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Felicity La Forgia (03.03.2015)
Geschrieben von Shtrojera
Dienstag, der 03. März 2015

Interview mit Felicity La Forgia

alias Corinna Vexborg und Nicole Wellemin

Literatopia: Hallo, Corinna und Nicole! Schön, dass ihr Zeit für dieses Interview gefunden habt! Stellt euch doch bitte kurz den Lesern in euren eigenen Worten vor: Wer seid ihr und was schreibt ihr?

Corinna Vexborg: Ich bin 42 Jahre alt, verheiratet, lebe auf der Insel Fünen in Dänemark. Einen Job habe ich derzeit nicht (ich ruhe mich ein bisschen aus, der letzte war stressig) und vermisse ich auch nicht, weil das Schreiben sowieso mehr Spaß macht.

Nicole Wellemin: Ich bin 35 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und meinen neunjährigen Zwillingen und einem halben Kleintierzoo in einem Reihenhausidyll östlich von München. Meine Brötchen verdiene ich mit Pressearbeit für einen Filmrechtevermarkter, eine Arbeit, die mir großen Spaß macht, weil ich dort tagtäglich mit Geschichten zu tun habe.

Literatopia: Mit "Polarfieber" habt ihr 2013 euer gemeinsames Debüt gegeben. Um was geht es in dem Roman und wie kam es dazu, dass ihr beide euch unter dem Pseudonym Kim Henry zusammen geschlossen habt?

Corinna Vexborg: Wir haben sehr lange nach einem Pseudonym überlegt. Wir wollten einfach nicht zwei Autorennamen auf dem Cover stehen haben. Eines Morgens fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Warum nicht die Vornamen unserer respektiven Ehemänner zusammennehmen (der eine heißt Kim, der andere Henry)?

Nicole Wellemin: „Polarfieber“ ist ein Romantic-Thrill-Titel, bei dem der Leser die beiden Hauptfiguren Silas und Kaya bei ihrer Flucht durch das ewige Eis Grönlands begleitet. Sabotage, politische Intrige, großartige Natur und natürlich die Liebe haben in „Polarfieber“ ihren Platz.

Literatopia: 2014 erschien euer hochpsychologischer BDSM-Roman "Amber Rain" unter einem weiteren eurer Pseudonyme, Felicity La Forgia, welcher sich vor allem auf Shibari, eine bestimmte Art des Fesselns, konzentriert. Weshalb habt ihr euch entschieden, genau diese Praktik des BDSM in den Fokus der Geschichte zu setzen?

Nicole Wellemin: Uns faszinierte von einem frühen Zeitpunkt in der Recherche der künstlerische Aspekt des Shibari, sowie die Menschen, die es betreiben. In kaum einer sexuellen Spielart vereint sich Erotik und Kunst auf so faszinierende Weise wie beim japanischen Bondage, was einen wunderbaren Konterpunkt zu Amber, der weiblichen Protagonistin, ergeben hat, die als Schauspielerin ja auch Künstlerin ist.

Literatopia: Anfang Mai erschien euer neuer Titel "Venezianische Nächte". Wie kam Euch die Idee zum Konzept?

Nicole Wellemin: Unsere Verlegerin hat uns nach Amber Rain gefragt, ob wir nicht Lust hätten, einen weiteren locker, leichten Erotikroman mit BDSM-Elementen zum Programm beizusteuern. Auf der Suche nach einem Thema habe ich mich an eine Szene aus dem Film „Eyes wide shut“ erinnert und ganz unbedarft den Satz Männer in Masken sind sexy fallen lassen. Damit war die Grundidee zu Venezianische Nächte gefunden.

Corinna Vexborg: Übrigens stand Nicole auch Pate für die Grundidee von „Amber Rain“. Sie behauptet zwar gern, dass das „Ideenhaben“ gleichmäßig auf unser beider Schultern verteilt ist, aber ich glaube, in den meisten Fällen ist sie es, die den Stein des Anstoßes findet, aus dem sich unsere Geschichten entwickeln.

Literatopia: Auf welch thematische Schwerpunkte darf sich der Leser im Allgemeinen in "Venezianische Nächte" freuen?

