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Irondead - Der zehnte Kreis (Wolfgang Hohlbein)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 27. April 2014

iron dead

Egmont Ink Verlag (Februar 2014)
Klappenbroschuer, 640 Seiten, € 16,99
ISBN: 978-3863960667

Genre: Mysterie


Klappentext

Mörderisches Spiel um die Titanic

Der Bau der Titanic hält ganz Belfast in Atem. Privatdetektiv Quinn Devlin wird beauftragt, eine Diebstahlserie aufzuklären, die die Jungfernfahrt des größten Schiffes der Welt gefährdet. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf ein monströses eisernes Geschöpf, das ihn fast tötet. Noch ahnt er nicht, auf welchen Wahnsinn er sich eingelassen hat. Zusammen mit der geheimnisvollen Allison gerät er in verborgenen Tunneln unterhalb der Werft in einen Hinterhalt – und an Gegner, die sich jeder Vorstellungskraft entziehen …


Rezension

… irgendwie falsch …

In seinem neuesten Werk widmet sich Hohlbein, dem man bei der Wahl seiner Settings und Grundthemen wirklich keine mangelnde Kreativität vorwerfen kann, nun also der Titanic, genauer gesagt: deren Bau. Doch so vielseitig und unterschiedlich sich die Themen auf den Klappentexten der Bücher aus seiner Feder lesen, umso ähnlicher ist das, was dabei herauskommt.
Dass ein Autor, der schon so lange „im Geschäft“ ist wie Hohlbein, irgendwann zu seinem Stil findet – und in seinem Fall ist das unbestreitbar eher früher als später geschehen – der sich dann nicht mehr nennenswert ändert, ist klar und verständlich. Und dennoch lesen sich Hohlbeins Werke der – mittlerweile nicht mehr ganz so – jüngeren Zeit wie Konfektionsware, fast so, als hätte er ein Computerprogramm, in das er ein Thema hineingibt – Titanic – und bei dem dann der fertige Text einheitsbreiig hinaus tröpfelt. Nach dem Baukastenprinzip wird ein altbekanntes Grundgerüst auf das aktuelle Thema umgebogen: Der mal mehr und mal weniger sympathische Protagonist (diesmal eher weniger), ein alter Bekannter, den man schon fast so gut kennt wie einen Verwandten, dessen Reaktionen man vorhersehen kann und der nicht eine Sekunde zu überraschen vermag, dieser Protagonist also gerät in eine anfangs nur mäßig mysteriöse Situation, die mit jeder Seite geheimnisvoller wird, bis schließlich etwas ganz und gar unaussprechliches droht – meist im wahrsten Sinne des Wortes.

Die obligatorische Fremde Macht

Im Laufe der Geschichte – die üblichen Nebenfiguren sind eingeführt, die routinemäßige Love-Story schwelt aufdringlich unterschwellig vor sich hin, wird dann immer klarer, dass hier eine Macht am Werke ist, die so vollkommen fremd und anders ist, dass eigentlich kein normaler Mensch sie erfassen kann. Immerhin: Bei dieser obligatorisch mystischen Komponente lässt sich Hohlbein nicht lumpen: Unheimliche mechanische Monster, die die fiesesten Dinge anstellen, trachten offenbar danach, die Menschheit vom Thron dieser Welt zu stoßen. Und auch, wenn die Implikationen, die eine von den Menschen erschaffene, mechanische Macht, die ihren Erschaffern buchstäblich über den Kopf wächst, leider zu kurz kommt, so zählt diese doch zu Hohlbeins interessanteren antagonistischen Konstruktionen der jüngeren Zeit.

Eisen und Dampf: Belfast im Schatten des Kolosses

Wie lässt sich das alles nun aber mit dem Bau der Titanic in Einklang bringen? Dazu muss man erst einmal festhalten, dass das Belfast des frühen zwanzigsten Jahrhunderts – der Ort, an dem die Titanic gebaut wurde - ein verdammt cooles Setting abgibt: Eine Stadt zwischen Armut und Aufbruch in die Moderne, im Schatten einer gigantischen Werft, in der ameisengleich tausende von Arbeitern am stählernen Koloss arbeiten. Schnell und routiniert malt Hohlbein eine steampunkige Kulisse, vor der der Protagonist Quinn Devlin bei seinen Ermittlungen die abgefahrensten mechanischen Konstruktionen kennen lernt. Gekonnt wird dabei die Allgegenwart von Stahl und Mechanik in eine düstere Atmosphäre transportiert.
Als netten Gag stellt Hohlbein seinem Protagonisten einen gewsissen Herrn Tesla zur Seite – als klassischem Sidekick kommt ihm die Aufgabe zu, vor allem technische Details zu erklären; der Name kommt nicht von ungefähr. Diese Details gehen allerdings kaum in die Tiefe – Hohlbeins Beschreibungen von elektromagnetischen Phänomenen sind im besten Falle gerade noch vertretbar; ein nennenswerter Rechercheaufwand spricht aus ihnen jedenfalls nicht. Angesichts der Allgegenwart dieses Themas hätte hier etwas mehr Gewissenhaftigkeit sicherlich nicht geschadet.
Viel schwerer wiegt allerdings der diesmal erstaunlich zähe Mittelteil. Allzu bald verlegt Hohlbein nämlich die Handlung in die Katakomben einer stillgelegten Psychiatrie. Eigentlich kein schlechter Ort für diese Art von Geschichte. Wenn die Charaktere allerdings zum wiederholten Mal durch unheimliche Gänge tappen und immer wieder auf mechanische Ungeheuer treffen, denen trotz Teslas „ausgeklügelter“ Methoden nicht beizukommen ist, zeigt sich das Buch leider von einer ungeahnt langatmigen Seite, die auch durch das vorhersehbare Geplänkel zwischen den Charakteren nicht entschärft wird.


Fazit

Eine spannende Idee und ein starkes Setting lassen anfangs auf ein gelungenes Lesevergnügen hoffen. Umso ernüchternder ist dann jedoch der überaus zähe Mittelteil, den Hohlbein auch mit seinem ansonsten recht zuverlässigen Repertoire an Kniffen nicht retten kann.


Pro & Kontra

+ spannende Idee
+ starkes Setting

o gewohnte hohlbein’sche Charakterpalette

- langatmig und vorhersehbar

Wertung:

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5


 
 
Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 16. April 2016
 

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