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Zero - Sie wissen, was du tust (Marc Elsberg)
Geschrieben von Dennis
Donnerstag, der 16. Oktober 2014

Blanvalet Verlag (Mai 2014)
gebunden mit Schutzumschlag
480 Seiten, EUR 19,99
ISBN:978-3-7645-0492-2

Genre: Cyber-Thriller


Klappentext

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee. Diese sammelt und analysiert Daten – und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg. Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online-Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt. Als Cynthia anfängt, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten. Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen ...


Rezension

Marc Elsberg, dem mit dem Katastrophenthriller „Blackout" ein recht großer Wurf gelang, meldet sich zurück. Die Katastrophe, die er diesmal zeichnet, ist jedoch substantieller und zugleich subtiler: Nicht weniger als der freie Wille und die Selbstbestimmung des Menschen stehen diesmal auf dem Spiel. Hierfür ist Eisberg ganz nah dran am Puls der Zeit. Mit einem beachtlichen Gespür für Trends und Zeitgeist kreiert er eine Welt, die der unseren nur einen Wimpernschlag voraus scheint: Allgegenwärtige „Wearables" durchleuchten viele Bürger auf Schritt und Tritt. Ausgeklügelte Algorithmen errechnen aus den aufgenommenen Daten bis zu einem gewissen Grad gar dessen Gedanken. Was vor wenigen Jahren noch wie reine Science-Fiction gewirkt hätte, scheint heute gar nicht mehr so weit entfernt. Mit einer ausreichenden Menge an Daten - die nicht nur die Charaktere in „Zero" den Systemen mit Hingabe anvertrauen, sondern auch jene realen Zeitgenossen, die es beispielsweise gar nicht mehr abwarten können, sich mit Apples neuster Smartwatch auf Schritt und Tritt tracken zu lassen - mit diesen Daten also, mit Hilfe von ausgeklügelten heuristischen Algorithmen und der nötigen Prise an Rechenpower ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis unser tiefstes Inneres im wahrsten Wortsinn berechenbar wird . Und genau hier liegt die unglaubliche Brisanz von Zero, in dem diese Berechenbarkeit Realität geworden ist: Weil die Maschinen die Menschen so gut kennen, können sie ihnen auch sagen, wie sie sich am besten verhalten sollen. Was vor Jahren beispielsweise mit Apps begann, die den Schlaf des Benutzers analysieren und verbessern können, findet in Zero seine brutale letzte Konsequenz: Ferngesteuert von Algorithmen, die den Charakteren sagen, wie sie sich verhalten sollen, um gut in der Schule, dem Job, der Liebe oder jedem anderen denkbaren Bereich des alltäglichen Lebens zu sein, werden diese zu Marionetten. Glasklar zeigt Elsterg auf, wie eine Welt aussehen könnte, in der es den Bürgern tatsächlich besser geht, weil sie das tun, was Algorithmen für sie ausrechnen - auf Kosten ihrer Selbstbestimmung. Hinter dem ganzen steht das Unternehmen „Freeme", gegen das Google oder Apple regelrecht harmlos wirken. Skrupellos experimentieren sie mit der unglaublichen Macht, die ihnen ihr Produkt verleiht, das vor allem bei der jungen Generation angesagt ist.

Es folgt ein Musterstück aus dem Thriller-Handbuch: Die taffe, jedoch abgehalfterte Journalistin Cynthia Bonsant kommt der Sache auf die Spur. Immerhin einigermaßen spannend ist hierbei die Konstellation aus Protagonisten: Neben Charakteren im „feindlichen" Lager, die leider eindimensional bleiben, präsentiert sich auf Seiten Cynthias eine bunte Clique aus Nerds, Hipstern - darunter ihre eigene Tochter - und Journalisten. Und hier hat es Cynthia als einzige Technologie-Skeptikerin nicht leicht. Ihr Part der Technik-Kritikerin ist in „Zero" zugegebenermaßen undankbar. Denn immerhin: Die Technik funktioniert und verbessert auf faszinierende Art und Weise das Leben von beispielsweise Cynthias Tochter. Hierbei wird das stärkste Gegenargument - die völlige Preisgabe der eigenen Persönlichkeit - jedoch vorerst ausgeklammert, denn genau dies gilt es ja überhaupt erst zu beweisen. Dennoch hätte man sich besonders angesichts der Brisanz des Themas etwas mehr gewünscht als Charaktere, die brav Argumente wiederkäuen, die ihnen der Autor in den Mund legt.

Überhaupt wirkt „Zero" oftmals wie mit der heißen Nadel gestrickt - ein Manko, das viele der top aktuellen Cyberthriller teilen und das für dieses Genre geradezu symptomatisch scheint. Immerhin: Langweilig wird es nicht. Denn da gibt es ja auch noch eine Gruppe mysteriöser Internetaktivisten, die sich auf „Freeme" und andere Datenkraken eingeschossen haben und die als dritte Fraktion die etwas dünne Handlung anreichern. Ansonsten gibt es genreübliche Kost: Verfolgungen, Verschwörungen, Gadgets - was es eben so braucht, um Spannung aufzubauen.


Fazit

Zero bietet ein hochbrisantes und spannendes Thema, eingebettet in einen ansonsten eher durchschnittlichen Thriller. Gern hätte man etwas mehr über gesellschaftliche Auswirkungen aktueller Trends gelesen - dafür hätte es auch die eine oder andere actionreiche Szene weniger sein dürfen.


Pro & Kontra

+ spannendes Thema und interessante Ideen zu aktuellen Themen
+ topaktuell
+ recht kurzweilig

- ansonsten eher durchschnittliche Thrillerkost
- Charaktere sind sehr konventionell und spulen ihre Argumente wie eingeübt ab

Wertung: 

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Blackout"

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 16. Oktober 2014
 

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