Nicole Wellemin: Venezianische Nächte ist ein Erotikroman. Dementsprechend ist der Erotikanteil sehr hoch. Dabei geht es um Dominanz und Unterwerfung. Im Gegensatz zu dem männlichen Protagonisten aus „Amber Rain“ ist der Cavaliere kein Sadist, sondern er zieht seine sexuelle Erfüllung aus der freiwillig geschenkten Unterwerfung seiner Partnerin. Überhaupt war es uns beim Schreiben jedes Mal wichtig, dass der Aspekt des Vertrauens und des beiderseitigen Einverständnisses betont wird, der der Schlüssel zu einer derartigen Beziehung ist.

Literatopia: Der Cavaliere als Charakter stellt eine unglaublich ambivalente Figur mit einer sehr emotionalen, geheimnisvollen Aura dar. Und auch Clara Hummel, Protagonistin des Romans, zeigt viele verschiedene Facetten. Was war euch bei der Konzeption der Figuren und ihrer Konstellation zueinander besonders wichtig?

Corinna Vexborg: Der Cavaliere sollte ein Mann sein, von dem man nichts erfährt, nichts weiß, bei dem man auf die subtilen Zwischentöne achten muss, um seine Persönlichkeit greifen zu können, oder wenigstens Teile davon, die sich mit etwas Glück irgendwann zu einem Ganzen zusammensetzen lassen – oder eben nicht. Normalerweise schreiben wir unsere Geschichten aus (mindestens) zwei Perspektiven, jeder der beiden Protagonisten bekommt eine eigene Stimme. In diesem Fall haben wir auf die Stimme des Cavaliere ganz bewusst verzichtet, weil wir diesen Einblick in das, was IHN umtreibt, eben nur so weit gestatten wollten, wie er seine Persönlichkeit im Gespräch mit Clara teilt.

Nicole Wellemin: Im Fall von Clara war uns besonders wichtig, zu zeigen, dass sie eine starke, junge Frau ist, deren sexuelle Unterwerfung nicht bedeutet, dass sie schwach ist. Wir wollten sie als eine Person zeigen, die, wie jeder andere Mensch, Schwächen und Stärken hat und die sich in einer Situation findet, in der sie aus vielerlei Gründen an ihre Grenzen getrieben wird, so dass sie sich einem Abenteuer öffnet, für das sie zu einem anderen Zeitpunkt wahrscheinlich noch nicht bereit gewesen wäre.

Literatopia: Wie beurteilt ihr Claras Entwicklung im Roman mit euren eigenen, im Hintergrund vorangegangenen Planungen für Dieselbe?

Nicole Wellemin: Wie oft haben uns auch die Venezianischen Nächte beim Schreiben immer mal wieder überrascht. Das ist das Aufregende am Schreiben. Obwohl wir zu Beginn meist zumindest eine Ahnung von dem Ende der Geschichte haben, liegt der Weg dorthin oft noch im Dunkeln.

Literatopia: Wie würdet ihr eure beiden Hauptfiguren mit jeweils drei Worten beschreiben?

Corinna Vexborg: Cavaliere: Geheimnisvoll, dominant, sinnlich

lavendel kuesseNicole Wellemin: Clara: Loyal, ehrgeizig, verantwortungsbewusst

Literatopia: Was für eine Bedeutung hat BDSM für euch im Allgemeinen? Fasziniert euch dieser Lifestyle auch privat oder ist die Beschäftigung mit diesem Thema für euch rein beruflicher Natur?

Corinna Vexborg: Ich bin persönlich leider überhaupt nicht der Typ, der sich so weit fallen lassen kann, um zum BDSM zu finden. Manchmal wünschte ich, ich wäre es. Es ist eine faszinierende Form der Erotik. Aber allein der Gedanke daran, zum Beispiel meine Hände nicht bewegen zu können, ist für einen klaustrophobischen Menschen wie mich unerträglich, so dass mir leider verwehrt bleiben wird, es am eigenen Leib zu erfahren. So, wie ich mich kenne, würde ich schon beim Anblick eines Hanfseils in Panik verfallen und dann auch noch mein Safeword vergessen!

Literatopia: Im August 2014 erscheint ein neuer Roman aus eurer Feder. "Malibu Blues" wird er heißen. Auf was darf sich der Leser hier thematisch freuen?

Nicole Wellemin: Auf eine klassische Liebesgeschichte mit viel Musik, einem zunächst arroganten Helden und einer Heldin, die ihre Stärke erst entdecken muss.

Corinna Vexborg: „Malibu Blues“ war unser erstes gemeinsam angegangenes Schreibprojekt und wird schon allein deshalb immer eine ganz besondere Bedeutung für uns haben.

