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Die Berufene (M. R. Carey)
Geschrieben von Maria
Dienstag, der 11. November 2014

Verlag: Knaur (Oktober 2014)
Klappbrochur, 512 Seiten, € 14,99
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Girl With All the Gifts
ISBN-13: 978-3426515136

Genre: Horror


Klappentext

Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein grauenhafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert und bedrohen die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Schar Kinder, die anders auf den Erreger reagieren. Auf einer entlegenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie gefangen – zu allem entschlossen, um ihnen ihr biologisches Geheimnis zu entreißen. Doch es läuft nicht nach Plan ...


Rezension

Die Menschheit ist zu großen Teilen von einem Parasiten befallen, der sie in die sogenannten ‚Hungernden‘ verwandelt, menschenfleischfressender Zombies. Die wenigen noch Gesunden versuchen verzweifelt, ihr Überleben zu sichern und ein Heilmittel zu entwickeln, allen voran eine zwielichtige Wissenschaftlerin, die auf einem Militärstützpunkt Experimente an einer kleinen Gruppe von Kindern durchführt, welche eine Art Bindeglied zwischen Gesunden und Infizierten darstellen. Doch dann läuft auf dem Stützpunkt alles aus dem Ruder ...

Zu Anfang startet die Story originell genug, sodass man sich als Leser nicht unmittelbar in einen Zombieroman versetzt fühlt. Aus Sicht der zehnjährigen Melanie wird in moderatem Tempo eine klaustrophobisch anmutende Umgebung mit eigenartigen Umständen vorgestellt. Vieles davon ist zuerst unverständlich und vieles muß man sich selbst zusammenreimen; alles in allem ein eher unkonventioneller, sogar gemächlicher Beginn, der es aber geschickt versteht, eine subtile Spannung aufzubauen.
Die Erzählperspektive beginnt bald zu wechseln, wodurch der Leser zum einen die restlichen Protagonisten kennenlernt, zum anderen nähere Erklärungen erhält. Besonders die Geschichte des Parasiten wird dabei stimmig und interessant dargereicht, auch der ständige Wechsel zwischen der naiven Sichtweise eines Kindes und der desillusionierten Perspektive der Erwachsenen liest sich abwechslungsreich und gut gelungen.
Lebendig und glaubwürdig wirkt das Mädchen Melanie; auf sie hat der Autor erkennbar die meiste Mühe verwandt. Die weiteren Protagonisten sind zwar auch Charaktere mit Persönlichkeit, etwas mehr Tiefgang hätte ihnen jedoch nicht geschadet.

Die Hoffnung, dass der Plot eine neue, ungewohnte Richtung nimmt, muß man leider schnell begraben. Nach etwa einem Viertel des Buches findet sich der Kenner in einem Setting wieder, das ihm bereits unzählige Male zuvor im Genre begegnet und deswegen wohlvertraut ist: Kleines Häuflein Überlebender zieht auf dem Weg zu einem vermeintlich sicheren Ort mehr oder weniger schutzlos durch das von Infizierten verseuchte Gebiet. Die auf einem solchen Marsch üblichen auftretenden Schwierigkeiten passieren so zuverlässig und vorhersehbar, dass man die Uhr danach stellen könnte, und trotz des flotten Schreibstils macht sich eine gewisse Langatmigkeit immer stärker bemerkbar. Lediglich das Ende nimmt dann eine Wendung, die ziemlich unerwartet kommt, in sich stimmig ist und sogar viel Raum für eine Fortsetzung bietet. Leider tröstet das nicht über den aufgeblähten und im Vergleich zu Anfang und Schluß sehr schwachen Mittelteil hinweg.

‚Die Berufene‘ wird mit "Einer der originellsten, spannendsten und stärksten Romane aller Zeiten" beworben. Originell und auf gewisse Weise spannend ist zumindest der Beginn, später verlaufen die durchaus vorhandenen, vielversprechenden Ansätze größtenteils im Sand. Und was die Stärke angeht, kann dieses Buch Werken wie beispielsweise der Passage - Trilogie von Justin Cronin nicht das Wasser reichen.


Fazit

Ein Roman, der dem Zombie-Genre zumindest ein paar frische Impulse beschert, den Absprung aus altbekannten und restlos eingefahrenen Mustern jedoch nicht schafft. Kein wirklich schlechtes Buch, aber von einem Meisterwerk meilenweit entfernt.


Pro & Kontra

+ interessanter und unkonventioneller Beginn
+ bringt ein paar frische Facetten ins Genre
+ klare Sprache
+ recht stimmige Erklärungen für das Phänomen der Erkrankung
+ überraschender Schluß

o stellenweise etwas blutig
o wechselnde Erzählperspektiven

- nicht wirklich spannend
- über weite Strecken langatmig
- Handlung nach altbekanntem Muster
- vieles zu vorhersehbar
- sehr schwacher Mittelteil
- Charaktere könnten etwas mehr Tiefe vertragen

Gesamtwertung:

Handlung:        3,5/5
Charaktere:      3/5
Lesespaß:        3,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 11. November 2014
 

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