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Amy & Jason (Inka Loreen Minden)
Geschrieben von Shtrojera
Montag, der 01. Juni 2015

Verlag: Books on Demand (Februar 2015)
Taschenbuch, 256 Seiten, 9,99 €
ISBN: 978-3734767241

Genre: Belletristik / Erotik / Liebesroman


Klappentext

Es ist verdammt schwer, dich nicht zu lieben … 
 
Für ihn war es ein Ausrutscher, für sie die Hoffnung auf mehr. 
 
Die 18-jährige Amy ist seit Jahren in Jason, den besten Freund ihres älteren Bruders, verschossen. Doch Jason sieht in ihr immer noch das kleine Mädchen. Als ihr Bruder die Abwesenheit der Eltern nutzt und im Haus eine Party feiert, kommt es zwischen Amy und Jason zu einer heißen Begegnung. Danach stürzt Jason Hals über Kopf davon, in dem Glauben, Amy nie mehr gegenübertreten zu müssen. Aber es kommt anders, als gedacht: Eine Woche später treffen sie sich an der Universität wieder. Sie ist Studentin – er ihr Dozent. Unmissverständlich macht er ihr klar, dass es keine gemeinsame Zukunft für sie gibt. Trotzdem lassen sich beide auf ein erotisches Spiel ein, das droht, Amys Herz in Stücke zu reißen, denn sie kann nicht aufhören, Jason zu lieben. Doch das sind nicht die einzigen Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen.
Rezension
 
Amy steht seit Jahren auf den älteren besten Freund ihres Bruders Rick, Jason. Doch Jason hat in ihr bislang immer nur die kleine Schwester und ein süßes Mädchen gesehen. Auf der Jungesellenparty ihres gemeinsamen Freundes Sebastian macht sich Jason jedoch wider Vernunft doch an Amy ran - mit fatalen Folgen. Als er ihr klar macht, dass das nie hätte passieren dürfen bricht Amys Welt zusammen. Schweren Herzens macht sie sich auf nach London und versucht mit ihrem Studienbeginn Jason zu vergessen - bis genau dieser als ihr neuer Dozent vor ihr steht. Beide sind absolut schockiert, können jedoch auch die Anziehungskraft zwischen ihnen nicht ignorieren. Obwohl beide es besser wissen müssten, lassen sie sich auf ein verboten erotisches Spiel ein. Und müssen bald schon muss sich Jason eingestehen, dass es zwischen ihnen mehr gibt als nur sexuelle Zuneigung ...
 
Amy & Jason ist eine Liebesgeschichte mit interessanten Grundzügen, welche in die Storyline eingearbeitet worden sind.  Leider wurden diese von der Autorin völlig im Keim erstickt. Was sich hier verbirgt ist eine eigentlich süße Geschichte, die aufgrund der Unglaubwürdigkeit der Charaktere, deren Handlungen und Emotionen, schlechter Recherche, einem grauenhaften Schreibstil und einem Mangel an Detailarbeit völlig den Bach runter geht. Tatsächlich sind dies nur wenige der Kritikpunkte, die angeführt werden können. Allein die Tatsache, dass sich der Roman ziemlich schnell und einfach runter lesen lässt, rettet es wohl davor, eine absoluten Misere zu sein. 
 
Das Dilemma fängt nämlich schon früh an. Amy und Jason kennen sich schon ewig. Sie ist seit ihrer frühen Jugend in ihn verschossen, hatte keinen anderen Mann vor ihm, richtet ihre gesamte Existenz und ihren Lebensinhalt komplett nach ihm aus. Sie studiert, was er studiert hat, nur um ihm nahe zu sein und denkt überhaupt nicht wie ein eigenständiges Individuum. Jason ist natürlich absolut attraktiv und verboten sexy und will von Amy nur eines: verruchten Sex. Beide lassen sich auf ein BDSM-Spiel ein, denn Jasons Neigungen sind nun mal nicht einfach zu befriedigen und Amy, die dem Leser als achtzehnjähriges, unschuldiges Mädchen verkauft werden soll, lässt sich natürlich prompt darauf ein, um Jason für sich zu gewinnen, obgleich sie genau weiß, dass es ihm nur um ein rein körperliches Arrangement geht (zu Beginn zumindest). Mal ehrlich: als wie glaubwürdig darf man das wohl einschätzen? Amy benimmt sich über die ganze Zeit hinweg wie ein kleines Kind, nennt Jason mehr als einmal einen "richtigen Mann" - weil das ja andere nicht sind. Sie ist in ihrem gesamten Handeln und in ihren Emotionen absolut abhängig von ihm und soll nun den Leser davon überzeugen, dass sie ein Luder bzw. eine verruchte Diva ist? Mitnichten. Auch Jason ist seinen Handlungen und Emotionen gegenüber überhaupt nicht konsistent. Aus beiden Perspektiven bekommt man Einblicke in die Gefühle und Gedanken der Figuren - und kann nur ernüchtert den Kopf schütteln. Schon aufgrund ihrer Sprache sind sie kaum ernst zu nehmen und auch der Sprachstil der Autorin schafft es kaum, die beiden Figuren signifikant in Bezug auf ihre Erwähnungen zu trennen, sodass man ständig das Gefühl hat, die gesamte Story aus einer gemischten Sicht einer Figur erzählt zu bekommen, was wirklich anstrengend ist. Beide sind einfach nur mehr als das: anstrengend und oberflächlich, besitzen so keinerlei tiefgründige Grundstruktur und Nebencharaktere werden hier leider auch nur aufgeführt, um die kaum existente Handlung voranzutreiben.
 