Literatopia: Wie gefallen euch persönlich die Cover eurer Romane? Habt ihr auch Mitspracherecht und könnt eigene Ideen und Anregungen bei der Gestaltung mit einfließen lassen?

Nicole Wellemin: Es ist jedes Mal aufregend, wenn wir das erste Mal unsere Cover sehen. Mitspracherecht haben wir nicht, aber wir wissen, dass sowohl unsere Verlegerin, als auch die Designerin, die für die Cover verantwortlich zeichnen, ganz tolle Ideen haben und viel Leidenschaft und Liebe in die Cover setzen. Mein Lieblingscover bisher ist das von „Amber Rain“, umso mehr hat es uns gefreut, dass es bei den „Venezianischen Nächten“ einen gewissen Wiedererkennungseffekt gibt.

Literatopia: Als Autor liest man sicherlich auch gerne die Werke anderer Schreiberlinge. Und auf eurer Homepage findet man einige eurer gern gelesenen Bücher wieder. Habt ihr selbst einen Lieblingsautor oder eine Lieblingsautorin, dessen Romane euch beim Schreiben geprägt haben?

Nicole Wellemin: Geprägt vielleicht nicht, höchstens inspiriert. Vor allem ermutigen sie aber immer wieder, weiter an sich zu arbeiten und besser zu werden. Schreiben ist ein Handwerk, das man niemals ausgelernt hat und wenn ich mal wieder ein Buch lese, das mich vor Ehrfurcht in die Knie gehen lässt, dann weiß ich wieder, wie weit der Weg noch ist.

Corinna Vexborg: Ich bin so frei und gebe ein paar Namen preis. Charlotte Lyne und Andrea Gunschera sind meine Lieblingsautorinnen. Inwiefern sie mich geprägt haben, kann und will ich nicht beurteilen, aber ich lese beide einfach sehr gern. Im englischsprachigen Bereich gibt es dann noch die Britin Linda Gillard mit sehr einfühlsamen Liebesromanen um Heldinnen jenseits der Vierzig, und im BDSM-Bereich Cherise Sinclair, von der ich (und Nicole sicher auch) das eine oder andere gelernt habe hinsichtlich des erotischen Schreibens.

feuerzauberLiteratopia: Zum Thema Self publishing: Wie steht ihr im Allgemeinen dazu? Seht ihr darin eher eine Chance für junge Indie-Autoren oder eine Überflutung des Buchmarktes mit mehr schlecht als recht geschriebenen Storys?

Corinna Vexborg: Die Frage ist nicht besonders fair. Für mich ist das Verlegen in einem herkömmlichen Verlag auch in dieser Welt im Wandel immer noch etwas Besonderes, vielleicht am ehesten vergleichbar mit einer ersten Hürde in Sachen Qualität. Nicole und ich haben beide unsere Erfahrungen mit Ablehnungen gesammelt und haben uns jedes Mal vorgenommen, dann eben besser zu werden und es wieder und wieder zu versuchen. Außerdem schreiben wir beide sehr viel und intensiv und haben eigentlich immer zu viele Ideen im Hinterkopf, als dass wir uns auch noch um Cover, Lektorat, Korrektorat, Satz etc. etc. kümmern wollen. Die Zusammenarbeit mit unserem Verlag ist einfach richtig toll, und man darf auch nicht vergessen, dass wir aus dieser Zusammenarbeit sehr viel lernen. Wir sind jetzt seit etwas über einem Jahr beim Verlag und haben uns in diesen zwölf Monaten in einem Maße weiterentwickelt, das wir wahrscheinlich Anfang 2013 im Leben nicht erwartet hätten!

Natürlich ist es heutzutage schon lange nicht mehr so, dass man die Self Publisher über einen Kamm scheren kann (ebenso wenig übrigens wie die auf herkömmliche Weise verlegten Bücher). Es gibt sehr viele sehr gute von den Autoren selbst verlegte Bücher, um die es schade gewesen wäre, wenn es sie nicht geben würde.

Literatopia: Hand auf's Herz: Wie steht ihr zu E-Books? Lest ihr lieber "echte" Bücher oder ist die digitale Version davon lieber?

