei gänzlich neue Protagonisten, die nach dem Motto „stille Wasser sind tief“ gestrickt sind, und eine spannende Jagd quer durch die Welt der Magie freuen. Wie von Ilona Andrews gewohnt ein äußerst stimmungsvoller und bissiger Roman, der im direkten Vergleich ein kleines bisschen schwächer als seine Vorgänger wirkt. Insgesamt dennoch ein gelungener Reihenabschluss.


Pro & Contra

+ spannende Jagd quer durchs Weird
+ introvertierte und düstere Protagonisten
+ viele Verknüpfungspunkte zu den Vorgängerbänden
+ kreativer Weltentwurf
+ dynamische Kampfszenen
+ wunderschönes Cover

- zwischenzeitlich etwas langatmig

Wertung: sterne4

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Ilona Andrews (deutsch)

Interview mit Ilona Andrews (english)

 

Rezension zu "Höllische Versuchung" (Anthologie mit einer Novelle von Ilona Andrews)

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 07. April 2014
 

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