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Die Rettung des Imperiums (Isaac Asimov)
Geschrieben von Almut
Mittwoch, der 18. März 2015

Asimov RettungImperiums

Heyne, 13.10.2014
Originaltitel: Prelude to Foundation (1988)
Übersetzung von Heinz Nagel
Taschenbuch, 557 Seiten   
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | 14,90 CHF
ISBN: 978-3-453-52837-6

Genre: Science Fiction


Inhalt

Kaiser Cleon I. ist im Jahr 12020 der Galaktischen Ära Herrscher auf Trantor, einem Planeten, der das Machtzentrum eines 25 Millionen Welten umfassenden Herrschaftsraumes, des Galaktischen Imperiums, bildet. Nachdem der 32-jährige Mathematiker Hari Seldon einen Vortrag über Psychohistorik gehalten hat, ist Cleon überzeugt, dass dieses Forschungsgebiet und damit Hari sich politisch nutzen lassen könnten, um seine Macht zu stabilisieren. Nach einem Gespräch, in dem Hari erklärt, warum er die Psychohistorik als praktisch inexistentes Gebiet mit Forschungsbedarf skizziert, schließt Cleon, Hari sein nicht von Nutzen für ihn.

Chetter Hummin, der sich als Journalist ausgibt, überzeugt Hari davon, dass Cleons Erster Minister und persönlicher Berater Eto Demerzel Hari seiner Freiheit berauben, ihn die Psychohistorik entwickeln und sein Wissen nutzen will, weshalb Hari flieht. Chetter erzählt Hari, das Reich befinde sich im Zerfall und nur seine Psychohistorik könne es vor dem Niedergang bewahren. Hari soll an der Streeling Universität vor den Häschern Demerzels sicher sein und seine Forschungen fortsetzen. Zu seinem Schutz wird die Historikerin Dors Venabili abgestellt.


Rezension

Isaac Asimov (1920-1992) ist einer der einflussreichsten Autoren der Science Fiction. In der internationalen Filmdatenbank IMDB sind 22 Filme und Fernsehserien nach Vorlagen von Asimov eingetragen. Er gehört zu den innovativsten Taktgebern im Genre. Von 1940 bis 1992 schuf er mit seinem Foundation-Zyklus eine der komplexesten Zukunftswelten. Das Herzstück dieses Zyklus’ ist Die Foundation-Trilogie. Mit Prelude to Foundation (1988; dt. Die Rettung des Imperiums, 1989, überarbeitete Neuausgabe 2003 und 2014) und Forward the Foundation (1992; dt. Das Foundation-Projekt, 1995, überarbeitete Neuausgabe 2004 und 2014) schrieb Asimov zwei inhaltlich zusammenhängende Prequels zur Foundation-Trilogie.

Wer den Kosmos Asimovs bereits kennt, wird zu den interessanteren Teilen des Romans die Bezüge zählen, die Asimov zur früher veröffentlichten Foundation-Trilogie herstellt. Aber da diese Rezension den Roman als ersten behandelt und die anderen als noch nicht gelesen unterstellt, wird hierauf nachfolgend nicht eingegangen. Wem Asimov bislang unbekannt ist, liest Die Rettung des Imperiums als einen an Handlung und Dialogen reichen Thriller, dessen Plot sich so wiedergeben lässt:

Der Held (Mathematiker Hari Seldon) ist im Besitz von etwas (Psychohistorik), an dem mächtige Leute interessiert sind. Er gibt vor, es nicht zu haben, aber sie glauben ihm nicht und lassen ihn von Agenten jagen. Die sollen ihm das Gesuchte abnehmen (hier: ihn zur Kooperation zwingen), verhindern, dass die Sache in die aus ihrer Sicht falschen Hände gerät, notfalls den Helden liquidieren.

Die Handlung ist beschreibbar als eine Fluchtbewegung durch verschiedene Bezirke des Planeten Trantor, wobei Hari der suspekte Chetter Hummin hilft. Hari kommt aus dem Kaiserpalast an die Universität Streeling, wo er Dors kennenlernt, mit der er an der Entwicklung seiner Psychohistorik arbeitet. Mit Dors geht es nach Mykogen, einem Patriarchat, bestimmt durch sexuelle Repression und Unterdrückung der Frauen, Mystizismus und eine sehr puritanische Gesellschaft, die sich für rein und den anderen Kulturen auf Trantor überlegen hält. Vor sehr langer Zeit soll es in dieser Gesellschaft einmal Roboter gegeben haben, was Hari besonders interessiert.

