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Breaking Bad - Der inoffizielle Serienguide (Ensley F. Guffey und K. Dale Koontz)
Geschrieben von Judith
Samstag, der 23. August 2014

breaking bad serienguide

Schwarzkopf & Schwarzkopf (Juni 2014)
Originaltitel: Wanna cook? The Complete, Unofficial Companion to Breaking Bad
Übersetzt von Thorsten Wortmann & Madeleine Lampe
Klappenbroschur mit Farbteil
384 Seiten, 19,95 EUR
ISBN 978-3-86265-362-1

Genre: Sachbuch / Serienguide / Fanbuch


Klappentext

Als er die Diagnose Lungenkrebs erhält, beschließt Walter White, unbescholtener Chemielehrer und Familienvater, kurzerhand, in den Drogenhandel einzusteigen, um seine Familie finanziell abzusichern. Zusammen mit dem Möchtegern-Gangster Jesse Pinkman kocht er fortan das feinste Crystal Meth und verwandelt sich dabei langsam in den skrupellosen Heisenberg. Die beiden geraten immer weiter in einen Strudel aus Lügen, Gewalt und Machtgier.

Alle, die nicht genug von dieser grandiosen Serie bekommen können, erhalten in „Breaking Bad – Der inoffizielle Serienguide“ umfassende Hintergrundinformationen zu allen Folgen und erfahren Wissenswertes über die außergewöhnliche Kameraarbeit, die Musik und die Zusammenhänge. Ergänzt wird der Episodenguide durch zahlreiche Fotos.  


Rezension

Die Serie um den Chemielehrer Walter White, der alias Heisenberg zu einer Größe im Drogengeschäft mit Crystal Meth wird, hat Millionen Fans begeistert. Kaum verwunderlich also, dass passend zur Kultserie ein Serienguide erscheint, der den Inhalt aufarbeitet und mit diversen Informationen ausschmückt. Aber braucht man das?  

Walter White liebt die Chemie, hat es aber nur zum Highschool-Lehrer gebracht. Mit seiner schwangeren Frau, seinem Sohn sowie seinem Schwager Hank und dessen Frau Marie ist Walter von einer liebenden Familie umgeben, die ihn versucht aufzufangen, als er die erschreckende Diagnose Lungenkrebs erhält. Doch Walter ist kein Mensch, der sich bei der Familie ausweint. Er kommt auf die kuriose Idee, Crystal Meth herzustellen und zu verkaufen – um seine Familie finanziell abzusichern. Dabei hilft ihm sein ehemaliger Schüler Jesse Pinkman, der bereits laienhaft Meth gekocht hat. Das Ganze soll anfangs eine einmalige Sache sein, doch schnell muss Walter erkennen, dass das Drogengeschäft noch härter ist, als er geglaubt hat. Und so rutscht er immer tiefer hinein und wird zu Heisenberg, dessen blaues und hochreines Crystal Meth zur Legende wird ..

„Breaking Bad – Der inoffizielle Serienguide“ ist genau das, was der Titel sagt: Ein Überblick über die einzelnen Episoden mit einigen Zusatzinfos. Ensley F. Guffey und K. Dale Koontz arbeiten nach und nach die Ereignisse auf, die aus Walter einen Kriminellen und schließlich einen Drogenbaron machen. Das machen die Autoren auch soweit gut und erklären neben der reinen Nacherzählung auch, warum Walter und die anderen Charaktere letztlich handeln, wie sie es tun. Die Betrachtung ist relativ differenziert, wobei man leider auch herausliest, welche Charaktere den Autoren besonders sympathisch sind. Walter gehört anscheinend nicht dazu, denn auch wenn seine Situation von mehreren Seiten beleuchtet wird, kommt Walter insgesamt schlecht weg – was für ein Fanbuch nicht unbedingt optimal ist. Für Skyler, Walters Eherfrau, wird dagegen regelrecht die Werbetrommel gerührt. Es fällt auf, dass ihre Handlungen von den Autoren verteidigt werden, nicht zuletzt in einem Zusatzkapitel, in dem sie sich der Abneigung der Fans gegen Skyler widmen und gleichzeitig bekräftigen, wie falsch Walters Handeln ist. Guffey und Koontz bleiben politisch absolut korrekt, was bei einer Serie wie "Breaking Bad" allerdings der falsche Ansatzpunkt ist.

