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Die Rose von Suez (Kim Henry)
Geschrieben von Shtrojera
Samstag, der 21. Februar 2015

Verlag: Sieben Verlag (November 2014)
Broschiert, 12,90 €, 328 Seiten
ISBN: 978-3864434679

Genre: Historik


Klappentext

Ägypten 1862. Ein Jahrhundertbauwerk, eine politische Intrige und zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Er nennt sie Malak, seinen Engel, für sie ist er nur ein wilder Barbar. Nach einem kriegerischen Beduinen-Überfall strandet die junge, britische Mathematikerin Hazel Fairchild im Harem von Scheich Djamal. Mit spitzer Zunge und Sarkasmus wehrt sie sich dagegen, zu sehen, dass Djamal und sie womöglich mehr gemeinsam haben, als sie glauben möchte. Doch wie soll sie einem Mann widerstehen, der ihr mit mehr Leidenschaft und Respekt begegnet, als jeder andere Mensch zuvor? 

Längst schon ist eine Intrige im Serail im Gange. Wird es ihnen gelingen, ihre Liebe zu retten, oder siegt am Ende die Politik?
Rezension
 
Hazel Fairchild ist entzückt, bei den Bauarbeiten des Kanals durch die Wüste dabei sein zu dürfen. Doch als sich ein Beduinen-Überfall ereignet, ändert sich alles. Sie wird entführt und fernab jedweder Zivilisation in die Wüste verschleppt - und zwar zu niemand anderem als Scheich Djamal. Doch Hoffnung auf Freiheit ist ihr nicht vergönnt, denn Djamal, welcher einen Narren an ihr gefressen zu haben scheint, will sie für sich selbst behalten. So muss Hazel ihren Alltag im Harem des Scheichs verbringen, umringt von seinen Konkubinen und Ehefrauen, welche ihr alle nicht wohl gesonnen sind. Doch Djamal scheint sie mehr zu begehren als alles andere - und bald schon erkennt Hazel, dass auch sie viel für den gut aussehenden Scheich empfindet. Als die Situation jedoch wieder eskaliert und eine politische Intrige sie trennt, muss sie nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern auch um das ihres geliebten Scheichs bangen. Können die beiden ihre Liebe noch retten? 
 
Die Rose von Suez spielt, wie viele Historicals seiner Art, in einem spannenden historischen Setting, welches den Leser in die Wüste der Beduinen und zu den Scheichen alter Zeiten führt. Genauer gesagt, ins Jahr 1862 und nach Ägypten. Dort lernt der Leser gleich zu Beginn der Storyline die Protagonisten der Geschichte, Hazel Fairchild und Scheich Djamal, kennen, darf sich dem schönen orientalischen Setting und der angenehmen Atmosphäre der Geschichte sowie den politischen Intrigen des Romans hingeben. Und obgleich sich einige Schwächen, vor allem was die Zeichnung der Protagonistin angeht, zeigen, schafft das Autorenduo dennoch mit einem schönen Sprachstil ein angenehmes Umfeld für den Plot zu schaffen. 
 
Abwechselnd wird dabei die Geschichte in den Perspektiven der beiden Hauptfiguren (manchmal auch des Antagonisten) erzählt. Hazel Fairchild ist eine Ingenieurstochter aus England, welche selbst von großer Wissbegier und Neugierde gezeichnet ist. Zunächst lernt man sie als nette, behütete und sympathische Figur kennen, welche sich erst nach dem Überfall und ihrem Aufenthalt im Harem des Scheichs entwickelt, mehr aus sich herauskommt und auch ihren Frust gegenüber dem Scheich auslässt. Djamal kommt dabei nicht als der klassische Scheich daher. Sein Leben lang hat er, in dem Versuch die Fehler seines Vaters zu bereinigen, stets nur für das Beste in seinem Volk gehandelt und auf den Rat gehört. Als er jedoch auf Hazel trifft, steht seine Welt Kopf. Im Konflikt zwischen dem Wohl seines eigenen Volkes und seiner Begierde und Liebe zu Hazel steht er oft im Zwiespalt, was Handlungen und Emotionen angeht. Dies wirkt sehr authentisch und kann man als Leser definitiv nachvollziehen. Ganz im Gegensatz zu der Art und Weise, wie sich Hazel entwickelt. Denn ab der zweiten Hälfte des Buchs wird sie zu einer eher nervtötenden und unlogisch handelnden Figur, welcher man kaum Glaubwürdigkeit schenken kann. Weder ihre Handlungen, noch ihre emotionale Lage, ist dabei nachvollziehbar und mehr als einmal ertappt man sich dabei, dass man Hazel wohl gerne mal die Meinung gegeigt hätte. Sie tritt dabei definitiv als unstimmig auf und erst zum Schluss der Geschichte findet man wieder einen Anklang an Sympathie für diese Protagonistin wieder. Auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden geht sehr schnell, vielleicht auch etwas zu schnell, voran. Zwar ist dies im Anbetracht der Zeit, in welcher der Roman angesiedelt ist, durchaus logisch, dennoch hätte man sich als Leser hier einfach mehr gewünscht. Mehr Konflikte, mehr Reize, mehr einfach. Zum Antagonisten des Romans (Djamals Onkel Azad) lässt sich nur sagen, dass er klischeehafte Rachemotive verfolgt und dementsprechend auch handelt. Dennoch, und obgleich die Figur sehr stereotyp gezeichnet ist, ist sie es, welche die Story maßgeblich mit ihren Handlungen vorantreibt.
 