Der nächste Fluchtpunkt, Dahl, ist wirtschaftlich arm, die Menschen sind wenig freundlich, dafür umso gewaltbereiter. Im slumartigen Billibotton werden Hari und Dors überfallen und wissen sich auf erstaunliche Weise zur Wehr zu setzen, als Dors vergewaltigt werden soll. In Dahl schließen sie den Waisenjungen Raych ins Herz.

Später werden sie von Agenten Wyes entführt, eines Bezirks, dessen Herrscher Ansprüche an den Kaiserthron stellt und die Psychohistorik zu diesem Zweck einsetzen will. In Wye überschlagen sich die Ereignisse politisch und militärisch. Am Ende eines an Höhepunkten reichen Abenteuers werden bislang unklare Handlungsbausteine verständlich und eine große Verschwörungsgeschichte offenbart.

Als Thriller ist Die Rettung des Imperiums spannend, enthält, besonders für einen Schriftsteller wie Asimov, überraschende Momente der Sensation und Gewalt, die gut choreographiert sind, Manipulationen der Leserstimmungen, reizvolle Mischungen aus Erwartungen, Unsicherheit, überraschenden Wendungen in der Handlungsführung und Ablenkungsmanövern. Asimov legt seinem Helden auf der Handlungsebene viele Hindernisse in den Weg. Hari lernt Menschen kennen, die ihm helfen oder schaden wollen, nur weiß er nicht immer, was zutrifft. Er verliebt sich in eine schöne Frau, aber kann er ihr auch trauen?

Asimov gibt im Verlauf seiner Erzählung eine Reihe an Hinweisen, dass sich im Hintergrund viel tut und Hari nicht weiß, welches Ausmaß die Verschwörung hat. Besonders auffällig ist, dass Chetter Zugriff auf ein erhebliches Ressourcenreservoir hat, sehr viele Menschen kennt, zudem mehr weiß, als er zugibt. Er bringt Hari, der schnellstmöglich auf seinen Heimatplaneten Helicon zurück wollte, sogar dazu, auf Trantor zu bleiben. Der mächtigste Akteur in diesem Szenario verhält sich wie ein Puppenspieler, was der Auflösung eine Besonderheit verleiht.

Und worum geht es außerhalb der Thrillerlogik, was hat es mit der Psychohistorik auf sich? Hari Seldon ist überzeugt, dass mithilfe der Psychohistorik menschliches Verhalten mathematisch abgebildet und mit statistischen Methoden prognostiziert werden kann. Er ist der Meinung, die Psychohistorik sei nicht sinnvoll anwendbar. Chetter will Hari überzeugen, dass die Entwicklung der Psychohistorik für das Wohl des Imperiums wichtig ist.

Haris Vorstellungen von der Psychohistorik gehen aus von einer universellen Theorie, die sich jedoch nicht realisieren lässt, weil sie zu komplex und der Datenbedarf zu hoch wäre. Deshalb hofft er, mit einem Ansatz, der von einem signifikanten Teilmodell ausgeht, zu verallgemeinerbaren Aussagen gelangen zu können. Hari gelangt zu der Einsicht, dass das beste Beispiel für seine Analysen nicht die untergegangenen Kulturen (Erde, Aurora) sind, sondern, nicht zuletzt aufgrund seiner Eigenschaft als Imperium in sich und seiner Diversität: Trantor.


Fazit

Isaac Asimov erzählt in Die Rettung des Imperiums den ersten Teil der Vorgeschichte seiner berühmten Foundation-Trilogie als spannenden und abenteuerlichen Thriller.


Pro und Kontra

+ dynamisch erzählter Thriller
+ einer von Asimovs besten Weltentwürfen, hochkomplex und leicht zugänglich
+ erinnert an Alfred Hitchcocks Thriller Der unsichtbare Dritte

Wertung: sterne5

Inhalt: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu Das Foundation-Projekt

 

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 25. März 2015
 

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