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Die Adler Roms Bd.4 - Buch 4 (Marini)
Geschrieben von Victoria
Donnerstag, der 24. Juli 2014

Verlag: Carlsen (Februar 2014)
Softcover,56 Seiten,12,00 Euro
ISBN-13:978-3-551-79193-1

Genre: Historik, Abenteuer


Klappentext

Die Runen haben es vorhergesagt: Er wird derjenige sein, der die germanischen Stämme einen wird. Selbst wenn er dafür Rom verraten muss. Die Stadt, die ihm alles gegeben hat, die aus ihm den Mann gemacht hat, der er ist. Arminius wird also das römische Reich herausfordern. Und Marcus wird Arminius, seinem Blutsbruder, trotzen.
So wird sich das Schicksal erfüllen, unter Missachtung der Geschichte und der Freundschaft... und selbst der Liebe? Denn auch wenn Marcus ein römischer Soldat ist, gehört sein Herz doch nicht dem Reich, sondern Priscilla, die ihm ein zweites Mal zu entwischen scheint. Wird er sich von seiner Liebsten lossagen - und von dem Sohn, der einen anderen als ihn "Vater" nennt?


Rezension

In die Geschichte ging sie ein als die sogenannte Schlacht im Teutoburger Wald. Doch kaum jemand dürfte alle Hintergründe und Absichten der einzelnen Akteure kennen, es sei denn man kann sich guten Gewissens Historiker nennen. Varus, Arminius bzw. Hermann und viele andere, die in diesem großen und bedeutenden Geschehen vorkommen, geraten heutzutage viel zu schnell in Vergessenheit; außer man lehrt es zwangsweise an Schulen, wo derartiges Wissen meist wieder in Vergessenheit gerät. Jedoch sind diese Dinge für die Geschichte von solch enormem Wert, dass genau das nicht passieren darf. Also muss man sich überlegen, wie man etwas vermeintlich Langweiliges wieder spannend macht. Marini hat mit den Adlern Roms genau das richtige Mittel gefunden. Die Bände 1-3 haben das eindrucksvoll bewiesen und Band 4 bildet da keineswegs eine Ausnahme. Was fulminant begann, geht nun weiter.
Im Prinzip bekommt der Leser in Band 4 zwei Dinge geboten. Erstens ist die Handlung zwar eine logische Fortführung der bereits gezeigten Szenarien, aber zudem schleicht sich das Gefühl ein, eine neue Trilogie könnte seinen Anfang nehmen. Zweitens werden die Ereignisse zielgerichteter, skrupelloser und effizienter. Ein Grund hierfür mag auch sein, dass die Zwischensequenzen von Marcus und seiner Liebe Priscilla nicht vorhanden sind. Sie haben dieses Mal keinen Platz, da Marcus sich darum kümmern muss, die Germanen, die Römer und Arminius im Auge zu behalten. Besonders Letzteres ist nicht einfach, da Marcus sein Werk versteht und sich gut hinter einer Fassade zu verstecken weiß. Arminius scheint ihm dabei eigentlich immer überlegen zu sein, denn schließlich gelingt es ihm seinen Blutsbruder gefangen zu nehmen. Er fesselt ihn und einen anderen Römer im Lager der Germanen. Durch einen Kampf und eine Heirat scheint Arminius soweit abgelenkt zu sein, dass Marcus fliehen kann. Marcus kann von Glück sagen, nicht in Priscillas Nähe zu sein, da ihn die Ereignisse rund um ihre Person vereinnahmen würden. Er weiß leider nicht, dass er einen Sohn hat und ahnt nicht, dass seine große Liebe nach Lust und Laune Objekt von Vergewaltigungen ist. Marcus und Arminius sind in ihren Rollen perfekt eingesponnen. Leider gelingt es Marcus nicht, einen römischen Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass sein bester Offizier, eben Arminius, ein Verräter ist. Für nicht zurechnungsfähig deklariert, muss der Römer einen anderen Weg suchen, den Hinterhalt zu offenbaren. Das größte Problem bei der Sache ist, dass die Germanen es nicht zulassen, dass Nachrichten nach Rom zu Varus gelangen, dessen Hilfe die Römer jetzt brauchen könnten, denn lange lassen sich die Stämme nicht mehr zurückhalten, egal ob vereint oder nicht. Immer mehr kommt ans Licht, was Arminius, der bei den Germanen Hermann genannt wird, im Schilde führt. Marcus hat einen leisen Verdacht, doch noch ist nichts bestätigt. Derweil macht sich Marcus Sohn auf, um ein Mann zu werden. Er nimmt das Zepter in die Hand und befreit seine Mutter von dem Tyrannen, der sie und ihn selbst auf je verschiedene Art, missbraucht. Ironischerweise war es Arminius, der ihn dazu ermutigte, denn schließlich dachte er, dass es nur ein kleiner Straßenjunge war, mit dem er sprach.

