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Geliebter Krieger – Drachenclan 01 (Paige Anderson)
Geschrieben von Nicole
Sonntag, der 07. September 2014

Anderson P-Geliebter Krieger

Sieben Verlag, 1. Auflage, November 2013
Taschenbuch, 220 Seiten,
14,99 Euro [D] | 8,99 [eBook]
ISBN-13: 978-3-864432-27-9
eBook

Genre: Dark Fantasy/ Urban Fantasy


Klappentext

Schreckliche Visionen plagen die junge Kellnerin Mercy und zwingen sie zu einem Leben auf der Flucht. Als der attraktive Krieger Darian sie vor blutrünstigen Angreifern rettet, scheint ihre Odyssee vorerst beendet. Mercy ist fasziniert von der übernatürlichen und gefährlichen Ausstrahlung Darians. Doch ihr attraktiver Retter hat noch mehr Überraschungen auf Lager. Er ist ein Mitglied des uralten Drachenclans, seit jeher dazu bestimmt, über die Menschen zu wachen. Ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn die gemeinsamen Feinde schlafen nicht.


Die Autorin

Geboren 1986 im Saarland hat sie 2013 den Bachelor of Education in den Fächern Deutsch und Biologie auf Lehramt absolviert und startete in den Master. Sie hat nach eigener Aussage drei große Leidenschaften: Literatur, Biologie und ihren Mann. Sie lebt beschaulich in einem kleinen Häuschen auf dem Land inmitten eines kleinen privaten Zoos.


Rezension

In Geliebter Krieger treffen die Kellnerin Mercy und der Drachenkrieger Darian aufeinander. Sie ist ein Orakel, weiß es aber nicht, da sie ohne Ausbilder aufgewachsen ist. Verfolgt von ihren Visionen, flieht sie von Stadt zu Stadt, immer unter anderem Namen und mit frisch gepackter Tasche, versucht aber gleichzeitig dem Straßenkind Max eine gute Mutter zu sein. Darian hingegen ist ein Drachenkrieger, ein Hüter, der unter den Halbwesen der Welt für Recht und Ordnung sorgt. Als der Rat der Nephilim die Drachenkrieger auf das Orakel ansetzt, kreuzen sie die Wege der beiden und eine Liebesgeschichte beginnt. Aber dunkle Kräfte bündeln sich, um die Drachenkrieger und die Welt der Halbwesen und Menschen insgesamt zu erschüttern.

Das Genre Romantasy gleicht einem Heuhaufen. Die berühmte Nadel, also eine gelungene Geschichte, darin zu finden, scheint nahezu unmöglich. Auch Geliebter Krieger entpuppt sich im Laufe der Geschichte als Fehlgriff oder besser gesagt als klischeebehaftete Gefühlsduselei ohne wirklichen Tiefgang. Bereits auf den ersten Seiten wird man mit dem männlichen Protagonisten Darian und seinem Kollegen Liam konfrontiert. Beide sehr groß, extrem sportlich und gutaussehend, noch dazu so mächtig, dass jeder vor ihnen zu zittern beginnt. Die Abbilder von Adonis sind auf einer Suche und so etabliert sich Darian innerhalb weniger Seiten im Zuge eines Verhörs als richtiger Bully, der andere gerne einschüchtert und mit Verachtung straft. Neben der Überheblichkeit steht vor allem das Testosteron im Vordergrund, denn für Darian ist eine Tag nur gut, wenn er sich in einem Kampf austoben kann. Liam hingegen folgt dem Klischee des hübschen Frauenhelden mit dem lockeren Mundwerk, der sich nachweislich bereits durch tausende von Betten und ein Nonnenkloster getobt hat. Er benutzt für seine Verhörmethoden mit Vorliebe Werkzeuge unterhalb der Gürtellinie. Ebenfalls in die Klischees der Romantasy fügt sich die weibliche Protagonistin. Als Gegensatz zum mächtigen Darian gibt Mercy das typische Bild des verschüchterten Nichts, das nur auf einen besitzergreifenden, dauereifersüchtigen Macho wartet, der sie auf seinen starken Armen in eine bessere Welt entführt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, folgt Anderson dem Schema F. Dies beginnt bei der schäbigen Bar, in der sich Mercy als Kellnerin verdingen muss, inklusive grabschender Trunkenbolde und vom Chef vorgeschriebene Dienstkleidung mit extratiefem Ausschnitt. Aber auch Zuhause wird es nicht hübscher. Überall Dreck, Geldnot und Hunger, weil Mercy sich für Max, einen Straßenjungen, den sie aufgenommen hat, aufreibt. Da ist es eigentlich ein Glücksfall, dass das Böse sie in Silversprings findet. Denn Darian eilt zur Rettung, mit Katana und Ledermantel. Blade lässt grüßen. Nach einigen Missverständnissen kommen sich Mercy und Darian schnell näher. Anderson nutzt jede freie Minute, um die Chemie der beiden mit Bildern zu beschreiben. Dabei werden alle Superlative bedient. Ständig gibt es Blicke, die irgendetwas schmelzen lassen, eine unerschöpfliche Stamina und Gefühle auf Achterbahnfahrt. Dieses schwache Charakterdesign zieht sich von der Welt durch alle Charaktere. So ist es zum Beispiel unpassend, wenn das Straßenkind Max auf der einen Seite als abgebrüht bezeichnet wird, ein paar Seiten später aber zum Frühstück Schokolade in sich hineinstopft wie ein Kleinkind oder sich naiv zwischen zwei nackte, schwitzende Erwachsene ins Bett wirft, um zu kuscheln. Ebenfalls blass und sehr durchschaubar bleiben die Bösen. Es gibt keine Überraschungen oder Wendungen. Die einzige Entwicklung macht Mercy durch, wenn sie ihre Macht zu beherrschen lernt.