Doch auch die Handlung ist eine einzige Katastrophe. Eigentlich ist diese ganze Studentin-Dozent Geschichte süß, auch wenn sie mitnichten innovativ ist. Doch man kann eigentlich damit arbeiten und auch mit Sicherheit vieles aus einem 0815 Plot rausholen. Hier passiert das allerdings nicht. Das fängt schon mit einem Mangel an Details bezüglich Orten und Beschreibungen an, sodass überhaupt kein Setting in der Fantasie des Lesers aufsteigen, geschweige denn sich eine Atmosphäre aufbauen kann. Ein weiterer Punkt ist eine allzu oberflächliche Recherche: Wer in England einfach mal so zwei 50 Pfundnoten in der Brieftasche trägt, die er mal eben so seiner Schwester zustecken kann, wird doch wohl eher sehr skeptisch angeschaut, denn 50 Pfundnoten sind definitiv nicht gerade gebräuchlich Ware auf der Insel - was die Autorin definitiv hätte wissen müssen. Auch mit den angegebenen Geldsummen für Mieten etc. in London kann man nur den Kopf schütteln. Wer schon mal in London und Umgebung gelebt hat und weiß, was da was kostet, würde niemals so eine niedrige Summe (400 Pfund im Monat) ansetzen. Es kann ja durchaus sein, dass man für das Geld dort was bekommt - aber sehr wahrscheinlich ist das nicht. In Anbetracht dieser Punkte wäre es wohl besser gewesen, diese Details weg zu lassen und dafür an anderen Stellen mehr preis zugeben. Denn genau dies sind Kleinigkeiten, die die Storyline schon von Grund auf unglaubwürdig machen. Doch noch ein weiteres Defizit ist hier sehr prägnant: Die Sprache. Denn wie die beiden manchmal in ihren Gedanken sprechen ist sowas von nicht entsprechend der Altersgruppe, dass man beim Lesen oftmals nur den Kopf schütteln kann. Hinzu kommen viele sehr konische Satzstrukturen, die das Lesen erschweren. Manchmal hat man sogar das Gefühl, Sätze würden mittendrin aufhören oder Wörter würden irgendwie fehlen. Viele Situationen und Formulierungen derselben sind, vor allem was die erotischen Szenen in dem Roman betreffen, eher lächerlich als ernst zunehmend erregend und ersticken daher eine sexuelle Stimmung wohl eher im Keim. Hinzu kommt ebenfalls, dass die gesamte Storyline viel zu vorhersehbar ist. Natürlich wird die Story als Liebesgeschichte mit Happy End proklamiert - das muss allerdings nicht heißen, dass es nicht zumindest kleine Überraschungen für den Leser geben darf. Und diese gibt es hier definitiv nicht. Von Beginn bis zum Schluss ist einzig und allein die Tatsache, dass sich die Geschichte relativ schnell runter lesen lässt ein positiver Faktor. Insgesamt kann sie jedoch mitnichten überzeugen und es bleibt wirklich abzuwarten, ob die Autorin sich mit weiteren Geschichten innerhalb dieser Storyline wohl einen Gefallen tun wird - oder es gut meint und dem Leser diese Qual wohl doch lieber erspart. Aber vielleicht sind Taylor und Logan ja auch "richtige Männer" und können den Leser doch noch überzeugen. Ja, das ist Sarkasmus.
Fazit
 
Amy & Jason von Inka Loreen Minden ist eine ernüchternde literarische Katastrophe mit unglaublich vielen Defiziten. Unglaubwürdigkeit in der Handlung, den Emotionen und Verhaltensweisen der Figuren, nicht konsistente Gedanken, der Mangel an Details und eine mehr als notdürftige Recherche lassen den Roman zu einer einzigen Qual werden. Die Charaktere kommen flach und farblos daher und auch die Grundstory bietet nichts neues. Auch der Sprachstil der Autorin ist als anstrengend und nicht authentisch einzustufen, sodass dem Roman nichts bleibt, um wirklich zu überzeugen. Nur die Tatsache, dass man ihn ziemlich schnell runter lesen kann ist wohl ein Pluspunkt. Fans von Liebesgeschichten und Young Adult Literatur sollten tunlichst die Finger von diesem Roman lassen und sich diese Zeitverschwendung ersparen.
Pro & Contra

+ Lies sich schnell runter

- Sprachstil der Autorin ist anstrengend
- Satzstrukturen komisch / Man hat das Gefühl, in Sätzen fehlen Wörter und Formulierungen sind auch sehr alternativ
- Flache Protagonisten ohne jedwede Konturen
- Ernüchternde 0815 Grundstory
- Mangelnde Recherche
- Mangel an Details von Beschreibungen und Orten
- Eine Atmosphäre kann sich nicht herausbilden
- "Er ist so ein richtiger Mann!"
- Viel zu vorhersehbare Handlung
- Abhängigkeit von Amy zu Jason, Amy als willenlose Mainstreamfigur ohne Individualität
- Schreibstil in den verschiedenen Perspektiven der Erzählung viel zu ähnlich
- Oberflächlich
- Ende: viel zu einfache Problemlösungen
 
Bewertung: 
 
Handlung: 1/5
Charaktere: 1,5/5
Lesespaß: 2/5
Zuletzt aktualisiert: Montag, der 01. Juni 2015
 

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