Schicksale und Geschichte verdichten sich immer mehr und bilden eine noch stärkere Einheit. Es ist faszinierend ein Teil dieses Phänomens zu sein. Man spürt auf jeder Seite, in jedem Panel, das die Schlacht kurz bevorsteht. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange und Blut, sowie Schweiß und Stahl liegen sprichwörtlich in der Luft. Die Charaktere entwickeln sich so weiter, wie vorhergesehen. Besonders Marcus. Jeder Leser dürfte sich an seiner Person erfreuen, denn ähnlich wie Arminius, wird er immer stärker. Er ist ein richtiger Mann der Tat, der weiß wie man die Züge auf dem Schlachtfeld planen muss. Er geht überlegter vor und ist nicht beherrscht von seiner sentimentalen Seite. Ein richtiger Römer, der kämpft, befiehlt und beschützt. Seine Männer vertrauen auf sein Wort und sein Können und das zeichnet ihn aus, gibt ihm Rückhalt. Die kurzen Szenen, in denen man seinem Sohn begegnet, zeigen, dass auch in ihm diese Entschlossenheit zu finden ist. Man darf also gespannt sein, welche Entwicklungen hier noch zu erwarten sind. Romantik hat im Sinne der Liebe zwischen Mann und Frau hier nichts verloren, denn es herrscht Krieg und im Krieg lassen sich Männer höchstens von etwas Weiblichem ablenken. Priscilla liebt Marcus, sie braucht ihn, so ist es dann auch sowohl gut als auch schlecht, dass er nicht bei ihr sein kann. Gut für sein Vaterland, schlecht für ihr Wohlwollen. Arminius nimmt derweil interessante Konturen an. Zwar gibt er alles für die germanischen Stämme und macht sich durch seine Arroganz gegenüber den Römern und Germanen nicht nur Freunde, doch so wird dem Leser immer deutlicher, dass er nicht ganz ohne Gewissensbisse auskommt. Diese scheinen ihn zu überkommen, wenn er auf Marcus trifft oder darüber nachdenkt, wie es zu alldem kommen konnte. Auch wenn man es nicht unbedingt sehen kann, reflektieren sowohl er, als auch sein Blutsbruder viel über sich, den Krieg, das Vorhaben und ihre Freundschaft. So viel ging zu Bruch, so viel kann aber aus der Asche entstehen. Was ist richtig, was ist falsch? Wo sind die Grenzen? Lösungen? Das alles sind Fragen, die sich Leser, Betrachter, Historiker oder die Protagonisten selbst stellen. Am Ende wird es wie bei jeder Schlacht Gewinner und Verlierer geben.

Zu Marinis Kunst eine Geschichte in Worten zu erzählen, braucht man außer einem Staunen und einem Lob nichts mehr zu sagen. Doch Gleiches gilt für sein zeichnerisches Werk. Die Bilder geben wieder, was die Handlung erzählen will, und doch mit wenigen Extras mehr. Beide ergänzen sich perfekt, frei nach dem Motto: Was dem Einen fehlt, hat dann der andere. Das Szenario ist in sich geschlossen, keine unsinnige Lücke, keine holprigen Übergänge. Diese präzise Erzählweise lässt viele Informationen nicht im Überfluss auf den Betrachter einprasseln. Ein durch und durch angenehmes Leseabenteuer. Die Panels sind wunderbar anzuschauen. Gesichter, Mimik, Leid, Schmerz, Freude, Ekstase und Liebe finden stets einen Adressaten, ein Ziel. Es ist wirklich schön anzusehen, das keine Information isoliert für sich alleine stehen muss und sich perfekt eingliedert. Marini übertreibt dabei nicht. Betont wird, was betont werden muss, der Rest wird dann erst einmal zurück gestellt. Man kann daran sehr schön sehen, wo die Prioritäten für den Autor und die Handlung liegen; Widersprüche gibt es nicht. Selten hat man nach einer Lektüre von 52 Seiten mit Bild und Text das Verlangen nach mehr. Die Ernüchterung ist das Warten auf den nächsten Band, aber da man mittlerweile weiß, welch großartige Arbeit auf das Publikum wartet, so kann man sich gut mit der Situation arrangieren. Zur Not müssen solange Band 1-4 nochmals bzw. mehrmals herhalten.

Carlsen ist ebenfalls ein großes Lob auszusprechen, die Marinis Werk in einem sehr schönen Softcover veröffentlichen. Mit Glossar und Begriffserklärungen werden auch die letzten Fragen geklärt. Die 12 Euro sind fast schon zu wenig, denn Inhalt und Optik versuchen sich gegenseitig zu überbieten.


Fazit

Oftmals sind Fortsetzungen ungern gesehen, da sie schwächeln und nichts mehr zu erzählen wissen. Marini wird immer besser und macht mit seinen Die Adler Roms Lust auf mehr. Dieser Reihe wünscht man gut und gerne noch einige Bände. Ein Kauf ist fast schon Pflicht.


Pro/Contra

+Szenario in perfekter Harmonie
+Charaktere entwickeln sich immer weiter
+Marcus und Arminius erhalten interessante Facetten
+Marcus Sohn
+tiefgründige Fragen werden aufgeworfen
+Blutsbrüder sind Brüder, auch wenn sie für unterschiedliche Seiten einstehen müssen
+Gefühle am richtigen Platz
+Carlsen Aufmachung gelungen
+preislich wieder top

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Marini:

Rezension zu Die Adler Roms Bd.1
Rezension zu Die Adler Roms Bd.2
Rezension zu Die Adler Roms Bd.3
Rezension zu Der Stern der Wüste Bd.1
Rezension zu Der Stern der Wüste Bd.2
Rezension zu Batman – Der Dunkle Prinz Bd.1

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 10. Februar 2018
 

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