Die Geschichte dümpelt derweil im Hintergrund. Es gibt zwar einige Actionszenen, wirklich gefährlich wird es selten, da die Krieger nahezu unsterblich ausgelegt sind. Sie besitzen eine gesteigerte Regenerationszeit, sind Waffenspezialisten und leben in einem Haus, dessen Gelände von Highend-Geräten, überwacht wird. Die weiße Einrichtung und Wände aus Glas wecken zudem Erinnerungen an die Villa der Vampire in Twilight. Betrachtet man die Welt, die Anderson um den Drachenclan aufbaut, stellen sich so manche Fragen. Die Drachenkrieger arbeiten für den Rat der Nephilim, die als Instanz des Guten über die Halbwesen wachen. Die Jobbeschreibung der Krieger ist dabei relativ schwammig gehalten, denn die einzig Bösen scheinen einige harmlose Rebellen und die Satyr – Albinos mit rot glühenden Augen, nicht zu verwechseln mit den Mischwesen aus Pferd und Mensch aus der griechischen Mythologie. Die Satyrn agieren normalerweise allein, sind aber weder besonders stark noch intelligent. Vielleicht ist das der Grund, warum sie immer wieder in die Stadt kommen, in der die Drachenkrieger leben, anstatt einen weiten Bogen darum zu machen bzw. sich zusammenzurotten, um die Drachenkrieger so zu bezwingen. Erst der Antagonist kommt auf die Idee, die Satyrn in Gruppen einzusetzen, um so die Drachenkrieger vor eine ernste Herausforderung zu stellen.

Stilistisch wie inhaltlich erkennt man die fehlende Erfahrung Andersons. Die Sprache bleibt recht schwach, ohne Besonderheiten. Die Bilder sind typisch und klischeebeladen, von den Blicken, die Eispole schmelzen lassen bis zu den Dauerkaltduschen Darians, die jeden die Augen verdrehen lassen. Es gibt aber auch Probleme mit der Formatierung, denn oftmals fehlt es an Absätzen und somit am Überblick in Dialogen. Diese sind zum Teil schwammig bzw. unpassend, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Drachenkrieger als hochintelligent eingeführt werden, aber unfähig scheinen, einen Gegner aufzuspüren oder eine ordentliche Strategie zu entwerfen. Abschließend muss erwähnt werden, dass die Schrift in diesem Buch sehr groß gehalten ist. Wer also wirklich interessiert ist, sollte zum eBook greifen oder noch etwas mit dem Kauf warten.


Fazit

Mit Geliebter Krieger veröffentlich Paige Anderson den Auftakt ihrer Saga um die Drachenkrieger. Stereotype Charaktere ohne Tiefe treffen auf eine schwache Handlung, wenn der attraktive Darian das hilflose Orakel Mercy aus den Klauen rotäugiger Monster befreit und so in eine Verschwörung stolpert. Die Liebesgeschichte steht eindeutig im Vordergrund, definiert sich aber über Unmengen an Sex und krankhaftem Besitzanspruch, der nahezu ohne Widerspruch bis hin zur Selbstaufgabe akzeptiert wird. Die übergroße Schrift sorgt so für schwache Unterhaltung zu überhöhtem Preis.


Pro/Contra

+ Idee

- Charaktere eindimensional und klischeebehaftet
- Die Drachenkrieger als superschöne Supermänner
- Logiklücken im Weltendesign
- Geschichte ist vorhersehbar und platt
- Stil folgt typischen Metaphern und Mustern
- Dialoge teilweise schwer zu verfolgen

Bewertung: sterne1.5

Charaktere: 1/5
Handlung: 2/5
Lesespaß: 1,5/5
Preis/Leistung: 1/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 07. September 2014
 

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