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Zombie Zone Germany (Hrsg. Torsten Exter)
Geschrieben von Lukas
Donnerstag, der 07. Mai 2015

Amrûn (März 2015)
Taschenbuch, 374 Seiten
ISBN: 978-3944729749
€ 12,90 [D]

Genre: Horror


Klappentext

Unsere Städte wurden Höllen.

Sie kamen über Nacht. Ihr Hunger war unstillbar. Sie fielen wie Heuschreckenschwärme über die Lebenden her. Zerrissen sie, fraßen, machten aus ihnen etwas Entsetzliches.
In den Straßen herrscht verwestes Fleisch. Zwischen zerschossenen Häusern und Bombenkratern gibt es kaum noch sichere Verstecke.
In Deutschland ist der Tor zu einer seltenen Gnade geworden. Hohe Stahlbetonwände sichern die Grenzen. Jagdflieger und Kampfhubschrauber dröhnen darüber. Es wird auf alles geschossen, was sich (noch) bewegt.
Deutschland wurde isoliert – steht unter Quarantäne.
Die wenigen Überlebenden haben sich Gruppen zusammengeschlossen oder agieren auf eigene, verzweifelte Faust. Gefangen unter Feinden. Im eigenen Land.
Doch ist der Mensch noch des Menschen Freund, wenn die Nahrung knapp wird und en Pfad aus kaltem Blut Zukunft ohne Hoffnung führt?


Rezension

Meistens liegt das Augenmerk auf den USA, wenn die Untoten das Land mit Terror überziehen. Es mag schon sein, dass auch Europa dasselbe Problem hat, aber wen interessiert das schon in der Regel? Nun Deutschland interessiert das und Torsten Exter geht sogar so weit, dass er die Apokalypse höchstpersönlich in die heimischen Gefilde holt. Zombie Zone Germany – so der Titel der Auftakt -Anthologie – erzählt in 21 Kurzgeschichten von den unterschiedlichsten Schicksalen im ganzen Land. Dabei wurde darauf geachtet, dass alle im gleichen Szenario spielen. Die meisten Geschichten erwähnen die Maden, die als Übeltäter gelten, und beschreiben langsame, verwesende Zombies. Dadurch bleibt das ganze Buch eine runde Sache und man hat wirklich das Gefühl, einzelne Berichte aus ganz Deutschland zu erhalten. Natürlich unterscheiden sie sich untereinander sehr stark in Länge, Schreibstil, Action- und Blutgehalt und die Tiefgründigkeit der Charaktere. Für jeden Geschmack ist etwas dabei und genauso wird die ein oder andere Story am persönlichen Geschmack vorbeigehen. Folgende Beiträge sind jedoch besonders empfehlenswert:

Hunger von Lora Horst

Eine kleiner, klaustrophobischer Beitrag über einen Mann, der sich in einem Hundezwinger verschanzt und lieber Durst und Hunger leidet, anstatt seiner untoten Lebensgefährtin, die vor der Zwingertür nach ihm lechzt, den Schädel einzuschlagen.
Ob der Leidensweg des Protagonisten aus naturwissenschaftlicher Sicht akkurat ist, ist schwer zu sagen, aber Lora Horst gelingt es auf nur wenigen Seiten, diesen spannend und atmosphärisch zu schildern.

Kinder der Nachwelt von Daniel Huster

Seit das Chaos ausgebrochen ist, hat sich Elias und seine kleine Schwester Annabelle in ihrer Wohnung verbarrikadiert. Nur der Nahrungsmangel treibt Elias aus dem bisher sicheren Versteck und jedes Mal muss er hoffen, dass er überlebt, denn Annabelle ist schlicht zu jung, um eigenständig zu überleben. Außerdem will sie unbedingt ins Schlafzimmer zu ihrer kranken Mutter und wenn er nicht zurückkehrt, wird sie es irgendwie hineinschaffen und nie wieder herauskommen.
Diese Geschichte überzeugt nicht nur durch ihren Schreibstil und der Schilderung des Überlebenskampfes, sondern bietet eine weitere sehr interessante Eben: Die Erhaltung der kindlichen Unschuld in einer toten Welt.

