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Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
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Die Rückkehr zur Erde (Isaac Asimov)
Geschrieben von Almut
Freitag, der 10. Juli 2015

Asimov Rueckkehr

Heyne 2015
Originaltitel: Foundation and Earth (1986)
Übersetzung von Heinz Nagel
Taschenbuch, 588 Seiten
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | 13,90 CHF
ISBN: 978-3-453-31633-1

Genre: Science Fiction


Inhalt

Die Handlung knüpft unmittelbar an das Ende von Die Suche nach der Erde an. Die mittlerweile zu Freunden gewordenen Golan Trevize und Janov Pelorat befinden sich auf dem Planeten Gaia, wo Trevize sich angesichts eines unmittelbar bevorstehenden Krieges zur Friedenssicherung für Galaxia oder die Foundation als Zukunftsentwurf entscheiden muss. Gemäß Gaia verfügt er über die einzigartige Fähigkeit, intuitiv die richtigen Entscheidungen zu treffen. Trevizes Wahl fällt auf Galaxia, eine Zukunft der Foundation mit Gaia als Blaupause.

Bald darauf befürchtet Trevize jedoch, die Menschen würden auf dem gewählten Pfad ihre Individualität einbüßen und zu einer Art höher entwickeltem Insektenschwarm. Er empfindet seine Entscheidung als fragwürdig und will sie rechtfertigen, weiß nur nicht, wie. Er kommt zu dem Schluss, die Lösung seines Problems sei auf dem Planeten Erde zu finden, dem für einen Mythos gehaltenen Ursprungsort der Menschheit. Mit Pelorat und der jungen Frau Wonne vom Planeten Gaia setzt er seine Reise fort. Sie steuern sechs Planeten an, die sich von der Foundation in wichtigen Merkmalen unterscheiden.


Rezension

Die beiden Romane Foundation’s Edge (1982; dt. Die Suche nach der Erde, 2015) und Foundation and Earth (1986; Die Rückkehr zur Erde, 2015) bilden den Schluss von Isaac Asimovs Foundation-Zyklus. Die Rückkehr zur Erde erzählt im Wesentlichen von Trevizes Suche nach einer Begründung für seine Fundamentalentscheidung, die das Gesicht der Galaxis verändern wird. Die gesamte Menschheit soll Teil von Gaia werden und damit Bestandteil eines kollektiven Bewusstseins. Der bis dahin gültige Seldon-Plan berücksichtigt nicht die Aushöhlung der sozialen Gemeinschaft von Innen, so durch Politiker wie Bürgermeisterin Branno, die sich auch auf einen Krieg eingelassen hätte. Sind jedoch alle Menschen in einen Superorganismus eingebunden, wie ihn Gaia repräsentiert, werden, so die Sicht Gaias, nur Entscheidungen zum Besten der Gemeinschaft getroffen. 

Der Roman ist noch eine Spur dialoglastiger als sein Vorgänger. Pelorat ist eine sehr sympathische Figur. Er verwendet auf der einen Seite in der Kommunikation kurze Phrasen als Ansprache, auf der anderen Seite ist er kaum in der Lage, einen Gedanken kurz zu formulieren, liegt ihm doch eher der ausschweifende Wortbeitrag, angereichert mit Fachinformationen. Trevize ist weniger angenehm, leicht reizbar, streitet häufiger mit Wonne, von der er annimmt, sie werde Pelorat verletzen.

Die sich schwierig gestaltende Suche nach der Erde ist strukturell gut entwickelt und wird wie eine Detektivgeschichte erzählt, in der Trevize und Pelorat ein klassisches Ermittlergespann, bestehend aus Mastermind und Sidekick, darstellen. Nur dass Trevize ein stärker intuitiver Ermittler ist und Pelorat zwar wenig versteht, dies mit seinen Fragen auch dokumentiert, aber in seinem Spezialgebiet von Bedeutung ist. Wonne ist eine Vertreterin der freien Liebe, die sich konzeptionell zwingend aus dem Gesellschaftsentwurf ergibt, den Gaia repräsentiert. Sie hat eine körperliche Beziehung zu Pelorat. Trevize seinerseits hat mit zwei Frauen Sex, jeweils interessant motiviert.