Die „umfassenden“ Hintergrundinformationen beschränken sich auf Erläuterungen zur Chemie, der Drogenproblematik in Amerika, Termini im kriminellen Milieu etc. im Wikipedia-Stil. Auch die Hinweise zur Kameraarbeit bleiben letztlich nichts als Hinweise, die die Bedeutsamkeit der Szenen verdeutlichen.  Technische Erklärungen oder Vergleiche mit anderen Serien / Filmen bleiben aus. Trotzdem sind diese Hinweise interessant, beinhalten sie doch auch viele Szenen, die dem Zuschauer vielleicht nicht unbedingt so bedeutsam vorkamen. Spannender sind die Zitate aus den einzelnen Episoden, sowie Informationen zum Titel der Folgen und die Opferzahlen am Ende einer Staffel. Auch die Listen mit jeweiligen Besonderheiten der Folgen sind nett zu lesen, weisen sie doch auf besondere Umstände nochmals hin. Waschechten Fans bietet dieses Buch allerdings wenig Neues und so kann man sagen, dass man dieses Buch nicht unbedingt braucht (es sei denn man sammelt wahllos alles, was mit seiner Lieblingsserie zu tun hat). Guffey und Koontz werden der Vielschichtigkeit von "Breaking Bad" nicht gerecht, weil sie im öffentlichen amerikanischen Wertesystem verharren und sich nicht trauen, auf die dunklen Seiten der Serie und der Hauptfigur Walter White wirklich einzugehen. Stattdessen wird gewertet und verurteilt.

Das Buch wirbt im Klappentext mit zahlreichen Fotos. Nur leider sind diese gar nicht so zahlreich und nur stapelweise dazwischengeschoben, was den Druck wohl günstiger macht, da der Rest auf normalem Buchpapier in schwarz/weiß gedruckt werden kann. Anders kann man sich diese Entscheidung nicht erklären. Es wäre wesentlich schöner gewesen, wenn die einzelnen Episoden von passenden Bildern begleitet worden wären. Stattdessen handelt es sich bei den meisten Fotos um „gestellte“ Bilder: Die Schauspieler auf Preisverleihungen, Werbebilder für die Serie, Porträts der Schauspieler. Dabei wären Szenen aus der Serie, die den Inhalt unterstreichen, viel spannender gewesen.


Fazit

„Breaking Bad – Der inoffizielle Serienguide“ bietet ausführliche Inhaltsangaben zu den einzelnen Episoden, welche teilweise stark von persönlichen Sympathien der Autoren geprägt sind. Dabei kommt ausgerechnet der Protagonist Walt, so negativ er sich auch entwickelt, zu schlecht weg. Viel Neues für eingefleischte Fans bietet dieses Buch nicht, auch das riesige Interpretationspotential der Serie wird nicht ausgeschöpft, doch es enthält zahlreiche Hinweise, die den Blick auf die Serie verändern / schärfen können. Als Überblick und Nachschlagewerk ist es allemal geeignet.


Pro & Contra

+ ausführlicher Episodenguide
+ zahlreiche Hinweise auf Besonderheiten
+ Zitate aus den Episoden
+ ausführliches Quellenverzeichnis

o wenig Neues für eingefleischte Fans

- Farbfotos größtenteils belanglos
- Inhalt von den Sympathien der Autoren gefärbt
- durchweg politisch korrekt (und damit am Werk selbst vorbei)

Wertung: sterne3.5

Inhalt: 3/5
Umfang: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 25. August 2014
 

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