Sievers‘ letzter Auftritt von Jan Christoph Prüfer

Peter ist Linguistik Professor und in seinem Leben hat er nichts außer seiner Arbeit, also ist seine Universität der Ort, an den er sich geflüchtet hatte, als die Hölle ausgebrochen war. Auch seine Kollegin, Ruth, verschlägt es zurück zur Universität. Zusammen sind sie für einander da und eine gegenseitige Zuneigung scheint sich zu entwickeln. Dummerweise zieht es auch die Zombies dorthin – Studenten und Professoren, die einst dort lernten und lehrten wandeln durch die Gänge und gefährden Peter und Ruths Leben.
Das feinfüllige Drama in dieser Anthologie. Ruhig und besinnlich erzählt, als krasser Gegensatz zu der Lage, in der sich die Welt befindet.

Godwanaland von Carolin Gmyrek

Die wohl stimmungsvollste und menschlichste Geschichte handelt von einem Überlebenden, der sich in einen Zoo gerettet hat, wo er sich mit Einsamkeit, Depressionen und Alkohol auseinandersetzen muss. Besonders kreativ ist die Erzählperspektive und rückläufige Zeitlinie, die nach und nach den Leser mit Informationen füttert und auch ein wenig an der Nase herumführt. Definitiv einer der Höhepunkt der Anthologie.

Die drei Marodeure von Fabian Dombrowski

Roland ist froh einen Überlebenskünstler wie Aristodemus an seiner Seite zu wissen, auch wenn er ununterbrochen von den drei Marodeuren erzählt. Angeblich haben diese Kämpfer eine tagelange Schlacht auf der Balduinbrücke gegen die Untoten geschlagen. Aber wie viel Wahrheit steckt in der Erzählung?
In finsteren Zeiten muss der Mensch etwas haben, woran er sich festklammern kann, etwas, das ihn antreibt. Sehr gut geschrieben und gekonnt in Szene gesetzt. Ein weiterer Höhepunkt des Buches.

Für eine Anthologie in einem kleinen Verlag ist die Aufmachung des Buches sehr hochwertig. Vom simplen aber effektiven Cover, über die saubere und einheitliche Strukturierung bis hin zum Lektorat (sieht man von einigen wenigen Formatierungsfehlern ab) ist die Qualität hervorragend. Leider schützt das nicht vor dem ein oder anderen sehr schwachen Beitrag. Während man über „Die Rückkehr der faulen Schlampe“ (Heike Schrapper) noch streiten kann, dass die Story absichtlich „trashig“ daherkommt, nervt „Magnolien“ (Marina Heidrich) bei gerade einmal fünf Seiten mit belanglosem Geplapper und gefühlten 100 Wortwiederholungen, „Schatten des Todes“ (Lisbeth Duller) ist ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, wie man eine Geschichte besser nicht erzählt, und die etwas abstruse Story von „Der achte Tag“ (Alin Rys) versucht zu viel auf zu wenig Seiten, als dass es sich entfalten könnte.


Fazit

Die Zombie-Anthologie wurde zweifellos mit viel Leidenschaft gestaltet, denn die Qualität des Buches ist bemerkenswert hochwertig im Gegensatz zu vielen anderen. Inhaltlich kämpft sie aber mit dem gleichen Problem wie die meisten Anthologien auch. Während einen überwiegend gute, durchschnittliche Zombie-Kost mit einigen wirklich lesenswerten Perlen erwartet, schmälert manch mäßiger Beitrag das Gesamtbild und Lesevergnügen. Freunde der Untoten kommen dennoch auf ihr Kosten.


Pro und Kontra

+ einige Perlen
+ überwiegend gute Unterhaltung
+ hohe Qualität des Buches

- die ein oder andere Niete dabei

Beurteilung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 07. Mai 2015
 

Kommentare  

#1 EmpfehlungEdgar 2016-10-13 05:37
"Nun Deutschland interessiert das und Torsten Exter geht sogar so weit, dass er die Apokalypse höchstpersönlic h in die heimischen Gefilde holt."

Wenn das Setting in Deutschland gefällt, dann kann ich einen Blick in die Reihe "Armageddon, die Suche nach Eden" nur empfehlen, wo der Autor der Reihe als Erster das Risiko einging, die Zombies nach Deutschland zu holen.
Geht zwar teilweise etwas ins mystische, hat aber großartige Momente.
Finde ich im Vergleich zur Anthologie sogar spannender und schlüssiger.

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