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Phoenix - Tochter der Asche (Ann-Kathrin Karschnick)
Geschrieben von Judith
Mittwoch, der 26. November 2014

Papierverzierer (September 2013)
Cover: Timo Kümmel
Klappenbroschur, circa 400 Seiten, 14,95 EUR
ISBN: 978-3-944544-50-2

Genre: Teslapunk / Dystopie / Krimi


Klappentext

Europa liegt nach einem fehlgeschlagenen Experiment im Jahr 1913 und diversen Kriegen mit Amerika in Trümmern. Mithilfe des damals führenden Wissenschaftlers Nicola Tesla bauten die Saiwalo, eine überirdische Macht, Europa langsam wieder auf. 120 Jahre später erschüttert eine Mordserie Hamburg, die sich niemand erklären kann. Leon, ein Anhänger der Saiwalo und Mitglied der Kontinentalarmee, wird auf die Fälle angesetzt und trifft bei seinen Ermittlungen auf die rätselhafte Tavi. Wer ist sie und wieso ist sie so fest von der Schuld der Saiwalo an den Morden überzeugt?


Rezension

Als Mitglied der Kontinentalarmee wird Leon mit den Ermittlungen zu mysteriösen Mordfällen in Hamburg betraut. Ein Serienmörder scheint wahllos Menschen zu töten, doch bei seinem neusten Fall fällt Leon etwas Merkwürdiges auf: Die Leiche hat einen leuchtenden Handabdruck auf der Haut. Nur scheinbar sieht niemand die seltsame Zeichnung. Noch am Tatort sieht Leon eine Frau, die nicht wie die anderen Schaulustigen wirkt. Er beschließt, die junge Frau zu befragen und bemerkt, dass sie ihn belügt. Noch ehe er sie richtig zur Rede stellen kann, flieht die Fremde. Da ahnt Leon noch nicht, dass sie eine sogenannte Seelenlose ist; eine Phoenix, die seit vielen Jahrhunderten lebt und sich seit dem fehlgeschlagen Experiment vor über hundert Jahren vor den Saiwalo versteckt. Denn diese übernatürliche Macht, die Europa neu aufgebaut hat, macht Jagd auf jene, deren unsterbliches Leben sie brauchen …

Die junge Frau, die ebenso wie Leon den Mörder finden will und dabei unter Verdacht gerät, heißt Tavi und ist ein sehr leidenschaftlicher Charakter. Auch wenn sie Beziehungen zu Menschen nach diversen Enttäuschungen und der Tatsache, dass sie alle überlebt, die ihr etwas bedeuten, meidet. Im alten Rom hat sie einmal als Mensch gelebt, doch nach ihrem Tod wurde sie zu einer Phoenix, die zwar getötet werden kann, aber jedes Mal dabei verbrennt und aus ihrer Asche wieder aufersteht. Im 21. Jahrhundert lebt sie zusammen mit dem wilden Geisterwächter Nathan, den sie als Sohn betrachtet, in einer alten Fabrik. Er ist zwar kein Seelenloser, doch er kann übernatürliche Wesen wahrnehmen, was Tavi benutzen will, um gegen die Saiwalo vorzugehen.  

Leon hingegen ist ein treuer Anhänger der Saiwalo und zudem ein mürrische Kerl, der in der Rangfolge aufsteigen will und in der Lösung der Mordserie die Chance sieht, seine Kollegen zu überflügeln. Als er herausfindet, dass Tavi eine Phoenix ist, will er sie unbedingt fangen und an die Saiwalo ausliefern. Dabei macht er sich keine Gedanken, was die geisterhaften Wesen mit den Seelenlosen machen. Leon ist dazu viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Außerdem hat er die falschen Wahrheiten, die die Saiwalo den Menschen erzählen, verinnerlicht und handelt nach ihrem Willen. Erst als er Tavi näher kennenlernt, beginnt er, an seinem Weltbild zu zweifeln und sich für andere einzusetzen. Bis dahin macht er jedoch jede Menge Fehler, die für Tavi und andere lebensgefährlich werden.