Corinna Vexborg: Auf jeden Fall: eBooks. Ich habe meinen ersten Reader seinerzeit eigentlich nur gekauft, um umfangreiche Internetseiten als Word Dokumente darauf zu lesen, weil das Lesen am PC-Bildschirm einfach nicht das Wahre ist. Außerdem ist es das perfekte Werkzeug zum Korrekturlesen eigener Texte, weil ein eReader Betriebsblindheit halbiert. Aber gleich mit meinem ersten „echten“ eBook war ich bekehrt – und lese seither nur noch darauf.

Nicole Wellemin: Ich lese seit gut zwei Jahren fast ausschließlich eBooks. Obwohl ich mir das zuvor nie habe träumen lassen, schrecke ich mittlerweile vor dem Kauf eines Buches zurück, wenn es das nur in der Papierform gibt. Die liegen schwer in der Hand, nehmen so viel Platz im Haus weg und sind auch nicht immer zu jeder Zeit überall verfügbar. Allerdings bin ich auch gerne bereit, für ein eBook eines meiner Lieblingsautoren nahezu denselben Preis zu zahlen wie für ein Taschenbuch, da bei beiden Formen dieselbe Verlagsleistung dahinter steckt.

Literatopia: Wie sieht Euer Alltag aus? Schreibt ihr jeden Tag oder lassen euch eure Jobs eher wenig Zeit für eure Leidenschaft?

Corinna Vexborg: Jeden Tag. Das geht gar nicht anders. Manchmal nehmen wir uns nach Abschluss eines Projektes auch vor, jetzt mal ein paar Wochen zu pausieren. Aber das geht nicht. Spätestens nach zwei Tagen fehlt etwas, und es ist IMMER das Schreiben.

Nicole Wellemin: Wenn wir in einem Projekt sind, versuche ich auf jeden Fall jeden Tag zumindest eine Szene zu schreiben. Wenn ich zu lange Pausen mache, komme ich aus dem Fluss und dann wird es schwieriger wieder voll in die Geschichte einzutauchen.

Literatopia: Wie läuft das Schreiben bei euch? Braucht ihr dazu absolute Ruhe oder lasst ihr euch, z.B. durch Musik, beim Schreiben inspirieren?

Corinna Vexborg: Absolute Ruhe. Zwischendurch Musik, ja, aber nicht WÄHREND des Schreibens. Ich sitze gern bei offenem Fenster (im Sommer) oder brennendem Kamin (im Winter) und hab total gern eine meiner Katzen in Reichweite (Galileo hat inzwischen ein Katzenkissen AUF meinem Schreibtisch direkt neben dem Laptop).

Nicole Wellemin: Inspiration suche ich eher vor dem Schreiben. Im Schreibprozess bin ich am liebsten mit den Figuren und der Geschichte allein.

polarfieberLiteratopia: Wie wird es nun weitergehen? Plant ihr schon neue Projekte und werden diese auch wieder in der Welt des BDSM angesiedelt sein?

Nicole Wellemin: Es wird in absehbarer Zeit eine sehr lose Fortsetzung zu „Amber Rain“, allerdings mit anderen Hauptfiguren, geben. Das Manuskript ist bereits im Lektorat und ein vorläufiger Veröffentlichungstermin steht auch schon fest. Hier wird BDSM wieder eine Rolle spielen, jedoch eine eher untergeordnete. Außerdem ist auch Kim Henry aktiv gewesen und Anfang nächsten Jahres kehren wir mit einer Geschichte, die uns sehr am Herzen liegt, ins Genre des Romantic-Thrill zurück – diesmal müssen sich unsere Figuren dann nicht durchs Eis, sondern durch den Dschungel schlagen.

Corinna Vexborg: Im Augenblick arbeiten wir zudem an der Erstniederschrift eines Historicals, für den nur noch ein paar Szenen fehlen, dann die Überarbeitung. Und wenn der fertig ist, dann gibt es auch noch ein paar sogenannte UFOs in der Ablage, wo wir uns dann sicher mal um die Fertigstellung kümmern werden.

Literatopia: Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Nicole Wellemin: Weiter schreiben – das ist auf jeden Fall sicher. Wir spielen gedanklich mit vielen verschiedenen Genres und Geschichten. Es bleibt spannend.

Literatopia: Herzlichen Dank für das schöne Interview ihr beiden!


Facebook-Seite der Autorinnen: https://de-de.facebook.com/polarfieber

Rezension zu "Amber Rain"

Rezension zu "Venezianische Nächte"


Dieses Interview wurde von Shtrojera Lipaj für Literatopia.de geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 03. März 2015
 

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