Der Plot selbst ist zwar nicht sehr innovativ, dafür aber realistisch und gut gezeichnet. Man verliert sich gerne in dem schönen Setting, welches Kim Henry hier geschaffen hat. Die Detailtreue der Beschreibungen von Orten und Landschaften, insbesondere der Residenz des Scheichs (Zenima) kommen sehr authentisch daher und verleihen der Geschichte eine gute Grundlage für weitere Handlungen und Fäden innerhalb des Plots. Dass die Handlung sich hauptsächlich auf die Liebesgeschichte zwischen Djamal und Hazel beschränkt ist dabei wie zu erwarten gewesen. Durch die politischen Intrigen kommt es jedoch öfter zu einigen überraschenden Ereignissen und Wendungen, welche allerdings gerne etwas ausführlicher in den roten Faden der Geschichte eingearbeitet hätten sein können. Mit dem weiteren Verlauf der Handlung, welcher im Mittelteil leider etwas langatmig und zäh daherkommt, findet der Leser sich zum Schluss des Romans jedoch einem spannenden Finale um Leben und Tod wieder, welchen die Autorinnen wirklich gut gezeichnet haben. Schön ist auch der Epilog am Schluss der Story, welcher die Geschichte in sich rund abschließt und den Leser zufrieden zurücklässt. Obgleich sich demnach einige Schwächen in dem Roman wiederfinden und das Autorenduo definitiv um einiges bessere Bücher geschrieben hat, bekommt der Leser dennoch eine schöne Story zu lesen, in welche man gerne eintaucht.
Fazit
 
Die Rose von Suez von Kim Henry ist ein klassischer Historical mit einem schönen Setting im alten Ägypten, welches dem Leser den Orient wieder nahe bringt. Vor allem die Detailverliebtheit und der schöne Sprachstil der Autorinnen sorgen für eine tolle Atmosphäre und ein glaubwürdiges Setting. Dennoch kann die Protagonistin des Romans nicht völlig überzeugen. Handlungen und Emotionen sind sehr unglaubwürdig und auch die Handlung schwächelt zum Teil, sodass man vor allem im Mittelteil des Romans die Zähne zusammenbeißen und einige langatmige Szenen überstehen muss. Ein spannendes Finale jedoch macht wieder Lust auf mehr aus der Feder dieses Autorenduos, welches definitiv bessere Geschichten im Petto hat. Dennoch ist hier eine Empfehlung für Fans historischer Bücher auszusprechen, die sich gerne mal wieder im Orient verlieren würden.
Pro & Contra
 
+ Innere Konflikte des Scheichs über dessen Verantwortung
+ Einige spannende und überraschende Wendungen
+ Detailarbeit
+ Schöne Atmosphäre
+ Glaubwürdiges Setting
+ Finale
+ Sprachstil
+ Orient als Thema

- Entwicklung der Protagonistin
- Hazels Emotionen und Handlungen zu ambivalent und eher unglaubwürdig (und nervig)
- Teilweise langatmige Strecken
- Potenzial der Story nicht ganz ausgeschöpft
- Mehr Raum für politische Intrigen

Bewertung:

Handlung: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung 2,5/5
Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 21. Februar 2015
 

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