Die Welt, in der „Phoenix“ spielt, ist eine Mischung aus Dystopie und Teslapunk: Nachdem im Jahr 1913 ein Experiment schief gelaufen ist und Millionen Menschen das Leben gekostet hat, wurde Europa durch Kriege mit Amerika erschüttert. In der Zeit, in der Tavi und Leon leben, herrscht zwar Frieden, doch die meisten Menschen leben in Armut. Nur Regierungsgebäude und die Viertel der Reichen werden gepflegt, während der Rest stetig zerfällt. Die Technologie dieser alternativen Welt wurde von Nicola Tesla geprägt: Tatorte werden mit Strombänder abgesperrt und Waffen feuern mit Hilfe von Teslaspulen Stromkugeln ab. Hinzu kommt die industrielle Atmosphäre des Steampunks, welche Ann Kathrin-Karschnick düster und stimmungsvoll inszeniert. Insbesondere die erste Hälfte des Romans liest sich sehr atmosphärisch und die kantigen Charaktere können den Leser schnell für sich einnehmen, auch wenn Leon nicht gerade ein Sympathieträger ist.

Das fehlgeschlagene Experiment ist ein großes Spannungsmoment im Roman, allerdings erfährt man erst spät mehr darüber und dann auch nicht all zu viel. „Phoenix“ ist nun einmal als Trilogie angelegt, weshalb das Ende auch offen ist. In der zweiten Hälfte holpert die Geschichte ein wenig, vor allem weil Tavi extrem emotional reagiert, was man anhand ihres enormen Alters und damit auch riesigen Erfahrungsschatzes nicht immer verstehen kann. Währenddessen verhält sich Leon starrsinnig und bleibt in alten Denkmustern verhaftet, wo er doch längst kapiert haben müsste, dass die Welt anders ist, als er denkt. Da ärgert man sich als Leser, allerdings schaffen die Missverständnisse und Fehler der Charakter auch Spannung für den zweiten Band.

Auch die vielen offenen Fragen, die am Ende übrig bleiben, machen neugierig auf das weitere Schicksal von Tavi und Leon. Am Anfang kann man sich nicht so recht vorstellen, was die Saiwalo sind, später wird das Bild etwas klarer. Trotzdem bleiben die geisterhaften Wesen, die die Geschicke Europas lenken und Seelenlose ausbeuten, mysteriös. Außerdem fragt man sich, ob bald noch andere übernatürliche Wesen in den Kampf gegen die Saiwalo eintreten. Denn Tavi steht bisher relativ isoliert da, auch wenn sie von Nathan und einer Hexe Hilfe erhält.  Die Gestaltung des Buches ist sehr gelungen, auf dem Seitenrand wurde eine orange Feder gedruckt und das Cover sieht einfach toll aus. Leider entstehen beim Lesen schnell hässliche Risse im Buchrücken.


Fazit

„Tochter der Asche“ ist der stimmungsvolle Auftakt der „Phoenix“-Trilogie, die den Lesern eine äußerst reizvolle Mischung aus Teslapunk, Dystopie und Krimi bietet. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten und treiben die Handlung auch durch ihre Fehler voran, was zum Ende hin zu leichtem Leserfrust führt, aber auch Spannung für den Folgeband schürt.


Pro & Contra

+ interessanter, düsterer Genremix
+ Protagonisten mit Ecken und Kanten
+ stimmungsvoll inszenierte, dystopische Welt
+ spannender Krimiplot
+ verschiedene übernatürliche Wesen

o viele offene Fragen

- Charaktere handeln nicht immer nachvollziehbar
- Buchrücken wirft schnell Falten / Risse

Wertung: sterne4

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung:3,5/5


Interview mit Ann-Kathrin Karschnick (2014)

Rezension zu "Phoenix - Erbe des Feuers" (Band 2)

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Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 22. April 2017
 

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