Die Reise zu den verschiedenen Planeten bietet Asimov Gelegenheit für eine Reihe kurzer Exkurse in verschiedene Gesellschaftsentwürfe. Gaia steht für ein kollektives Bewusstsein, das sich aus Individuen zusammensetzt, die in der Lage sind, (zumindest temporär) aus ihrer persönlichen Organisation das Kollektiv auszuschließen. Comporellon repräsentiert einen Polizeistaat. Auf Solaria leben nur rund 1200 Personen, in völliger Isolation und nur durch strenge und seltene Rituale aufgebrochener Einsamkeit. Die Bewohner haben einen früheren Konflikt zwischen Siedlern und Spacern (vgl. Das galaktische Imperium) überstanden und sich zu Hermaphroditen entwickelt. Sie betreiben jeweils Farmen und andere Anlagen mit Unterstützung von Robotern.

Auf Alpha leben Nachfahren von Menschen, die vor Jahrtausenden dort angesiedelt wurden, in kleinen autarken Gemeinschaften. Auf drei Planeten gibt es keine Menschen (mehr). Aurora ist bewohnt von eigenartigen wilden Hunden, die Nachfahren von Haushunden sein könnten. Melpomenia ist unwirtlich, mit einer gefährlichen Pflanzenwelt, die Erde schließlich ist atomar verseucht.

Eines der großen Themen im Werk Asimovs sind Roboter. Der Roman weist nur wenige Verbindungen zu Asimovs Robotererzählungen auf. Einmal mehr werden die berühmten Robotergesetze zitiert und diskutiert. Wir erfahren auch, warum durch Roboter bestimmte Gesellschaften letztlich zum Scheitern verurteilt sind. Gaia hingegen ist erfolgreich, weil die Bewohner die Systemregeln der Roboter und die der natürlichen Umwelt zu ihrer Existenzgrundlage gemacht haben und im Einklang mit der Natur leben.

Die Vorstellung, dass die Dinge nicht anders sein könnten, als sie sind, und dass sie bestmöglich bestellt sind, solange der Seldon-Plan nicht angetastet wird, hat die Menschen zu der Überzeugung gebracht, in der besten aller Welten zu leben. Wer den Seldon-Plan in Frage stellt, muss ein Dummkopf oder Verschwörer sein. Die Menschheit befindet sich in einer konservativen politischen Situation, die so lange richtig zu sein scheint, wie sich die gesellschaftliche Lage durch Planänderung nicht verbessern lässt – was man nicht wissen kann, weil er ja nicht verändert wird.


Fazit

Die Rückkehr zur Erde ist eine interessante Verbindung aus Ideen, Space Opera, Zukunftstechnologie und Quantenphysik. Die Fortsetzung der Foundation-Trilogie ist diesem Markstein der Science Fiction durchaus angemessen. In seinem Roman vereint Asimov seine beiden Universen, die Roboterwelt und die Foundation. Verbindungslinien gab es bis dahin zur Genüge, besonders in der Verwendung von Zukunftstechnologien. Asimov erklärt in Die Rückkehr zur Erde auch, warum es in der Foundation, auf Terminus, keine Roboter gibt.


Pro und Kontra

+ ein spannender und abenteuerlicher Thriller
+ gut lesbar und unterhaltsam
+ trotz vielfältiger Bezüge zum Gesamtwerk einzeln lesbar

- banale weibliche Figuren, in einem Fall gefährlich nahe am Sexismus

Wertungsterne4.5

Inhalt: 5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu Die Rettung des Imperiums

Rezension zu Das Foundation-Projekt

Rezension zu Foundation-Trilogie

Rezension zu Die Suche nach der Erde

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 10. Juli 2015
 

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