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Wem gehört die Zukunft? (Jaron Lanier)
Geschrieben von Lukas
Sonntag, der 21. Dezember 2014

Hoffmann und Campe (Februar 2014)
Gebunden mit Schutzumschlag, 480 Seiten
ISBN: 978-3455503180
€ 24,99 [D]

Genre: Sachbuch


Klappentext

"Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt."

Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden ist klar: Die "schöne neue Welt" nimmt Gestalt an, und es wird höchste Zeit, ihr etwas entgegenzusetzen. Internetpionier und Cyberguru Jaron Lanier liefert eine profunde Analyse der aktuellen Trends in der Netzwerkökonomie, die sich in Richtung Totalüberwachung und Ausbeutung der Massen bewegt.

Der Bestseller aus den USA endlich auf Deutsch!


Rezension

Seit geraumer Zeit lebt der heutige Mensch in einer vernetzten Welt. Alles kann man im Internet kaufen, mit jedem auf der anderen Seite des Globus im Kontakt bleiben und zu jedem abwegigen Thema findet man Informationen und Anleitungen. Facebook, Google und Amazon sind die Großen in diesem Business, denn sie habe nicht nur das Internet auf diverse Arten revolutioniert und Reichtümer angehäuft, sondern auch die meisten Informationen über ihre User gesammelt. Gerade die sozialen Netzwerke wie Facebook machen keinen Hehl daraus, dass jede einzelne Information, die man hinterlässt, dem Anbieter gehört. Was passiert mit diesen Informationen? Warum akzeptieren Milliarden von Menschen diese Informationsausbeutung? Welche Auswirkung hat das für die Zukunft des Menschen? Jaron Lanier gibt in „Wem gehört die Zukunft?“ einen Einblick in solche „Sirenenserver“, deren Funktion und Denken.

Das Buch lässt sich inhaltlich in zwei Teile spalten: Das eine sind Fakten, das andere die Meinungen und Gedankenspiele des Autors. Über die Fakten lässt sich hier kaum streiten. Auf eine sehr bildhafte und leichte Art vermittelt Lanier Wissen über Sirenenserver, dabei handelt es sich laut seiner Definition um “Elitecomputer oder eine koordinierte Ansammlung von Computer in einem Netzwerk“. Sie sind das Kernstück dieses Buches und der Punkt, wo alle seine Beschreibungen irgendwann wieder Zusammenlaufen. Die Themen, die Sirenenserver umkreisen, sind aber sehr breit gefächert. Allein in der ersten Hälfte des 480 Seiten langen Buches befasst man sich mit der philosophischen Frage, die sich Aristoteles bereits in ähnlicher Form gestellt hat, was passiert, wenn in Zukunft alles automatisiert ist, weil computergesteuerte Maschinen, alles übernommen haben? Man betrachtet den Finanzmarkt, die Mittelschicht, das Hauptgeschäft digitaler Netzwerke, um nur einige zu nennen. Diese Punkte sind leicht verständlich beschrieben, auch Leser mit wenig Vorwissen werden sich gut zurechtfinden, zumindest bis zu dem Punkt, an dem Verbindungen zu historischen Ereignissen, wie z.B. Finanzkrisen, gezogen werden. Wenn einem da gewisse Informationen fehlen, könnten die Zusammenhänge verborgen bleiben. Dafür bleibt das Buch auch für versiertere Leser interessant. Allen Themen werden differenziert betrachtet und nicht schöngemalt, dabei wird besonders klar, dass die Absichten nicht immer „böse“ sind und die Vorteile großartig sein können, aber ohne Einschreiten negative Folgen haben werden oder zumindest könnten.

Jaron Lanier – selber eine Größe in Silicon Valley – weist oft darauf hin, dass er ein Optimist ist. Entsprechend humanistisch ist seine Vorstellung von der digitalen Zukunft, in der die Informationsquelle Mensch nicht mehr seiner Informationen beraubt wird (auch wenn er sie aktuell freiwillig abgibt), sondern dafür bezahlt wird, denn die Informationen sind eines jeden Eigentum. Sicherlich eine utopische Vorstellung in dieser Form – was der Autor auch zugibt –, aber gerade hier schläft die Politik und sollte über solchen Impulse zumindest nachdenken. Im Kapitel „Modernität konzipiert die Zukunft“ werden zehn Temperamente – Einstellungen zur Position des Menschen in der Zukunft – vorgestellt. Neun davon sind düster, die Wahrscheinlichkeit, nicht mit der optimistischen Weltanschauung des Autors übereinzustimmen ist entsprechend groß. Dennoch scheint es Wege und Möglichkeiten zu geben, aktiv etwas zu verändern.

Unabhängig der persönlichen Einstellung zur Zukunft des Menschen in einer vernetzten und vollautomatisierten Welt, ist „Wem gehört die Zukunft?“ eine überaus lesenswerte Lektüre über die vernetzte Gegenwart. Besonders junge und unkritische Menschen, die mit Facebook und Co. aufwachsen (aufgewachsen sind), aber nie hinterfragen und dem (Irr-)Glauben unterliegen, alles sei kostenlos, sollten sich mit diesem Buch befassen.


Fazit

Womöglich eines der wichtigsten Bücher des Jahres. „Wem gehört die Zukunft?“ sollte sich jeder digital vernetzte Mensch fragen und Jaron Lanier liefert dazu einen offenbarenden Einblick in die Gegenwart und einen sehr informativen und interessanten Zukunftsentwurf ab. Verständlich für jeden geschrieben, sollte niemand scheuen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.


Pro und Kontra

+ brisantes Thema, welches jeden betrifft
+ verständlich geschrieben
+ interessant Vorschläge, um „Schreckensherrschaften“ der Technik zu verhindern
+ „Sirenenserver“ werden nicht blind verteufelt

o nicht jeder wird dem Optimismus des Autors zustimmen

Beurteilung:

Inhalt: 5/5
Wichtigkeit: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 21. Dezember 2014
 

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